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Mentoring für migrantische Lehrstellensuchende

Personen mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft sind häufiger von Erwerbslosigkeit betroffen. Einer der Hauptgründe dafür sind mangelnde Qualifikationen, weshalb nun ein „Mentoring für migrantische Lehrstellensuchende“ startet. 

Christoph Haidic (Knapp AG) und Ali Azghar Askarzadeh sind eines von insgesamt 13 Mentoren-Paaren.
© Foto Fischer Christoph Haidic (Knapp AG) und Ali Azghar Askarzadeh sind eines von insgesamt 13 Mentoren-Paaren.

Trotz der coronabedingt schwierigen Situation am Arbeitsmarkt, steht aktuell ein Überangebot an Lehrstellen zur Verfügung. 800  betriebliche Ausbildungsplätze sind allein beim AMS Steiermark als sofort besetzbar gemeldet, dazu kommen weitere 2.247 offene Lehrstellen, die in den kommenden Monaten zu besetzen wären. Dem gegenüber stehen in unserem Bundesland aktuell 550 Lehrstellensuchende und weitere 909 Jugendliche, die in den kommenden Monaten ihre berufliche Ausbildung starten wollen. Trotzdem fällt die Vermittlung von migrantischen Jugendlichen oft schwer. Aus diesem Grund haben Wirtschaftskammer, Arbeitsmarktservice Graz und Österreichischer Integrationsfonds nun das Pilotprojekt „Mentoring für migrantische Lehrstellensuchende“ gestartet.

Mentees aus neun Nationen

Ziel ist es, junge Erwachsenen mit Migrationshintergrund bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von renommierten steirischen Unternehmen sowie von Organisationen (u.a. Anton Paar, Knapp, Ikea, Rotes Kreuz und Parks Bio Fairtrade Coffee Shop) stehen ihnen dabei als Mentoren zur Seite. 13 Mentoren-Paare nehmen bei diesem erstmaligen Programm teil.  Die Mentees sind migrantische Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren, die beim AMS Graz West und Umgebung oder beim AMS Graz Ost vorgemerkt sind, eine Lehrstelle suchen und über ausreichende Deutschkenntnisse (mindestens B1 Niveau) sowie über genügend schulische Kenntnisse verfügen, um eine Berufsschule erfolgreich absolvieren zu können. Sie stammen aus insgesamt neun Nationen. Der Auftakt erfolgte am 8. April virtuell, das Programm soll bis Anfang Oktober dieses Jahres laufen. In dieser Zeit wird es nicht nur zahlreiche (virtuelle und wenn wieder möglich auch persönliche) Treffen geben, sondern auch etliche Veranstaltungen.

Stimmen zum Projekt

Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Wer die Werkbank teilt, wird sich auch leichter beim Miteinander in allen anderen Lebensbereichen tun. Darum unterstützen wir dieses Programm, denn die Wirtschaft braucht gut ausgebildete junge Menschen. Ihnen stehen alle Karrieretüren offen. Angesichts der demographischen Entwicklung und des auch in Coronazeiten vorherrschenden Fachkräftemangels brauchen wir jeden klugen Kopf und alle geschickten Hände. Die Wirtschaft kennt hier keine Grenzen.“

Christian Namor, Leiter der AMS-Geschäftsstelle Graz West und Umgebung: „Mit Stand Ende März 2021 waren insgesamt 959 offene Lehrstellen bei den beiden Grazer AMS-Geschäftsstellen gemeldet, die Nachfrage der Betriebe nach engagiertem Nachwuchs ist also groß. Mit dem gemeinsamen Mentoringprojekt sollen migrantische Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg zu einem passenden Lehrplatz begleitet werden, um so erfolgreich den ersten Schritt Ihres Berufslebens setzen können. Sie profitieren dabei vom Know-How und den Netzwerken ihrer Mentorinnen und Mentoren.“

Sabina Džalto, Leiterin des Integrationszentrums Steiermark: Ich freue mich, dass der ÖIF Teil des Pilotprojektes „Mentoring für migrantische Lehrstellensuchende“ ist und das erfolgreiche Mentoring-Angebot dadurch erweitert wird. So erhalten Jugendliche mit Migrationshintergrund die Chance, erfolgreich eine Lehrstelle zu finden.  Wer sich heute für einen Lehrberuf entscheidet, dem stehen am Ende seiner Lehrzeit viele Türen offen.  

Christoph Haidic, Mentor (Knapp AG): Ich bin der Meinung, dass jene Personen, die nicht die gleichen Startbedingungen bekamen, eine Unterstützung erhalten müssen. Vor Allem um den Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken und die Integration zu fördern. Meine Erfahrung und mein Wissen weiterzugeben, bereitet mir als Lehrlingsausbilder große Freude.

Ali Azghar Askarzadeh, Mentee aus Afghanistan (21): „Nachdem ich den Pflichtschulabschluss abgeschlossen hatte, fing ich gleich an nach einer Lehrstelle zu suchen. Ich merkte aber recht bald, dass das nicht so einfach war, wie ich mir vorgestellt habe. Beim Roten Kreuz wurde mir das Mentoring Programm vorgestellt und ich war sofort an einer Teilnahme interessiert. Ich hoffe, dass ich jetzt mit dieser zusätzlichen Unterstützung schneller und leichter mein Ziel einer betrieblichen Lehre erreiche.“


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