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Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gefordert

„Es kann nicht sein, dass ein wirtschaftlich so starkes Land wie die Steiermark das Schlusslicht bei Betreuungsplätzen bildet. Es braucht einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag“, so FiW-Landesvorsitzende Gabriele Lechner.  

Pädagogin spielt mit zwei kleinen Kindern.
© Adobe Stock_Africa Studio Insbesondere Frauen wird die flexible und schnelle Rückkehr ins Berufsleben erschwert, weil es an Betreuungsplätzen für die Jüngsten fehlt.

„Das letzte Jahr hat die Problematik fehlender, hochwertiger Kinderbetreuungsplätze massiv vor Augen geführt“, so WKO-Steiermark-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Gabriele Lechner. Doch bereits in den vielen Jahren zuvor zeigte sich, dass diese Lücke, insbesondere bei Kindern unter drei Jahren, den Wiedereinstieg vor allem für Frauen in das Erwerbsleben deutlich erschwerte bzw. verhinderte, so Lechner: „Wir fordern deshalb ein Recht auf Kinderbetreuung – flächendeckend und leistbar – ab dem ersten Geburtstag bis zum 14. Lebensjahr.“ Unverständlich sei, dass „gerade ein wirtschaftlich so starkes Land wie die Steiermark, hier österreichweit im Schlusslichtbereich steht – außerhalb des Ballungszentrums Graz sind Betreuungsplätze für die Jüngsten nach wie vor Mangelware“. 

Gerade am Land haben junge Eltern, insbesondere Frauen, auch wenn sie es wollen, wenig Chancen, wieder gut ins Berufsleben einzusteigen, weil es an Betreuungsplätze für die Jüngsten massiv mangelt.
Gabriele Lechner, Vorsitzende Frau in der Wirtschaft Steiermark


Aber nicht nur das: Die steirischen Regionen hinken hier auch den Barcelona-Zielen, wonach für mindestens 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung stehen sollten, deutlich hinterher, so Lechner. In dieser Gruppe liege die Steiermark insgesamt bei 17 Prozent. Den höchsten Wert hat Graz mit 27,1 Prozent, während etwa Bezirke Weiz 12,9 Prozent oder Murau und das Murtal nur 8,9 Prozent erzielen. Lechner: „In anderen Worten: Gerade am Land haben junge Eltern, insbesondere Frauen, auch wenn sie es wollen, wenig Chancen, wieder gut ins Berufsleben einzusteigen.“ Doch gerade das sei angesichts des virulenten Fachkräftemangels und der Notwendigkeit, den Konjunkturmotor im Land nach der Pandemie wieder anzukurbeln, von großer Bedeutung. „Frauen sind so gut ausgebildet wie noch nie – das unterstreicht auch der Blick auf die starken Gründerinnenzahlen im Land. Doch wird ihnen die flexible und schnelle Rückkehr ins Berufsleben erschwert, weil es an Betreuungsplätzen für die Jüngsten fehlt.“ 


Ausbau sichert Jobs, Einkommen und attraktiviert ländlichen Raum


Investitionen in den Ausbau frühkindlicher Bildung seien gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn für das Land, ist Lechner überzeugt: „Fachkräfte werden gesichert und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Und stabile Erwerbskarrieren garantieren Frauen nicht nur sichere Einkommen, sondern auch höhere Pensionen. Insgesamt steigern sich mit einer höheren Erwerbsquote auch die Steuereinnahmen, die den Sozialstaat garantieren.“ Und flächendeckend ausreichende Kinderbetreuungsplätze würden auch den ländlichen Raum für junge Familien deutlich attraktiveren, so Lechner: „Umso mehr fordert Frau in der Wirtschaft Steiermark deshalb einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag.“

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