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Personalmangel als Gefahr

In allen Bezirken geht die Zahl der steirischen Arbeitslosen deutlich nach unten – doch das Problem des Personalmangels bleibt weiter virulent.

Bewerbungsmappe auf einem Schreibtisch
© AdobeStock_ehrenberg In den letzen Monaten wurden wieder mehr Bewerbungen verschickt – doch es mangelt weiter an genügend Personal in den heimischen Betrieben.

Durchschnaufen ist nach den jüngsten Zahlen des AMS angesagt: Vorerst scheint die Corona-Pandemie und die wohl größte Krise der zweiten Republik gebannt, in ganz Österreich ist die Zahl der Arbeitslosen im Sinkflug. In der Steiermark waren im Juni 31.025 Menschen arbeitslos gemeldet, 8.664 befanden sich in Schulungen. In Summe waren 39.689 Steirer ohne Job, erstmals seit Oktober 2019 lag man unter der 40.000er-Marke. In bereits fünf der 15 Arbeitsmarktbezirke, nämlich Feldbach, Judenburg, Liezen, Murau und Weiz, liegen wir bezüglich der Arbeitslosigkeit unter dem Wert von 2019“, erklärt der Landesgeschäftsführer des AMS Steiermark, Karl-Heinz Snobe.

Aber auch der Vergleich des Halbjahresschnitts (Jänner bis Juni 2020 und 2021) sorgt in den Bezirken für Freudensprünge:

So gab es in Deutschlandsberg in den ersten sechs Monaten im Schnitt 1.824 Arbeitslose, ein sattes Minus von 22,9 Prozent. „Man sieht, dass es eindeutig bergauf geht. Das Problem des Arbeitskräftemangels ist für unsere Betriebe aber weiterhin eklatant“, sagt Manfred Kainz, Obmann der WKO-Regionalstelle. Die jüngste Verschärfung der Regierung (das AMS soll wieder verstärkt kontrollieren und sanktionieren) sieht Kainz wohlwollend: „Über strengere Zumutbarkeitskriterien gehört diskutiert – nicht um jemandem etwas wegzunehmen, sondern um vernünftige Leistungsanreize zu setzen und Menschen, die arbeiten können, wieder in die Arbeitswelt zu bringen.“

In Bruck-Mürzzuschlag zählte man in den ersten sechs Monaten im Schnitt 3.227 Arbeitslose, das ist ein Minus von 14,2 Prozent. Sucht man das Haar in der Suppe, so verzeichnet die Industrieregion den geringsten Arbeitslosen-Rückgang aller Bezirke. Für Erwin Fuchs, Obmann der WKO-Regionalstelle, ist das eine logische Folge. „Wir haben viele exportorientierte Betriebe, bei denen der Markt viel später angezogen hat. Meiner Meinung nach werden die Zahlen in den nächsten Monaten noch besser werden, wenn die Industrie weiter so anzieht.“ Ein Problem sieht er aber: „Es sind viele Leute aus der Gastronomie in die Industrie gegangen, die dort jetzt fehlen.“

In Liezen gab es in den ersten sechs Monaten im Schnitt 2.557 Arbeitslose – ein sattes Minus von 19,9 Prozent. „Die sehr niedrige Arbeitslosenquote signalisiert einen Konjunkturaufschwung, womit aber auch der Fachkräftemangel steigt. Dazu gibt es definierte Maßnahmen, die so rasch als möglich umgesetzt werden müssen, da die Verfügbarkeit von Fachkräften eine Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Wohlstand ist. Verstärkte Aus- und Weiterbildung insbesondere im Lehrlingsbereich ist bereits einer unserer wichtigen Beiträge“, so Egon Hierzegger, Obmann der WKO-Regionalstelle Enns-tal-Salzkammergut.  

In der Landeshauptstadt (inkl. Graz-Umgebung) zählte man im selben Zeitraum im Schnitt 18.926 Arbeitslose, das ist ein sattes Minus von 14,5 Prozent. „Es tut gut zu sehen, wie rasch die Wirtschaft anzieht. Insbesondere der Vergleich zu 2019 zeigt, dass wir uns wieder dem ‚Vor-Corona‘-Niveau annähern“, weiß Paul Spitzer, Obmann der WKO-Regionalstelle Graz: „Mit den weniger werdenden Arbeitslosen am Markt nimmt auch der Arbeitskräftemangel wieder dramatisch zu. Egal, welche Branche und welches Ausbildungsniveau – fast überall werden derzeit Mitarbeiter gesucht.“ Das unterstreicht auch Michael Hohl, Obmann der WKO-Regionalstelle GU: „Der Bezirk hat ein Arbeitskräfte-, aber kein Arbeitslosenproblem. Wir müssen also die soziale Hängematte deutlich unbequemer machen.“ Nachsatz: „Immer mehr Betriebe berichten von einem massiven Personalmangel. Aufträge können nicht mehr termingerecht ausgeführt werden. Gerade jetzt nach der Corona- und damit einhergehenden Wirtschaftskrise ist es wichtig, dass Betriebe über das nötige Humankapital verfügen.“

Der Thermenbezirk Hartberg-Fürstenfeld verbuchte in den ersten sechs Monaten im Schnitt 2.552 Arbeitslose, das bedeutet ein Minus von 28,7 Prozent. Für Herbert Spitzer, Obmann der WKO-Regionalstelle, geht es in die richtige Richtung: „Gerade im Bereich Handwerk und Bau hat es jetzt merklich angezogen.“ Die Kehrseite der Medaille ist Spitzer aber auch bewusst: „Nicht wenige sind in der sozialen Hängematte liegengeblieben – daher müssen wir Anreize schaffen, um die Leute wieder zurück ins Arbeitsleben zu holen.“ Eine Idee hat Spitzer in seinem Unternehmen bereits umgesetzt: „Wir haben kleine Büros in anderen Städten wie Wiener Neustadt oder Graz eröffnet und haben dadurch einen neuen Kreis an Mitarbeitern bekommen. Das könnte ein zukünftiges Modell sein, wenn es zur Struktur des jeweiligen Unternehmens passt.“     

