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Olympia-Spektaktel auf chinesische Art

Das Reich der Mitte steht im Rampenlicht der Olympischen Winterspiele. Ein Blick auf die Wirtschaftsentwicklung im Land.

Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Peking
© Jewel Samad, AFP, picturedesk Megaveranstaltung: Die Eröffnung der 24. Olympischen Winterspiele in Peking

Es waren Gänsehautmomente: Mit seinem spektakulären Sieg im Super-G in Peking ist Matthias Mayer der erste Skifahrer in der olympischen Geschichte, der bei drei Olympischen Spielen Gold holte. Spektakulär ist auch der Austragungsort. So scheute man keine Mühen, auch Regionen, an denen es so gut wie keinen natürlichen Schnee gibt, kurzerhand in ein Wintersportparadies zu verwandeln. Expertise dafür holte man sich auch aus Österreich
(siehe unten). Die Spiele selbst finden in einer Parallelwelt statt: Athleten, Journalisten, Begleitpersonal und offizielle Besucher befinden sich in einer streng limitierten Zone, die sie nicht verlassen dürfen. „Voraussetzung für eine Einreise ohne Quarantäne war eine zweifache Impfung gegen Covid-19 und sämtliche Athleten werden zwei Mal täglich getestet“, berichtet Michael Berger, Wirtschaftsdelegierter in Peking

In China behält man gern die Kontrolle, nichts wird dem Zufall überlassen: Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind mit einem chinesischen Impfstoff geimpft und das Land hält an seiner strikten Null-Covid-Strategie fest. So werden beim Auftreten von positiven Fällen immer wieder ganze Städte rigoros abgeriegelt. Berger rechnet frühestens für 2023 mit einer schrittweisen Öffnung.

Robustes Wachstum und neue Herausforderungen

Die Wirtschaft im Reich der Mitte hat sich nach dem coronabedingten Einbruch im Jahr 2020 im vergangenen Jahr mit einem geschätzten Wachstum von beachtlichen acht Prozent weitgehend erholt. „Ein Aufwärtstrend, der auch heuer anhalten soll, wenn auch bei fünf bis sechs Prozent mit geringerer Dynamik“, so Berger. „Trotz robuster Zuwächse beim Außenhandelsvolumen – 22 bis 25 Prozent – und dem Beitritt zum Freihandelsabkommen RCEP will das Land mit dem Modell der ‚dualen Zirkulation‘ künftig die Abhängigkeit vom internationalen Handel reduzieren.“ Dabei werde verstärkt auf lokale Herstellung, Vertrieb und Konsum gesetzt. Gleichzeitig versuche man aber mit der Aufweichung von Investitionsrestriktionen in bestimmten Branchen das Vertrauen potenzieller Investoren, insbesondere im Hightech-Bereich, zu gewinnen.

Gebremst wird die Wirtschaft aktuell durch Energie- und Rohstoffmangel, hohe Transportkosten, aber auch durch coronabedingte Schließungen. Rund 900 Niederlassungen von 650 österreichischen Firmen gibt es in China derzeit. „Trotz respektabler Geschäftsresultate im Jahr 2021 ist ihr  Optimismus für 2022 leicht gedämpft“, weiß Berger. Reiserestriktionen und Lieferengpässe seien derzeit die größten Hindernisse für die österreichische Business-Community. „Post-Covid ergeben sich aber zahlreiche Chancen für österreichische Unternehmen“, ist Berger überzeugt. „Firmen im Bereich E-Health, Biotech und Life Science werden vom Ausbau des Gesundheitssystems profitieren, und auch im Umweltbereich sind  Geschäftschancen zu erwarten, etwa bei nachhaltigem Bauen oder der Abfallentsorgung und -verwertung.

Wo österreichische Betriebe zum Einsatz kommen

Ob Seilbahnen, Eis und Schnee oder Zutrittskontroll-Systeme: Bei den Olympischen Spielen ist Wintersportexpertise „made in Austria“ gefragt.

Wer die olympischen Skirennen verfolgt, dem sind sie wohl aufgefallen, die Seilbahnen der Vorarlberger Firma Dopplmayr. Insgesamt sind auf chinesischen Pisten 14 Gondelbahnen und Sessellifte im Einsatz, neun wurden für die Olympischen Spiele neu errichtet. 

Beim Eiskunst- und Eisschnelllauf, Bobfahren oder Curling ist perfektes Eis gefragt. Dafür sorgt das Kältetechnik-Unternehmen AST. Die Tiroler Firma mit Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in aller Welt ist mit ihrer Technologie bei Sportevents rund um den Globus mit dabei.

Auch das digitale Ticketing- und Zutrittssystem an wichtigen Veranstaltungsorten, samt Online-Reservierung und Gesichtserkennung, stammt aus Österreich: Die Salzburger Firma Axess mit 300 Mitarbeitern und 21 Niederlassungen in 17 Ländern hat neben mehreren Skigebieten auch das Museum in Shangai mit einem Zutrittssystem ausgestattet. 

Für perfekte Pisten sorgen 50 Pisten-Fahrzeuge des Südtiroler Unternehmens Prinoth mit Niederlassung in Tirol sowie 350 Schneekanonen samt Pumpstationen und Kühltürmen der italienischen Techno Alpin mit Niederlassung in Tirol.

Und nicht zuletzt sind die Seilbahnkamerasysteme der niederösterreichischen Camcat Systems GmbH etwa bei Biathlon, Slalom, Skispringen oder Langlaufen im Einsatz, damit es perfekte Bilder zu sehen gibt. 

Aber auch Stahl aus den obersteirischen Voestalpine-Werken ist im Olympia-Einsatz – etwa in Skikanten, Eislaufschuhen oder Rennrodeln.

Olympische Spiele sind nicht nur eine große Bühne für Athleten, sondern auch für Unternehmen. Deshalb betreiben Außenwirtschaftscenter Peking, österreichische Botschaft und Österreich Werbung das „Austrian Winter Wonderland“. Dort erfahren Vertreter aus Chinas Wirtschaft, Tourismus, Kunst und Kultur mehr über das österreichische Wintersport-Know-how und den heimischen Wintertourismus. 

Von Petra Mravlak

Aktuelle Zahlen

  • 3,5 Milliarden Dollar kosten die Olympischen Spiele laut offiziellen Angaben. Experten gehen aber vom Zehnfachen aus. 

  • 671 Millionen Euro – das ist der Wert der steirischen Exporte nach China im 1. Halbjahr 2021. Importierte Waren: 1 Milliarde Euro. 

  • 15,2 Prozent Wirtschaftswachstum – diesen Rekordwert verzeichnete China 1984. 2022 soll das Wachstum bei 5 bis 6 Prozent liegen.


#LOOKAUT: Wintersport in China

Wie man 300 Millionen Menschen zum Skisport bewegen will 

LOOKOUT: VIDEO-WIRTSCHAFTSSTORYS AUS ALLER WELT 



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