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Sozialpartner fordern Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung

Rund um den Weltfrauentag am 8. März präsentieren die Vizepräsidentinnen von WKO, AK und LK ein Forderungspaket zur Stärkung von Frauen in der Arbeitswelt. So soll etwa ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag verankert werden. 

Maria Pein, Gabi Lechner und Patricia Berger
© Foto Fischer Ziehen für die Stärkung von Frauen an einem Strang (v.l.): Maria Pein (LK), Gabi Lechner (WKO) und Patricia Berger (AK).

Der 8. März steht im Zeichen des Weltfrauentags. Ein Tag, den die Vizepräsidentinnen von WKO Steiermark, AK Steiermark und LWK Steiermark – Gabi Lechner, Patricia Berger und Maria Pein – zum Anlass nehmen, um sich gemeinsam für eine Stärkung der Frauen in der Arbeitswelt sowie für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stark zu machen. „Corona hat die Herausforderungen hier deutlich gemacht. Wir sind dem Ziel einer familienfreundlichen Arbeitswelt in den vergangenen Jahren zwar etwas näher gekommen, haben es aber noch immer nicht erreicht“, betonen die drei Vizepräsidentinnen. Darum hat man nun auch ein Fünf-Punkte-Programm ausgearbeitet, für dessen Realisierung man künftig gemeinsam eintreten will. Das Fünf-Punkte-Programm im Überblick:

  • Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag: Die frühkindliche Betreuung und Bildung erfüllt zwei wesentliche Funktionen: Sie unterstützt die elterliche Arbeitsmarktteilnahme und fördert die Kindesentwicklung. „Darum setzen wir uns für einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag ein. Allen Kindern soll ein Platz in einer elementaren Bildungseinrichtung zur Verfügung stehen", betont Lechner.

  • Ausbau des Kinderbetreuungsangebots sowie Ausbildungsoffensive im Bereich der Elementarpädagoginnen und -pädagogen: Im Zehnjahresvergleich verzeichnet man zwar große Zuwächse bei den Betreuungszahlen der 0- bis 2-Jährigen. So auch in der Steiermark (+161,3 Prozent), dennoch werden gerade in diesen beiden Bundesländern noch immer anteilsmäßig die wenigsten Kinder unter drei Jahren in Kindertagesheimen betreut (15,6 Prozent). Der Österreich-Durchschnitt liegt mit 26,5 Prozent deutlich darüber. „Es braucht eine flächendeckendes, flexibles und vor allem leistbares Kinderbetreuungsangebot von Schladming bis Bad Radkersburg. Dafür muss es Ressourcen seitens der öffentlichen Hand  geben“, betont Berger. Darüber hinaus brauche es auch ausgedehnte Öffnungszeiten und weniger Schließtage im Jahr, das Angebot müsse hier mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern kompatibel sein. „Und wir müssen in Ausbildungsqualität investieren, der Beruf von Elementarpädaginnen und -pädagogen muss dringend aufgewertet werden, was auch eine auch eine bessere Entlohnung miteinschließt“, so Berger.

  • Chancengleichheit in den Regionen: Der Ausbau digitaler Infrastruktur, aber auch ein breites Unterstützungsnetzwerk für die Pflege sind wesentlich, um jungen Frauen am Land Perspektiven zu bieten. Großen Handlungsbedarf sehen die Vizepräsidentinnen beim Ausbau des schnellen Internets bis zur Bergspitze, dieses ist sowohl für die gewerbliche Wirtschaft als auch für die Landwirtschaft ein entscheidender Produktionsfaktor. „Fehlt dieser, verliert das Land“, betont Pein: „Arbeitsplätze im ländlichen Raum müssen gleich attraktiv sein wie im urbanen Raum, wenn wir eine weitere Abwanderung verhindern wollen." In den vergangenen drei Jahren hat der ländliche Raum jährlich zwischen 1.500 und 1.800 gut ausgebildete junge Frauen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren allein an die Landeshauptstadt Graz verloren. Darüber hinaus sei ein breites Unterstützungsnetzwerk bei der Pflege notwendig, um  Frauen zu entlasten: „Vor allem pflegende Angehörige brauchen Erleichterungen durch ein besseres Angebot für die Kurzzeitpflege, eine Pflege-Auszeit sowie verbessertes Angebot an mobilen Diensten sowie anderen Pflegediensten." Berger ergänzt: „Auch der Ausbau der stundenweisen Entlastung durch mobile Dienste, bei Bedarf auch während der Nachtstunden, sowie der Tagesbetreuung könne pflegende Angehörige wirksam entlasten.“

  • Junge Frauen stärken für die Notwendigkeiten einer modernen Arbeitswelt: In vielen technischen Berufen gibt es – auch in Zeiten von Corona – einen Fachkräftemangel. Berufe, in denen Frauen oftmals unterrepräsentiert sind. „Vielfach fehlt der Mut oder auch einfach auch nur eine helfende Hand, die junge Frauen hier ermutigt, neue Wege in der Ausbildung zu gehen. Ergänzend zu unserem Talentcenter würden wir uns darum ein spezielles Coaching-Angebot für junge Frauen an Schulen wünschen“, erklärt Lechner. Die AK Steiermark führt aus diesem Grund jedes Jahr den Girls Day durch. „Weiters bieten wir die TUit-Workshops in Kooperation mit der TU als Sommerbetreuungsprogramm für Mädchen an. Über das ganze Jahr gibt es für Schulen Robotik-, Elektro- und Metall-Workshops“, schildert Berger. Im Rahmen der AK-Bildungsberatungen mit Interessentestungen werden Mädchen bzw. junge Frauen auch besonders auf Ausbildungen im technischen Bereich und über die guten Chancen am Arbeitsmarkt informiert.

  • Digitalisierungskompetenzen forcieren: Ob Erwerbstätige oder Unternehmerinnen in der gewerblichen Wirtschaft und der Landwirtschaft: Für sie alle heißt es Digitalisierungskompetenzen erweitern. Die Sozialpartner unterstützen dabei umfangreich. Im Fall der WKO etwa durch die im Vorjahr von „Frau in der Wirtschaft“ ins Leben gerufenen Unternehmerinnenakademie. Diese bietet neben betriebswirtschaftlichen Kompetenzen vor allem einen Schwerpunkt im Bereich Digitalisierungsstrategien, um Unternehmerinnen für die Zukunft bestmöglich zu wappnen. Und so startet im Frühsommer 2021 bereits die zweite Auflage dieses Bildungsangebotes, das von Frau in der Wirtschaft und der Steirischen Wirtschaftsförderung gefördert wird. Breite Unterstützung gibt’s auch für Arbeitnehmerinnen, wie Berger betont: „1.000 Euro bekommen AK-Mitglieder in Elternkarenz auf ein Karenzbildungskonto gutgeschrieben.“ Die Arbeiterkammer Steiermark investiert im Rahmen eines mehrjährigen Schwerpunkts 21,5 Millionen Euro in die digitale Qualifizierung ihrer Mitglieder. Dazu zählen der Digi-Bonus Plus sowie der Projektfonds Arbeit 4.0, der Beschäftigte im Umgang mit der Digitalisierung der Arbeitswelt unterstützt. Von all diesen Fördermaßnahmen profitieren insbesondere auch Frauen. Auch die Landwirtschaftskammer baut das digitale Weiterbildungsangebot in Form von Online-Kursen, Webinaren und Seminaren weiter aus. Die Vorteile: Stressfrei, ohne lange Wege und geringerem Zeitaufwand kann Fachwissen angeeignet werden

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