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Onlinehandel knackt die Milliardengrenze

Erstmals haben die Steirer mehr als eine Milliarde Euro beim Shoppen im Internet ausgegeben. Und das sei erst der Anfang, sagen die Handelsprofis.

1.030 Millionen Euro haben die Steirer 2018 fürs Online-Shopping im In- und Ausland ausgegeben.
© burdun stock.adobe.com 1.030 Millionen Euro haben die Steirer 2018 fürs Online-Shopping im In- und Ausland ausgegeben.

570.000 Steirer shoppen regelmäßig per Klick im Internet, und das tun sie mit 21 Prozent auch höchst gerne per Smartphone. Insgesamt hat man hierzulande damit im letzten Jahr erstmals mit 1.030.000.000 Euro die Milliardengrenze geknackt. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es „nur“ 330 Millionen Euro. Diesen permanent starken Trend zum Onlineshopping, den die KMU Forschung Austria nun im Zuge der Halbjahresbilanz des steirischen Handels präsentierte, unterstreichen auch die heimischen Händler.

Noch Luft nach oben

„Es hat keinen Sinn, hier die Augen zu verschließen – der Einkauf im Netz ist die Zukunft“, betont etwa Niceshops-Gründer Roland Fink: „Auch wenn eine Milliarde Euro nach viel klingt, hier ist noch reichlich Luft nach oben. Wir liegen in Österreich oder auch in Deutschland vielleicht bei elf bis zwölf Prozent Online-Anteil – in China werden bereits 30 Prozent der Einkäufe im Netz erledigt.“  

Und Fink weiß, wovon er spricht: Knapp eine Million Kunden besuchen monatlich seine digitalen Shops, bis zu 7.450 Bestellungen werden täglich versandt – macht  mehr als 960.000 Pakete im Jahr, die das niceshops-Logistikcenter in Feldbach verlassen. „Schon im Geschäftsjahr 2017/18 konnten wir 41 Prozent zulegen, im ersten Halbjahr 2019 waren es bereits 49 Prozent“, verweist Fink auf den einen, aus seiner Sicht wesentlichsten Punkt: „Die Kunden wollen es ganz einfach bequem haben.“ Und wer sich hier etwas einfallen lasse, um diesem Bedürfnis zu entsprechen, der könne – vornehmlich auch zu seinem stationären Business – sehr gut am immer größer werdenden Online-Kuchen mitnaschen. „Früher ist ja auch der Bäcker am Land in der Früh von Haus zu Haus gefahren, um das Brot zu bringen“, erinnert Fink daran, dass selbst Lebensmittel-Lieferservices eigentlich nichts Neues sind. 

Mehr Benefits

Ein weiterer Benefit des Onlinshops sei die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. Ominchannel-Services bedienen hier umfassend, ergänzt Gernot Ortoff, E-Commerce-Leiter bei Kastner & Öhler. Und auch der virtuelle Vorabvergleich – den viele Händler fürchten – kann durchaus gut fürs Business sein, wie Martin Buritsch, der mit Brickcomplete eine der größten Auswahlen an Lego-Produkten im deutschsprachigen Raum  von Gleisdorf aus vertreibt, weiß: „Off- und Onlinehandel müssen verschmelzen. Der Kunde wählt zu Hause Produkte aus, möchte aber dann oft seine endgültige Wahl im Geschäft treffen.“ 

Mehr Fairness 

„Onlineshopping ist eine enorme Chance für unsere Händler, aber auch eine ebenso große Herausforderung“, bekräftigt Spartenobmann Gerhard Wohlmuth in diesem Zusammenhang. So sei der Kauf per Klick jenseits der Grenzen – bereits 47 Prozent der Steirer shoppen online im EU-Ausland ein – hier das größte Problem. Wohlmuth: „Heimische Betriebe sehen sich im Netz einer immer stärker werdenden Konkurrenz aus dem Ausland gegenüber, die über die Billigschiene fahren, weil sie weder im Lohn- und Abgabenbereich noch bei den Sozialstandards Vergleichbares zu leisten haben.“ Deshalb setze sich der österreichische Handel auch vehement für faire Spielregeln für alle auf EU-Ebene ein.

Mehr Wachstum

Bezug nehmend auf die weiteren Erhebungen der KMU Forschung Austria für die ersten sechs Monate des Jahres, hat Wohlmuth eine weitere, erfreuliche Nachricht parat: „Hier konnte der steirische Einzelhandel ein nominelles Umsatzplus von 1,6 Prozent erreichen.“ In Summe wurden rund 4,1 Milliarden Euro netto erwirtschaftet. „Das ist ein Wachstum über dem Bundesschnitt, der bei einem Prozent liegt“, so der Obmann. Und das habe auch erfreuliche Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung, hier verzeichne man im ersten Halbjahr ein Plus von 1,4 Prozent. „Das bestätigt einmal mehr, dass der Handel ein wichtiger und attraktiver Arbeitgeber ist.“  

Stimmen zum Online-Handel

Gernot Ortoff, Online Marketing & E-Commerce bei K&Ö:

„Wir bei Kastner & Öhler und Gigasport sehen seit dem Start unseres Online-Shops im Jahr 2014 jährlich einen sehr starken Zuwachs. Vor allem wächst bei unseren Kunden das Interesse an Omnichannel-Services, wie beispielsweise  Click & Resere und Click & Collect.“

Martin Buritsch, GF „Brickcomplete“:

„Meine Erkenntnis nach vier Jahren als Spielwaren-Handelsbetrieb, der 95 Prozent des Umsatzes online macht, ist, dass man nur bei entsprechender Spezialisierung überleben kann. Mit einem Bauchladen an Produkten hat man gegen die großen Player am Markt keine Chance.“

Roland Fink, GF Niceshops:

„Im Onlinebereich ist noch reichlich Luft nach oben. Man muss sich nur fragen: Was will der Kunde? Was ist für ihn bequem? So entstehen neue Geschäftsmodelle. Man muss sich eben nur trauen. Mein Tipp: Weniger drumherumreden, sondern die Sache anpacken.“ 

Gerhard Wohlmuth, Spartenobmann Handel:

„Onlinekäufe steigern sich massiv. Umso mehr fordern wir auf europäischer Ebene faire Spielregeln für alle."


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