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Maskenversorgung – Maskendrama

Die FFP2-Maske ist nicht auf, sondern aktuell auch in aller Munde, sorgt doch nicht nur der Wirbel um „Hygiene Austria“ für den genauen Blick auf hierzulande produzierte Masken. Und wirft dabei die Grundsatzfrage auf, warum wegen ein paar Cent heimische Produktion über Bord geworfen wird.

FFP2-Masken
© Frédéric Massard_AdobeStock Mit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr startete man auch in Österreich mit der Produktion von Schutzmasken. Doch Billig-Importe aus China bringen Hersteller hierzulande unter Preisdruck.

Der Skandal um „Hygiene Austria“ sorgt dieser Tage für Aufregung. Grund genug, den zweiten Maskenhersteller im Land, „Aventrium Health Care“-Gründer Dominik Holzner, über seine Sicht der Dinge zu befragen: „Was hier passiert ist, zeigt ein Grundproblem in der Wertschätzung heimischer Produktion auf. Alle probagieren in der Krise lauthals: Kauft heimisch – und dann entscheiden ein paar Cent.“

Holzner startete in der ehemaligen Grazer Kirchnerkaserne mit der Herstellung von heimischen Masken – und wurde für seinen Mut gefeiert. „Als Corona ausbrach, wurde der Ruf nach heimischer Versorgungssicherheit laut. Deshalb haben wir begonnen, hochwertige Schutzausrüstungen aus europäischen Rohstoffen für den internationalen Markt in der Steiermark zu produzieren“, erklärt der Unternehmer. 


150 Arbeitsplätze und Investitionspläne


Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, rund 150 Jobs wurden bei „Aventrium“ innerhalb kürzester Zeit geschaffen und auch Pläne für eine Millioneninvestition in eine eigene Produktionsstätte in der Steiermark konkretisiert. Auch der Sparringspartner „Hygiene Austria“ habe für zusätzlichen Schub gesorgt, erzählt Holzner: „Wir haben den Markt gemeinsam sehr erfolgreich bearbeitet und wir hätten den gesamten österreichischen Bedarf locker decken können.“ 

"In Frankfurt haben wir eine Produktion mit bereits 95 Mitarbeitern. Aber in der Steiermark mussten wir bereits auf 70 Mitarbeiter reduzieren.“
Dominik Holzner

Wohlgemerkt sei das alles vor dem Vorstoß der Regierung gewesen, FFP2-Masken um 59 Cent – zum Selbstkostenpreis – im Handel anzubieten. Doch um ein paar Cent könne man einfach keine Maske in Österreich produzieren, so Holzner. Nur zum Vergleich: Die asiatische Massenware koste gleich viel wie eine Semmel beim Diskonter. „Billige Ware aus China wurde hier heimischer Produktion und damit auch regionaler Wertschöpfung und Jobsicherung vorgezogen“, erzählt Holzner. Und es hätte auch keinen Beschaffungsauftrag seitens der Regierung gegeben: „Wie schwer wäre es denn gewesen, gerade in Zeiten wie diesen, hier den Preis mit den paar Restcent zu stützen? Damit hätten die Bürger ihre Masken um 59 Cent bekommen, und das komplett in Österreich gefertigt“

"Um ein paar Cent kann man einfach keine Maske in Österreich produzieren."
Dominik Holzner

Die Konsequenz der Überfüllung des Marktes mit Massenware aus Fernost sei, dass es so gut wie keinen Absatz mehr in Österreich für hier produzierte Qualitätsmasken gebe – und das treffe nicht nur ihn als Produzenten, sondern auch den Großhandel und dessen Vertriebler hart. Sein Geschäft macht Holzner im Ausland: „Wir haben Staatsaufträge aus aller Welt, nicht nur innerhalb der EU, wir liefern selbst nach Südamerika und Afrika. In Frankfurt haben wir eine Produktion mit bereits 95 Mitarbeitern. Aber in der Steiermark mussten wir bereits auf 70 Mitarbeiter reduzieren.“

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