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Perfekte Paketlösung aus Graz

Trotz cleverster Logistiksysteme müssen Packerl noch immer händisch aus dem Lkw gehoben werden - Grazer finden die Lösung.

Bücken, aufheben, ablegen - und das zwischen 800 und 1.000 Mal: So viele Packerl fasst ein Lkw-Container, und so viele Pakete müssen beim Entladen am Logistikzentrum auch händisch herausgehoben werden. Kaum zu glauben, dass es in Zeiten ausgeklügelster Hightech-Logistiklösungen und feinster Robotik noch immer so viel anstrengende Körperkraft im Packerltransfer benötigt. "Im Gegensatz zu Palettenware, die mit dem Hubstapler einfach von A nach B transportiert werden kann, sind Pakete einfach zu unterschiedlich. Sie sind immer einzeln im Container, sind verschieden groß und sind mitunter nicht einmal Packerl, sondern nur Säcke", erklärt der Grazer Ingenieur Andreas Wolfschluckner. "Da kam man allen technischen Errungenschaften zum Trotz bislang nicht an Handarbeit vorbei." Die Betonung liegt hier auf "bislang", denn Wolfschluckner hat nach dreijähriger intensiver Forschungs- und "Paket-Fall-Simulationsarbeit" an der TU Graz nun einen Prototyp am Start, der dieses zeit- und kraftraubende Nadelöhr in der Paketlogistik schließen wird.

Zeit- und Kostenersparnis

"Es ist damit weltweit zum ersten Mal möglich, per Knopfdruck Stückgüter innerhalb weniger Minuten aus Containern raus und aufs Förderband hinauf zu bringen", erzählt Wolfschluckner. Möglich machen das ein einfach nachrüstbares und kostengünstiges Gurtsystem für Container und ein stationäres Modul, das sich schnell an den Lkw ankoppeln lässt. "Die Pakete werden vom Gurt im Pulk automatisch aus dem Container geschoben und danach flächig auf unserem Fördersystem verteilt. Dieses wird ans bestehende Sortiersystem gekoppelt und die Pakete damit rasch in die weitere Prozesskette integriert". Was nicht nur Zeit, sondern auch Kosten spart. Denn im Schnitt brauche ein Mitarbeiter für eine Lkw-Entladung bei idealen Bedingungen gut eine bis eineinhalb Stunden, weiß Wolfschluckner. Das von ihm mit seinem Kollegen Matthias Fritz entwickelte System schaffe das in 15 Minuten. Kein Wunder also, dass bereits die österreichische Post mit an Bord ist und die jungen Forscher in ihrer Arbeit unterstützt. Ein Umstand, der Wolfschluckner besonders motiviert: "In einem größeren österreichischen Postverteilzentrum reden wir von mehr als 380.000 Paketen in der Woche. Das sind 20 Millionen Stück im Jahr. Da würde unsere Erfindung wirklich gute Dienste tun."


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
redaktion.stwi@wkstmk.at

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