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Andere Länder, andere Strategien

Im Kampf gegen die Pandemie gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen. Wir werfen einen Blick darauf, wie verschiedene Staaten rund um den Globus agieren.

Weltkugel und Virus
© Adobestock, Thaut Images 271 Millionen Menschen weltweit haben sich bisher mit dem Virus angesteckt.

In einem Zeitraum von fast zwei Jahren Corona-Pandemie hat sich das Virus überall auf der Welt ausgebreitet. Während manche Länder aufs Massivste getroffen wurden, sind andere bisher vergleichsweise gut davongekommen. Ein Rundruf bei den Wirtschaftsdelegierten jener Länder, die auffallen, gibt Einblick in unterschiedliche Eigenheiten und Strategien in der Virusbekämpfung. Die Auswirkungen von Omikron in den nächsten Wochen und Monaten sind allerdings noch weitgehend unklar.

Wie rasch ein Land vom Musterbeispiel für niedrige Inzidenz zum Pandemie-Hotspot werden kann, zeigte sich zuletzt in Südafrika, wo noch im November die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im einstelligen Bereich lag – bis zum Auftauchen von Omikron. „Im Zentrum  steht die Provinz Gauteng mit den Millionenmetropolen Johannesburg und Pretoria“, berichtet Martin Meischl, Wirtschaftsdelegierter in Johannesburg. „Omikron hat Delta innerhalb von nur zehn Tagen komplett verdrängt und ist nun die dominierende Variante.“ In dem 60 Millionen Einwohner zählenden Land wurde nun eine Impfinitiative für alle Über- Zwölfjährigen ausgerufen. „Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern steht ausreichend Impfstoff zur Verfügung“, so Meischl. „Allerdings herrscht in der Bevölkerung große Impfskepsis, sodass eine Impfpflicht angedacht wird.“ Besonders hart durch Omikron getroffen sei die Tourismusindustrie, und auch der südafrikanische Währung Rand ist einen Tag nach Bekanntwerden der Mutation stark eingebrochen.

Während die 7-Tages-Inzidenz in Österreich um den 25. November einen Höchststand von 1.094,5 erreichte, lag man in Portugal bei 171,2 und in Spanien bei 94,4. Auf der Iberischen Halbinsel setzte man vor allem auf eines: Impfen. So liegt in Spanien die Impfquote der Über-Zwölfjährigen bei 90 Prozent. „Die Erfahrungen mit der Pandemie vor der Verfügbarkeit des Impfstoffes waren so traumatisch, dass ein gesellschaftlicher und politischer Konsens über Nutzen und Notwendigkeit der Impfung besteht“, berichtet Ernst Kopp, Wirtschaftsdelegierter in Madrid. Derzeit sei die Kampagne für den dritten Stich voll am Laufen, auch Kinder ab fünf Jahren werden geimpft. Und auch in Portugal akzeptierte die Bevölkerung die Impfung von Anfang an, die dritte Impfung läuft. „Portugiesen sind sehr pragmatisch und diszipliniert“, so Esther Maca, stellvertretende Wirtschaftsdelegierte in Lissabon. „Die Covid-Sicherheitsmaßnahmen waren durchgehend streng, klar und einheitlich und sind den Menschen in Fleisch und Blut übergegangen.“

Kulturelle Unterschiede

„In den  nordischen Ländern setzt man mehr auf Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme als hierzulande“, berichtet Martin Glatz, Wirtschaftsdelegierter in Stockholm. „Proteste gegen Maßnahmen gibt es nicht.“ In Norwegen und Finnland  habe es immer wieder ähnliche Einschränkungen wie in Österreich gegeben – mit Ausnahme der vierten Welle, die es dort nicht gab. Schweden ist hingegen von Anfang an einen eigenen Weg gegangen: „Es gab keine Einschränkungen, nur vorsichtige Empfehlungen, und auch heute trägt kaum jemand Maske“, so Glatz. Anfangs habe dies allerdings viele Todesopfer gefordert. Wirtschaftlich gesehen seien die nordischen Länder wesentlich besser durch die Pandemie gekommen als Österreich. Die Ursache dafür sieht Glatz in der gut umgesetzten Digitalisierung, im Vertrauen der Menschen in die Institutionen, in flachen Hierarchien in der Arbeitswelt sowie dem schon vor der Pandemie etablierten Homeoffice. Zudem sei der Tourismus nicht so bedeutend wie in Österreich. 