Leoben zählte im Schnitt 1.851 Arbeitslose – was ein Minus von 17,1 Prozent bedeutet. „Mit Anspringen der Konjunktur wird der Fachkräfte-, aber auch generell der Arbeitskräftemangel für die Betriebe spürbar und könnte ein Hemmschuh für weiteres wirtschaftliches Wachstum sein. Umsatzeinbußen, Ablehnung von Aufträgen, Einschränkungen des Leistungsangebotes sind die Folgen. Mit der Pensionierung der ‚Babyboom-Generation‘ wird sich diese Situation noch verschärfen“, prophezeit Elfriede Säumel, Obfrau der WKO-Regionalstelle. In der Region wird bereits gehandelt – Säumel dazu: „Die Region ist bemüht, ihre Stärken, wie beispielsweise Top-Karrierechancen und höchste Lebensqualität, über die eigenen Grenzen bekannt zu machen.“

In Murau und dem Murtal gab es im ersten Halbjahr im Schnitt 2.932 Arbeitslose – macht ein Minus von 23,7 Prozent. „Die Dynamik am regionalen Arbeitsmarkt hat deutlich zugenommen. Der Rückgang an Arbeitslosigkeit betrifft Personen aller Zielgruppen. Weiter ungebrochen hoch ist aber die Anzahl der offenen Stellen, die nicht besetzt werden können, und so gehen Wachstumschancen verloren“, sagt Norbert Steinwidder, Obmann der WKO-Regionalstelle. Sein Ansatz ist: „Der mit viel öffentlichem Geld angetriebene Aufschwung schwächelt. Die Frage der Fachkräfteausbildung und ihre Wertigkeit müssen daher dringend aufgegriffen werden und die Stärkung der Lehre zu einer Kernstrategie der Wirtschaftspolitik erhoben werden.“

In den ersten sechs Monaten des Jahres zählt man in der Südoststeiermark im Schnitt 2.093 Arbeitslose – macht Minus von 33,4 Prozent. Steiermarkweit stand nur der Bezirk Weiz bei diesem Ranking besser da. Geht es nach Günther Stangl, Obmann der WKO-Regionalstelle, könnte die Region sogar noch besser dastehen. „Damit die offenen Stellen mit guten Bewerbern besetzt werden können, muss sich Leistung stärker lohnen. Zusätzlich ist es entscheidend, dass man durch die Arbeit etwas beitragen kann und dass der Wert der Fachausbildung für das ganze Leben Bedeutung hat.“ Ein Lob hat Stangl bei der Lehrlingsausbildung parat: „Hier wird im Bezirk über dem Durchschnitt ausgebildet – so wirken Betriebe dem Fachkräftemangel entgegen.“

In Leibnitz gab es in den ersten sechs Monaten im Schnitt 2.981 Arbeitslose – das ist ein Minus von 21,8 Prozent. Johann Lampl, Obmann der WKO-Regionalstelle Südsteiermark, freut sich, dass es in „seinem“ Tourismusbezirk nun wieder nach oben geht. „Die Wirtschaft hat wieder Fahrt aufgenommen. Klar ersichtlich ist dies an der großen Nachfrage nach Arbeitskräften und der im Bezirk Leibnitz stark gesunkenen Arbeitslosigkeit.“ Bei der Suche nach weiteren Arbeitskräften seien nun aber auch die Regierung  und das AMS gefordert, wie Lampl betont: „Die Arbeitsmarktpolitik hat nun an vielen Stellschrauben zu drehen.“

In Voitsberg verzeichnete man im Schnitt 1.324 Arbeitslose - macht ein Minus von 23,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Arbeitslosenzahlen im Bezirk sind nahezu auf dem Vor-Pandemie-Niveau, es fehlt aber trotz intensivster Bemühungen des AMS an Arbeitswilligen“, sieht es Peter Sükar, Obmann der WKO-Regionalstelle. Die Gründe sind ihm klar: „Die soziale Hängematte hängt viel zu tief und die Sozialleistungen werden leider viel zu sehr mit der Gießkanne über Arbeitsfähige gegossen. Damit wird niemand dazu angehalten werden, für seinen Lebensunterhalt selbst verantwortlich zu sein und (Arbeits-)Leistung dafür zu erbringen.“

Und in Weiz zählte man im Schnitt 1.559 Arbeitslose – macht ein Minus von 40,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bedeutet den Bestwert aller Bezirke. Mit Platz eins gehen aber auch Sorgen einher, wie Vinzenz Harrer, Obmann der WKO-Regionalstelle, betont: „Der Arbeitsmarkt im Bezirk Weiz ist praktisch leergeräumt und unsere Betriebe können Aufträge zum Teil nicht mehr annehmen, da die Mitarbeiter fehlen. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Arbeitskräftepotenzial in der Region bei einer Arbeitslosenrate von 2,8 Prozent ausgeschöpft ist. Ein gegenseitiges Abwerben bringt keinen einzigen Mitarbeiter mehr in die Region. Deshalb werden wir um eine geordnete Zuwanderung nicht herumkommen – auch aus den Großstädten mit hoher Arbeitslosigkeit, wie Wien oder Graz.“












           









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