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Mammutaufgaben für die Wirtschaft

Am Tag vor der Verkündung des Lockdowns tagte das Wirtschaftsparlament: Scharfe Kritik am Krisenmanagement der Regierung, doch Hauptproblem bleibt der Fachkräftemangel.

Wirtschaftsparlament im Europasaal
© Foto Fischer Drängende Themen für die Wirtschaft standen auf der Agenda des Wirtschaftsparlements.

Wenn halbjährlich das höchste Gremium der Wirtschaftskammer tagt, stehen die drängendsten Probleme der Wirtschaft auf der Agenda: Und diese reichen vom Dauerthema Corona bis zum – nicht weniger akuten – Arbeitskräftemangel. Auch der Zeitpunkt der jüngsten Tagung war brisant, fiel er doch mit dem 25. November auf den Tag vor der Verkündung von Lockdown Nummer vier, der für die gerade erst wieder in Schwung gekommene Wirtschaft die nächste Vollbremsung bedeutet.

Wegen der sich laufend ändernden Bedingungen – von der 2G-Regel bis zur über Nacht verordneten Maskenpflicht – übte WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk harsche Kritik am Krisenmanagement der Regierung in Bund und Land: „Die Herausforderungen sind enorm. Es braucht jetzt rasche und unbürokratische Unterstützungsmaßnahmen statt parteipolitisches Tohuwabohu.“ Ins selbe Horn stieß auch WKO-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg.

Demographie befeuert Arbeitskräftemangel

Und das noch dazu in einer Situation, in der Betriebe ohnehin  schon mit großen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, hohen Energiepreisen und langen Genehmigungsverfahren kämpfen. Die demographische Entwicklung verschärfe das Arbeitskräfteproblem, sagte Herk: „Wir reden von über 11.000 Menschen, die fehlen, Jahr für Jahr. Es kommen nur halb so viele Jugendliche nach, wie derzeit Leute in Pension gehen.“ Um gegenzusteuern, präsentierte Herk ein Fünf-Punkte-Programm für die Zukunft der Lehre, das von neuen Zielgruppen bis zur qualifizierten Zuwanderung reicht. 

Darüber hinaus wurde noch über eine Reihe von Anträgen der Fraktionen abgestimmt, und so wurden zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht.


Aktuelle Beschlüsse im Wirtschaftsparlament

Zu den im Wirtschaftsparlament vertretenen Fraktionen zählen  Wirtschaftsbund, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband, Freiheitliche Wirtschaft, Grüne Wirtschaft sowie Industriellenvereinigung. Zuletzt wurde im höchsten Gremium der Wirtschaftskammer eine Fülle von Anträgen der Wählergruppen beschlossen – der Großteil davon einstimmig oder mehrstimmig.

Einstimmig angenommene Beschlüsse:

  • Sicherstellung einer leistungsfähigen Schienenanbindung der Oststeiermark
  • Hinwirken auf ein ausgewogenes, technologieneutrales und umfassendes Erneuerbare-Wärme-Gesetz
  • Herstellung wettbewerbsfähiger Stromnetztarife
  • Verringerung der Präventionszeiten für Präventivdienste (Arbeitsmediziner, Sicherheitsfachkräfte und sonstige Fachleute) bei verstärktem Homeoffice im Unternehmen 
  • Änderung des Arbeitsverfassungsgesetzes in der Form, dass nur mehr ein gemeinsamer Betriebsrat gewählt werden kann – und nicht mehr ein eigener Arbeiterbetriebsrat und ein eigener Angestelltenbetriebsrat

Mehrstimmig angenommene Beschlüsse: 

  • Beim Pumpspeicherkraftwerk Koralm sollen erneuerbare Projekte unterstützt werden. 

Mehrstimmig abgelehnte Anträge:

  • Unterstützung von EPU und Kleinstbetrieben bei Überschuldung und Betriebsschließung.
  • Digitalisierung der WK-Wahlen



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