Australien und Neuseeland haben im März 2020 ihre Grenzen dicht gemacht und verfolgten eine Covid-Eliminierungsstrategie, die schon bei kleinen Ausbrüchen zu harten Lockdowns führte. „Mit Auftreten der Delta-Variante im Juni 2021 musste die bis dahin erfolgreiche Strategie zumindest in den australischen Bundesstaaten New South Wales und Victoria aufgegeben werden“, so Karl Hartleb, Wirtschaftsdelegierter in Sydney. Ein in mehreren Bundesstaaten verhängter Lockdown wurde nach Erreichen von hohen Impfzielen für geimpfte Personen schrittweise beendet, die inneraustralischen Grenzen sollen wieder geöffnet werden. Die Impfrate in Australien liegt derzeit bei über 88 Prozent, in manchen Bundesstaaten bei über 90 Prozent (Über-Zwölfjährige).

„Die Infektionszahlen in Japan lassen sich mit jenen in den EU-Ländern kaum vergleichen,  symptomfreie Personen werden nur in Ausnahmefällen getestet“, weiß Ingomar Lochschmidt, Wirtschaftsdelegierter in Tokio. Geschäfts- und Restaurantschließungen, der spärliche direkte Umgang der Japaner miteinander und allgegenwärtiges Maskentragen hätten fünf Infektionswellen nicht verhindern können, so Lochschmidt. „Der Gamechanger in Japan war die Impfrate von knapp 80 Prozent.“ Trotz der Entspannung der Lage seit dem Sommer gibt es weiterhin ein striktes Einreiseverbot für Ausländer.

In Israel begann man bereits Ende Juli, als erstes Land weltweit, mit der Verabreichung von Booster-Impfungen. „Die Effektivität der Drittimpfung wurde in klinischen Studien nachgewiesen und Israel konnte so die dritte Welle brechen“, erklärt Markus Haas, Wirtschaftsdelegierter in Tel Aviv. Seit 21. November werden auch Kinder ab fünf Jahren geimpft. So war die Zahl der Neuinfektionen seit Mitte September rückläufig, wobei nun wieder ein leichter Antstieg verzeichnet wird. Das Gesundheitssystem ist völlig digitalisiert, Daten sind nahezu in Echtzeit abrufbar. 

„Präsident Bolsonaro ist in Brasilien zwar durchaus populär, von seiner Impfskepsis lässt sich aber kaum jemand anstecken“, so Klaus Hofstadler, Wirtschaftsdelegierter in Sao Paulo. Die Impfbereitschaft sei hoch und fanatische Impfgegner müsse man mit der Lupe suchen. Grund dafür sei der Föderalismus: Gouverneure und Bürgermeister seien großteils vehemente Impfbefürworter. „Zudem hat das öffentliche Gesundheitssystem in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erfolgreiche Impfkampagnen durchgeführt, etwa gegen Gelbfieber. Auch für mögliche adaptierte Auffrischungsimpfungen ist das Land  gut gerüstet“, so Hofstadler.

Zahlen & Fakten

  • 271 Millionen bestätigte Covid-19-Infektionen wurden bisher weltweit verzeichnet, das sind rund 34.700 Fälle je einer Million Menschen.
  • 5,3 Millionen Menschen sind weltweit seit Ausbruch der Pandemie Ende 2019 an einer Covid-19-Infektion verstorben.
  • 8,5 Milliarden Impfdosen gegen Covid-19 wurden weltweit bereits verabreicht, 3,63 Milliarden Menschen gelten als vollständig geimpft.

Von Petra Mravlak

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