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Vom Punk-Rocker über Red Bull zum Unternehmer

Markenexperte Christoph Riebenbauer im Gespräch, warum es Authenzitiät und echte Emotionen für die Brand-Love braucht.

Christoph Riebenbauer
© Matthias Heschl Christoph Riebenbauer war nach seiner aktiven Musikkarriere Head of Global Music Marketing bei Red Bull und hat sich vor knapp einem Jahr mit seiner Beratungsagentur selbständig gemacht.

Von Graz aus auf die größten Punk-Rock-Bühnen der Welt zum Head of Global Music Marketing bei Red Bull und jetzt Unternehmer. Klingt nach einer alles anderen als alltäglichen Vita. Wie kam es dazu?

Christoph Riebenbauer: Ich bin in Graz aufgewachsen und konnte dort schon als Jugendlicher meine Leidenschaft für den alternativen Rock-Bereich ausleben. Wir haben also die Punkband „Red Lights Flash“ gegründet und sicherten uns 1999 den ersten Plattenvertrag in England. Ohne Management im Hintergrund habe ich das Touren-Buchen und Band-Vermarkten selbst übernommen. 2002 unterschrieben wir den ersten Plattenvertrag in den USA und starteten 2003 auf der „Vans Warped Tour“ – die 20 Jahre lang die größte Rocktour in den Vereinigten Staaten war. Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt, hier habe ich gesehen, wie Künstler und Unternehmen bzw. deren Marken in strategisch gut geplanten Kooperationen gleichermaßen profitieren. Das hat in mir den Wunsch geweckt, selbständig zu werden.

Sie haben Ihre erste Agentur dann in Graz gegründet…

Riebenbauer: Genau, Graz war ja nicht nur meine Heimat, die Stadt hatte schon damals, 2007, eine große Kreativwirtschaftsszene. Ich entschloss mich also, meine Musikerkarriere ad acta zu legen, habe ein Marketing-Masterstudium gemacht und meine kleine Musikmanagement- und Consulting-Agentur gestartet. Dort wurde dann Red-Bull auf mich aufmerksam. So wurde ich vom Musiker on Tour zum Unternehmer in Graz und schließlich zum Musikmarketing-Verantwortlichen im globalen Red Bull-Konzern. Und jetzt bin ich wieder ein „Start-up“.

Wie viel „Punk-Rocker“ steckt noch im Berater?

Riebenbauer: Optisch nicht mehr viel – aber in meiner Arbeit profitiere ich natürlich stark von meinen Learnings als Musiker, der Kooperationen sucht und braucht, wie auch von meinen Erfahrungen als Marketingmanager eines Unternehmens, das in der Zusammenarbeit mit Künstlern die eigene Marke stärkt. 

Was braucht es, um eine Marke erfolgreich zu machen?

Riebenbauer: Egal ob Künstler oder Unternehmen – es geht immer darum, beim Kunden Emotionen auszulösen. Und das kann man nur, wenn man ehrlich ist. 

Was meinen Sie damit?

Riebenbauer: Die erfolgreichsten Marketingkampagnen sind die, wo eine echte Story dahintersteht, die nicht gekünstelt oder gefaked ist. Denn das merken die Kunden rasch. Nur wenn man authentisch ist, wenn man als Unternehmen auch ganz genau weiß, warum man etwas macht, kann man diese Geschichte auch glaubwürdig erzählen. Das gilt für alle Größen, egal ob Weltkonzern oder regionales KMU. Wenn ich etwa ein Familienbetrieb mit langer Tradition bin, dann kann ich hier doch aus einem wahren Füllhorn an echten Geschichten schöpfen und damit Bilder und Gefühle bei meinen Kunden auslösen, die viel nachhaltiger wirken als eine schnelle, hippe Story, hinter der ich mit meinem Unternehmen gar nicht stehe.

Kunden kaufen also das „Warum“ und nicht das Produkt?

Riebenbauer: Genau darum geht es. Eine Marke ist immer das Resultat einer Beziehung zwischen Produkt und Kunde. Deshalb muss ich auch meine Zielgruppe genau kennen, ich muss wissen, wie sie lebt, wie sie kommuniziert und interagiert. Nur so kann ich zum richtigen Zeitpunkt Relevanz erzeugen, nur so gewinne ich neue Kunden, nur so kann sich Brand-Love entwickeln. Und diese ist der Humus, auf dem das Unternehmen wachsen kann.

Das zu erreichen braucht aber auch Zeit…

Riebenbauer: Die muss man sich nehmen, denn Strategien zur Markenbildung sind nur dann erfolgversprechend, wenn sie langfristig ausgelegt sind. Wenn ständig hin und her gewechselt wird, wenn zu viele Schnellschüsse passieren, weil man glaubt, immer neuen Trends folgen zu müssen, kann man nie echte Glaubwürdigkeit bei seinen Kunden erlangen. Oder anders gesagt: Marketing makes promises – the brand keeps them.

Sie sprechen von Brand-Love. Was genau ist darunter zu verstehen? 

Riebenbauer: Das sind eben jene Produkte, die es schaffen, Menschen mitunter ihr ganzes Leben lang zu begleiten. Weil sie damit etwas Persönliches verbinden. Für die einen ist es eine Automarke oder ein Turnschuh, für andere ist es Mode und für wieder andere kann es ein Küchengerät, Elektronik, ein Werkzeug oder auch ein bestimmtes Lebensmittel sein. Allen gemein ist, dass es um Emotionen geht – und deshalb sind Kooperationen mit Künstlern bei Marken so zielführend, denn was löst stärkere Reize in Menschen aus als Musik?

Und was ist Ihre Love-Brand?

Riebenbauer: Fender-Gitarren. Die erste habe ich mir als Jugendlicher zusammengespart, als ich Kurt Cobain – damals kam gerade Nevermind heraus – darauf spielen sah. Diese Marke begleitet mich seitdem, erst vor wenigen Tagen habe ich mir wieder eine gekauft.


Zur Person:

Christoph Riebenbauer hat nach vielen Jahren als Musiker und Verantwortlicher im internationalen Marketing vor knapp einem Jahr das Beratungsunternehmen „BRANDxCULTURE RIEBENBAUER “ gegründet. Infos: https://www.riebenbauer.cc


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