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Mit Sorgenfalten in die neue Skisaison

Es ist angerichtet: Trotz Investitionsoffensive blicken die steirischen Seilbahner zum Saisonstart sorgenvoll auf den nächsten Corona-Winter.

Skifahrer auf der Piste
© Steiermark Tourismus/Ikarus Schon in wenigen Tagen starten die ersten Skigebiete wie die Planneralm in die neue Saison.

In wenigen Tagen ist es so weit: Die Vorbereitungen für die Skisaison sind in der Zielgeraden,  ein Skigebiet nach dem anderen sperrt in den kommenden Tagen und Wochen auf. Mit Investitionen von 55 Millionen Euro haben die weiß-grünen Seilbahnbetriebe ihre Anlagen und Pisten auf den neuesten Stand gebracht. Dem Skivergnügen steht also nichts mehr im Wege, könnte man meinen. „Dennoch steht uns eine schwierige Saison bevor“, sagt Fabrice Girardoni, Obmann der steirischen Seilbahnen.

Denn die verschärften Corona-Regeln stellen auch die Seilbahnbranche vor große Herausforderungen: „Nach der katastrophalen letzten Saison mit Umsatzeinbrüchen bis zu 70 Prozent in der Steiermark kommt mit der 2G-Regel jetzt eine Saison auf uns zu, in der das Segment der Ungeimpften komplett wegfällt. Wir werden jedenfalls Fixgästepotenzial verlieren.“

Positiv ist indes, dass mit der 2G-Regel die Kapazitätsbeschränkungen sowie die Maskenpflicht bei den Liften Geschichte sind. „Allen, die kommen können, können wir ein normales Skifahrerlebnis ermöglichen. Wie auch die AGES bestätigt hat, gab es im Vorjahr keine Cluster beim Skifahren. Wir haben die Hausaufgaben gemacht und können den Gästen einen Freiluftsport bieten, der coronasicher ist.“ Die Betriebe haben auch technisch nachgerüstet: Liftkarten werden künftig mit dem Grünen Pass freigeschaltet, sodass die Drehkreuze die Skigäste mit gültigen Nachweis passieren lassen.

Starkes Minus bei Tagesgästen

Girardoni rechnet aber mit einem starken Minus bei den Tagesgästen, „weil wir davon ausgehen, dass die Impfbereitschaft bei den Reisewilligen höher ist als bei den Tagesgästen“. Ein Skigebiet, das stark auf Tagesgäste setzt, ist etwa jenes auf der Veitsch-Brunnalm, wo man heuer zwei Millionen Euro in Lifte, Pistenverbreiterung und ein verbessertes Kinderangebot investiert hat. Seilbahnchef Arno Russ sieht es pragmatisch: „Natürlich setzen wir die Regeln um, das ist alternativlos. Doch bei einem Anteil von 90 Prozent Tagesgästen bangen wir schon ums Geschäft.“ Impfskeptiker würden jedenfalls Alternativen auf zwei Brettern suchen. „Wir rechnen auch heuer mit vielen Tourengehern“, sagt er.

Unklar ist auch noch, wie sich die aktuelle Situation auf die Buchungen der Skikurse niederschlagen wird. „Wir gehen wegen der hohen Corona-Zahlen von massiven Ausfällen aus“, so Girardoni. Dabei wäre das Interesse enorm, wie eine Umfrage der Bildungsdirektion Steiermark vor nicht einmal zwei Wochen aufzeigt: Demnach hätten 80 Prozent der steirischen Schulen eine Wintersportwoche geplant. 

Viele offene Fragen

Doch nun wirft 2G (auch abseits der Skikurse) eine Fülle von Fragen auf: Zwar sieht die neue Corona-Verordnung vor, dass bei den Zwölf- bis 15-Jährigen der Ninja-Pass als 2G-Nachweis gilt, doch wie geht man mit Oberstufenschülern um? Und was bedeutet die Verschärfung für ausländische Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren, die keinen Ninja-Pass vorweisen können? Gilt der Ninja-Pass bei heimischen Schülern auch in den Ferien als 2G-Nachweis? Und wie geht man mit ausländischen Gästen um, die mit Impfstoffen wie Sputnik geimpft wurden, die in Österreich nicht zugelassen sind? 

Fragen über Fragen, für die es rasch Antworten braucht. „Wir benötigen hier Lösungen, damit es nicht weiter zu Verunsicherungen kommt“, fordert Girardoni. 

Eine weitere Hiobsbotschaft für die Seilbahnbranche ist freilich auch die Tatsache, dass Deutschland die Alpenrepublik als Hochrisikoland eingestuft hat. „Mit der Quarantäne-Regelung für Risikoländer müssen Ungeimpfte nach der Rückkehr in Quarantäne. Es droht eine riesige Storno-Welle, wenn Familien im großen Stil ihren Urlaub absagen müssen.“ Ein herber Schlag,  zählt doch Deutschland mit Millionen Gästen zu den wichtigsten Märkten.

Hilfsmaßnahmen gefragt

Unterm Strich kommt auf die Betriebe im zweiten Winter der Pandemie eine Herkulesaufgabe zu:  „Wenn wir jetzt noch einmal Einbußen von 30 Prozent – wie das in anderen 2G-Branchen wie der Gastro prognostiziert wird – stemmen müssen, wird das für manche zur Existenzfrage“, so Girardoni. Um die Branche zu stützen, fordert er Hilfsmaßnahmen wie die Anpassung von Verlustabdeckungen bzw. Fixkostenzuschüsse. Denn die Seilbahnen sind mit ihren 1.300 Jobs in den Regionen unverzichtbarer Wertschöpfungsturbo: Vor der Krise wurden 371,6 Millionen Euro an Wertschöpfung generiert.


Neue Corona-Regeln

Bei der Beförderung mit Seilbahnen ist ein 2G-Nachweis zu erbringen: Skifahrer müssen also geimpft oder genesen sein. Kinder bis zum 12. Lebensjahr müssen keinen 2G-Nachweis bringen. Für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bis zur Vollendung der allgemeinen Schulpflicht (9. Schulstufe) gilt der Ninja-Pass (auch am Freitag, Samstag und Sonntag) als Nachweis.


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