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Mit der Tracht zur Millionenpracht...

Am Wochenende heißt es wieder: „Aufsteirern is’“. 100.000 Besucher in Tracht werden erwartet – und das spült satte 21,8 Millionen Euro in die Wirtschaftskassen. 

Auch heuer werden beim Aufsteirern in der Grazer Innenstadt wieder mehr als 100.000 Besucher erwartet.
© KANIZAJ MARIJA-M. Auch heuer werden beim Aufsteirern in der Grazer Innenstadt wieder mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Die Frage, was man am Wochenende aus dem Kleiderkasten holen soll, stellt sich nicht. Wenn sich die Landeshauptstadt nämlich wieder ins größte Volksfestgelände Österreichs verwandelt und hier steirische Volkskultur unter dem Motto „Aufsteirern“ gefeiert wird, dann ist Tracht quasi Pflicht. Also rein ins Dirndl und rauf mit der Lederhose! „Wenn das Wetter mitspielt, dann erwarten wir heuer wieder Besucherzahlen jenseits der 100.000er-Marke“, erzählt Aufsteirern-Organisator Michael Lientscher (Ivents Kulturagentur).

250 Aussteller, jede Menge Tanz und Volksmusik sowie natürlich feinste Kulinarik warten auch in diesem Jahr auf die Aufsteirern-Fans von nah und fern (s. Story unten). Und dieser trachtige Spaß mit reichlich Tradition lässt auch die Kassen kräftig klingeln: So bringt das Mega-Event stolze 21,8 Millionen Euro an Impulsen für die österreichische Wirtschaft insgesamt – wie eine aktuelle Studie belegt. „Und 18,2 Millionen davon sind als direkter Produkionsausstoß für die Steiermark zu rechnen“, rechnet Lientscher vor. 

Den „direkten Umsatz“ rund ums Event, mit Konsumationen, Nächtigungen, Dienstleistungen und Co., beziffert der Aufsteirern-Mastermind mit 17,2 Millionen: „An Wertschöpfung bleiben der Steiermark also nach dem Aufsteirern-Wochenende satte 10,4 Millionen Euro ,übrig‘.“ Und Lientscher hat noch zwei weitere, spannende Zahlen parat: So sichere das Event nicht nur 151 Vollzeitjobs im Land, „auch jeder einzelne Fördereuro kommt 26,5 Mal wieder retour“. 

Trachenboom hält an

Was das Aufsteirern aber längst weit über die Landesgrenzen hinaus legendär gemacht hat, ist der immens hohe Anteil an „Tracht-Trägern“. Doch das war nicht immer so. Zwar zeichnete sich ein generell wieder erstarkter Trend zu Kittl und Schürze in der breiten Masse wohl bereits vor etwa 15 Jahren leise ab, wie Josef Schiffer (Trachten Hiebaum) und auch Christine Trummer (Trachten Trummer) erzählen, doch mit einem derartigen Run auf Dirndln und Co., wie er seit zehn Jahren ununterbrochen anhält, damit haben selbst die weiß-grünen Trachtenprofis nicht gerechnet (s. Statements). „Zuvor war das Business, bis auf jene Betriebe in Regionen mit stark gelebter Tradition – wie etwa bei uns im Ausseerland – tot. Der Hype um die Tracht, gerade bei den Jungen, hat zu einer unglaublichen Neubelebung geführt“, berichtet etwa Bettina Grieshofer.

Am anderen Ende der Skala mischt aber auch seit Jahren die Zillertaler-Trachtenwelt mit höchst preisgünstigster (Import-)Ware die Branche auf: Allein 2017 wurden 32 Millionen Euro erwirtschaftet. „Auch wenn das nichts mit unserer Handwerkskunst zu tun hat, können Günstigangebote doch für die ganz junge Klientel ein Türöffner zur Lust an der Tracht, sein“, erklärt Schiffer. Den Umsatz des heimischen Trachenfachhandels beziffert der Profi, in dessen Betrieb pro Jahr gut 200.000 Meter Stoff verarbeitet werden, mit einem Vielfachen des zuvor genannten „Trachten-Diskonters“. 

Tracht ist stark in Mode: Auch immer mehr junge Leute kleiden sich zu besonderen Anlässen in Dirndl und Lederhose.
© Steiermark Tourismus GmbH, ikarus. Tracht ist stark in Mode: Auch immer mehr junge Leute kleiden sich zu besonderen Anlässen in Dirndl und Lederhose.

Das sagen die Trachten-Profis

"Event hat Strahlkraft" – Helmut Schramke, Mothwurf

"Das Event hat eine ungeheure Strahlkraft entwickelt, die weit über die Landesgrenzen hinausgeht. Was das Trachtenbusiness betrifft, so hält der Trend ungebrochen an, wenngleich das Ende der Fahnenstange bald erreicht werden wird."

"Jugendliche in Tracht" - Christine Trummer, Trachten Trummer:

"Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und hätte nicht gedacht, dass heute Jugendliche zur Firmung oder für Feste wieder ganz selbstverständlich auf Trachten setzen. Diesen Trend, besonders bei den Jungen, merken wir natürlich im Verkauf.“

"Hoher Punkt erreicht" – Josef Schiffer, Trachtenmode Hiebaum:

"Der Trend zur Tracht hält seit gut zehn Jahren an, jetzt ist aber bereits ein hoher Punkt erreicht. Veranstaltungen wie das Aufsteirern tragen zusätzlich dazu bei, dass die Tracht als Kleidungsstück bei allen Alterstufen wieder so stark verankert ist.“

"Tracht ist salonfähig" – Bettina Grieshofer, Platzhirsch Bad Aussee: 

„Im Ausseerland wurde die Tracht immer hochgehalten, dass diese nun auch in urbaneren Gebieten und bei den Jungen so hoch im Kurs ist, freut mich. Events wie das Aufsteirern haben die Tracht bei vielen wieder ,salonfähig‘ gemacht."

Die „Aufsteirern“-Highlights 2018

Von 14. bis 16. September verwandelt sich die Grazer Innenstadt wieder ins Aufsteirern-Festgelände. Was wann wo los ist: 

Los gehts am Freitagabend (14. September) mit der „Tracht der Pracht“. Am spektakulären Laufsteg quer über den Grazer Hauptplatz präsentieren heimische Trachtenlabels und Designer die Highlights ihrer Kollektionen (Tickets erforderlich).

Am Samstag (15. September) heißt es ab 11 Uhr bei freiem Eintritt „Volxmusik on Air“. Auf drei Bühnen trifft traditioneller Sound auf moderne Volksmusik. Ebenso findet der traditionsreiche Grazer Oberlandler Kirtag in diesem Jahr erstmals im Rahmen des Aufstei­rerns am Samstag im Landhaushof statt. Am Karmeliterplatz kommen Blechblasfans auf ihre Kosten, den Hauptplatz bespielen dann ab 20 Uhr die „Grazer Philharmoniker feat. Chonchita“ (Tickets sind dafür erforderlich) 

Das Highlight ist natürlich der Sonntag: Hier präsentiert sich die Stadt als größter Dorfplatz Österreichs – der, wenn das Wetter mitspielt, wieder mehr als 100.000 Gäste anlocken wird. 250 Aussteller laden heuer mit steirischen Produkten und kulinarischen Schmankerln zum Gustieren ein, auf acht Bühnen bringen Volkstanzgruppen, Chöre und Musikensembles die Massen in Fest-Stimmung. Das Aufsteirern-Programm im Detail gibt es auf www.aufsteirern.at.

Von Veronika Pranger

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