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Reisebusunternehmen: Kommt die Branche unter die Räder?

Stillstand in den heimischen Reisebusunternehmen. Wann hofft die Branche auf Weiterfahrt? Wir haben uns umgehört.

Mann zieht Spielzeugbus über einen Globus.
© Postumitenko, Adobestock Nur auf dem Globus geht es zur Zeit auf große Busreisen.

Rund 1.000 Busse in der Steiermark stehen seit fast einem Jahr still. Für die Unternehmer heißt es weiterhin warten, um wieder auf große Fahrt gehen zu können. Nach fast einem Jahr Lockdown ringen nicht wenige Betriebe um ihre Existenz. Ohne staatliche Hilfspakete – vor allem der Umsatzersatz hat vielen geholfen – wären in vielen Betrieben längst die Lichter ausgegangen. Im Sog der wirtschaftlichen Unsicherheit bangen auch rund 2.000 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Eine prekäre Situation für Kurt Matzer, FG-Obmann der Autobus-, Luftfahrt-und Schifffahrtunternehmen, der selbst sechs Busse in seinem Fuhrpark (Autobus Matzer) hält und eben so viele Mitarbeiter ohne Arbeit beschäftigt: „Für uns gibt es nur einen Rettungsanker, die Impfung“, so Matzer, der auf die klassischen Zielgruppen verweist, die über 65 Jahre alt sind „und nur dann wieder in einen Bus einsteigen, wenn sie sich völlig sicher fühlen können. Und dieses Gefühl gibt es nur mit einer Impfung.“  Matzer ist sich auch sicher, „dass unsere Zielgruppen nach Ende des Lockdowns eher in einen Bus einsteigen werden als in ein Flugzeug.“ Ein kleiner Hoffnungsschimmer auch für seine Branchenkollegen, denen die Pandemie monatlich einen Verdienstausfall von rund 440.000 Euro beschert. 

Willi Pölzl – Pölzl Reisen in Mooskirchen – der sich mit Schulbusfahrten leidlich über Wasser hält, hat seit 2019 rund 800.000 Euro in die Modernisierung seiner Busflotte investiert und 2020 auch über 400.000 Euro Kundengelder aufgrund abgesagter Reisen retourniert: „Im Sommer sind wir nur gefahren, um unsere neuen Busse herzuzeigen, verdient haben wir dabei nichts“, so die Bilanz von Pölzl, der in zweiter Generation das Familienunternehmen in Mooskirchen mit Schwester Edith und Sohn Thomas führt. Er glaubt, frühestens im Mai wieder durchstarten zu können, „solange wir Unterstützung bekommen, können wir durchhalten“.

1,5 Millionen an eigenen Rücklagen hat Claudia Tieber – Tieber Reisen – bereits in den Fortbestand ihres geschlossenen Busunternehmens mit 27 Mitarbeitern in Judenburg investiert. Dass sie ihr Reisebüro in Leibnitz geöffnet halten darf, obwohl kein Mensch kommt, um eine Reise zu buchen, bezeichnet sie als politische Fehlentscheidung, „die uns viel Geld kostet, weil wir keinen Anspruch auf Umsatzersatz haben. Wir werden keine Schulden machen, um den Betrieb, den es bereits seit 60 Jahren gibt, am Leben zu erhalten. Wir können nur noch hoffen.“

40 Busse und 50 Mitarbeiter warten auch im Unternehmen Weiss von Jakob Schlögl in St. Georgen auf einen Neustart, den es für den Chef nur mit der Impfung geben kann: „Aber vor September rechne ich nicht mit einer Lockerung der Reisebeschränkungen.“

Diesen Termin hat auch Christian Ziegler von Otto Reisen im Auge, „weil sonst auch das Reisejahr 2021 abzuschreiben ist.“ Er fordert von Politik und Standesvertretung mehr Planungssicherheit, wann seine neun Busse und die zehn Mitarbeiter wieder volle Fahrt aufnehmen können“

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