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Lehre ist keine Sackgasse

Zehn Jahre „Helle Köpfe – geschickte Hände“: Seit 2008 kämpft die Sparte Gewerbe und Handwerk intensiv gegen den Fachkräftemangel an. Nun trägt die Kampagne erste Früchte, die Zahl der Lehranfänger in der Steiermark ist heuer um 9,1 Prozent gestiegen.  

© Foto Fischer Spartenobmann Hermann Talowski und Bildungslandesrätin Ursula Lackner freuen sich über die hohe Zahl der Lehranfänger, die auch auf die zehnjährige Kampagne "Helle Köpfe – geschickte Hände" zurückzuführen ist.

Bereits vor zehn Jahren machte sich der Fachkräftemangel in der Sparte „Gewerbe und Handwerk“ deutlich bemerkbar. Die damalige Prognose, dass sich dieser Zustand weiter verschärfen würde, wurde Jahr für Jahr aufs Neue bestätigt. 2008 initiierten deshalb die WKO Steiermark, das Land Steiermark und das AMS Steiermark die Kampagne „Helle Köpfe – geschickte Hände“, um alle wichtigen Themen rund um die Lehre publik zu machen und vor allem Jugendliche und deren Eltern auf die Vorteile einer Lehre hinzuweisen. Aus diesem Grund touren speziell ausgebildete Teams seit nunmehr zehn Jahren durch steirische Schulen und informieren Schüler der achten und neunten Schulstufe über die wichtigsten Fakten zur Lehre. „Eltern spielen eine bedeutende Rolle bei der Wahl der Ausbildung, weshalb sie auch an Elternabenden in die Kampagne mit eingebunden werden“, erklärt Hermann Talowski, Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk.  

„Die Initiative ist ein wichtiger Beitrag zur Bildungs- und Berufsorientierung, der angesichts der vielfältigen Möglichkeiten zur Berufswahl einerseits und des Facharbeitermangels andererseits eine immer größere Bedeutung zukommt“, unterstreicht Bildungslandesrätin Ursula Lackner die Bedeutung der Kampagne. Jugendliche sollen dabei unterstützt werden, geeignete Bildungswege für sich entdecken und Interessen und Talente besser ausleben zu können. „Menschen haben individuelle Potenziale, Talente und Begabungen, die genutzt und ausgebaut werden sollten. Die Initiative soll Jugendlichen dabei helfen, das passende Rüstzeug in Sachen Bildung zu finden“, so Lackner. Die regelmäßige Präsenz der Kampagne trägt nun erste Früchte: Die Zahl der Lehrlingsanfänger in der Steiermark ist erstmals um 9,1 Prozent gestiegen. „Mit diesem Topwert verzeichnet die Steiermark österreichweit das größte Plus“, freut sich Talowski. 14.459 Jugendliche absolvieren in der Steiermark mit Stand Ende August eine Lehrausbildung, wobei die Sparte Gewerbe und Handwerk der größte Lehrlingsausbildner und Arbeitgeber ist.

Dass sich der Lehrberuf im Wandel befindet, zeigt nicht nur Anstieg der Lehrlingsanfänger: Auch das Image der Lehre wird aktuell optimiert. Erst kürzlich wurde der Meister – also die höchste Stufe der fachlichen Qualifikation –  der Stufe sechs von insgesamt acht im Nationalen Qualifikationsrahmen zugeordnet und steht somit auf dem selben formalen Niveau wie ein Bachelor-Abschluss. Die Lehre soll demnächst der Stufe vier und damit dem selben Niveau wie  der AHS-Matura zugewiesen werden. Die damit verbundene Aufwertung der Lehre und Meisterprüfung soll dazu beitragen, das Image der Lehre weiter zu steigern und Zweifel und Vorbehalte zu zerstreuen. „Weiters wird auch darüber diskutiert, die Bezeichnung von ,Lehrlingen‘ neu zu definieren, um den Imagewandel auch in der Begrifflichkeit fortzusetzen“, so Talowski. Beim Fachkräfteforum der WKO Steiermark am 7. November in der Helmut-List-Halle wird zusammen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft genau dieses Thema sowie weitere Maßnahmen diskutiert.

Von Miriam Defregger

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