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Pyhrn-Schober-Bahn soll ins EU-Kernnetz

Die Strecke soll die Lücke bei den Nord-Süd-Verbindungen im Ostalpenraum schließen – und Graz zum „Brückenkopf“ der neuen Seidenstraße machen.

Das Projekt Tauern-Pyhrn-Schober-Achse“ (TPSA) soll in das TEN-T-Kernnetz aufgenommen werden.
© David Payr Das Projekt Tauern-Pyhrn-Schober-Achse“ (TPSA) soll in das TEN-Kernnetz aufgenommen werden.

Graz als Vorort von Peking? Was utopisch klingt, könnte in einigen Jahrzehnten Wirklichkeit werden. Nämlich dann, wenn die geplante „neue Seidenstraße“ tatsächlich realisiert wird. Und wenn Graz dann im Konzert der großen europäischen Frachtbahnhöfe mitspielt.

Einen wichtigen Schritt hin zu dieser langfristigen Vision hat die Steiermark in dieser Woche gemacht: Vier Bundesländer – neben der Steiermark auch Kärnten, Oberösterreich und Salzburg – priorisieren in einem Schulterschluss mit der „Tauern-Pyhrn-Schober-Achse“ (TPSA) ein gemeinsames Infrastrukturprojekt auf europäischer Ebene. „Damit würden sich für das Exportland Steiermark neue Chancen mit Arbeitsplätzen erschließen. Außerdem wäre das eine weitere wichtige Maßnahme für den Klimaschutz“, erklärte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der politisch Verantwortlichen und der Sozialpartner in der Steiermark (siehe Zitate unten). Ziel der Übung? Die Tauerntrasse (Salzburg-Villach) soll Hauptroute für den internationalen Personenverkehr, die Pyhrn-Schober-Achse für den Güterverkehr werden. In der EU steht nämlich die Evaluierung der „transeuropäischen Verkehrsnetze“ (TEN) auf dem Programm – und Österreich will diese beiden Strecken als TPSA in die nächsten Kernnetzpläne hineinlobbyieren.

„Die Steiermark würde von einer gestärkten Pyhrnachse sehr profitieren“, erklärt Helmut Adelsberger. Der Steirer ist ein europaweit angesehener Verkehrsexperte und war bis vor kurzem für die Entwicklung der TEN-Kernnetze in Brüssel zuständig. Aus seinem Know-how entwickelte sich der Vorschlag, die Tauern- und Pyhrn-Bahn gemeinsam als „Nord-Süd-Korridor“ zu etablieren. Die beiden Strecken brauchen einander auch, um den Anforderungen des EU-Kernnetzes zu entsprechen. „Die Tauernbahn ist für den schweren Güterverkehr zu steil, was jedoch im Personenverkehr kein Problem darstellt. Ihr großer Vorteil ist, dass sie die kürzeste Verbindung zweier wichtiger Kernnetzknoten, nämlich der Millionenstadt München und der Hauptstadt Laibach, ist“, erklärt Adelsberger.

Die Pyhrn-Schober-Strecke stelle dafür die „funktionale Ergänzung“ dar: Die Trasse sei wesentlich flacher als die Tauernbahn und weise lediglich am Schoberpass und an der Südrampe zum Bosruck-Bahntunnel steilere Abschnitte aus. „Das heißt also: Die Tauernachse sollte vornehmlich den hochrangigen Personenverkehr übernehmen, die Pyhrnachse vor allem den schweren Güterverkehr“, so der Experte, der Österreichs Chancen, diesen Vorschlag in Brüssel durchzusetzen, für durchaus realistisch hält. „Die beiden Achsen wären dann auch Teil eines künftigen Kernnetzkorridors, der von Villach bzw. Graz aus über Laibach bzw. Marburg nach Zagreb, Belgrad, Sofia und Istanbul bis nach Athen reicht“, so Adelsberger. Das würde Südosteuropa deutlich besser an Mittel-, West- und Nordeuropa anbinden – und gleichzeitig Südösterreich und hier insbesondere das größte Ballungszentrum in diesem Bereich, Graz, zu einem „Brückenkopf der neuen Seidenstraße“ machen, so der Experte.

Bosruck-Basistunnel muss neu gebaut werden

Um die Vision umzusetzen, sind auch in Österreich jedoch Investitionen nötig. So braucht es auf der Tauernachse eine Trassenverlegung im Pass Lueg (Abschnitt Golling-Sulzau), in der Steiermark einen Neubau des Bosrucktunnels (als Basistunnel) sowie einen zweigleisigen Vollausbau der Strecke Linz-Selzthal. „Die Pyhrnachse ist seit Jahrzehnten der Flaschenhals in der Nord-Süd-Güterlogistik. Nun besteht die Chance, diese Barriere gemeinsam mit der Tauernachse zu durchbrechen“, stellt sich auch WKO-Steiermark-Vizepräsident Benedikt Bittmann hinter das ­Projekt.

Statements 

„Die Tauern-Pyhrn-Schober-Achse ist eine starke europäische Antwort auf die kommenden globalen Herausforderungen.“

Hermann Schützenhöfer
Landeshauptmann

„Die Weiterführung dieser Achse in den Balkanraum und damit eine besser Anknüpfung an Asien ist dringendst anzustreben.“

Benedikt Bittmann
WKO-Vizepräsident

„Die Aufwertung der Pyhrn-Schober-Achse ist eine einzigartige Chance.“

Michael Schickhofer
Landeshauptmann-Stellvertreter

„Wir müssen die Tauern-Pyhrn-Schober-Achse ins Kernnetz bringen.“

Anton Lang
Verkehrslandesrat

„Die Stärkung der Bahn bringt eine Entlastung für die Autobahnen.“

Alfred Nagelschmied
Landesverkehrsabteilung

„Leistungsfähige Transport-Korridore sind die Basis für Standorte.“

Franz Kainersdorfer
Vizepräsident IV Steiermark

„Der Ausbau verbessert auch den regionalen Personenverkehr.“

Gernot Acko
Vizepräsident AK Steiermark

„Die Aufnahme ins Kernnetz bringt und erhält steirische Arbeitsplätze.“

Horst Schachner
ÖGB-Vorsitzender Steiermark

Von Klaus Krainer.

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