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Künstliche Intelligenz auf der Leinwand

Halb Mensch, halb Maschine: Das vermutlich weltweit erste Gemälde, das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) angefertigt wurde, kommt aus Österreich.

Schweben in ein neues Zeitalter der Kunst: KI-Artist Christian Weber mit Künstler Tom Lohner (v. l.).
© Martin Schönbauer Schweben in ein neues Zeitalter der Kunst: KI-Artist Christian Weber mit Künstler Tom Lohner (v. l.).

Für die internationale Premiere sorgen der österreichische Künstler Tom Lohner und KI-Spezialist Christian Weber. Für das Austro-Duo läutet das hochtechnologische Gemälde nicht nur eine neue Kunstepoche ein, sondern markiert den symbolischen Beginn der fünften industriellen Revolution. Auf dem internationalen Kunstfestival „Artmuc 2020“ in München feiert das Bild Premiere. Die vier industriellen Revolutionen brachten unwiderrufliche technologische und soziale Veränderungen mit sich. Der Vorbote einer neuen Zeiten bzw. gar der fünften industriellen Revolution hängt in der Grazer „Bakerhouse Gallery“ – zumindest wenn es nach Künstler Tom Lohner und KI-Spezialist Christian Weber geht: Mit „RoboLove“ hat das Duo das weltweit erste Gemälde geschaffen, das aus einer Symbiose aus menschlicher und künstlicher Intelligenz angefertigt wurde. Konkret wurde das Bild auf Basis einer von Lohner gefertigten Skizze mittels innovativer KI-Algorithmen realisiert – eine internationale Premiere: „Dieses Gemälde ist mehr als der Startschuss in eine neue Epoche der Kunst, es markiert symbolisch eine viel breitere gesellschaftliche Veränderung. Denn künstliche Intelligenz wird langfristig Teil unseres Lebens werden – und das hat auch großen Einfluss auf die Kunst. Mit diesem Gemälde tragen wir dieser Entwicklung Rechnung“, betont Lohner.

Erstes Werk schon verkauft

Insgesamt haben er und Weber fünf gleichwertige Unikate des Werks – in jeweils unterschiedlichen Farbtönen – angefertigt. Ein Gemälde des Premieren-Quintetts wurde bereits verkauft. Auf der „ARTMUC“, Bayerns größtem Festival für zeitgenössische Kunst auf der Praterinsel in München, werden die Werke zwischen 22. und 25. Oktober präsentiert. „Wir sind der festen Überzeugung, damit auch international für großes Aufsehen zu sorgen“, betont Lohner.

"Potenzial für tiefgreifende Umgestaltung"

„Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, eine dauerhafte, tiefgreifende Umgestaltung der Gesellschaft auszulösen, wie wir sie bislang nur von den industriellen Revolutionen kennen. Diese in der Kunst erstmals angewandte Symbiose aus künstlicher und menschlicher Intelligenz könnte zum künstlerischen Startsymbol der fünften Revolution werden“, erklärt KI-Experte Weber. Dafür hat das Duo die modernen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz voll ausgeschöpft: Eine für „RoboLove“ eigens entwickelte künstliche Intelligenz hat unzählige Lohner-Gemälde analysiert und auf ihre kreativen Regel- und Unregelmäßigkeiten untersucht. „Auf dem Fundament dieser Daten haben wir modernste Algorithmen eingesetzt, die sich mathematisch der Lohner-Technik bestmöglich angenähert haben“, vereinfacht KI-Experte Weber.

Zinnmann aus der "Zauberer von Oz"

Das aus der Mensch-Maschinen-Symbiose entstandene Werk zeigt einen schwebenden Roboter – eine Anspielung an den „Zinnmann“ aus der „Zauberer von Oz“, der in der bekannten Verfilmung seine hohle Brust mit einem Herzen füllen möchte. „Es soll veranschaulichen, dass trotz aller Technologien menschliches Einfühlungsvermögen am wichtigsten bleibt“, betonen Lohner und Weber unisono. Am Gemälde würden in der Brust des Roboters übrigens „Heartbits“ statt „Heartbeats“ schlagen, erklärt der Künstler mit einem Augenzwinkern.

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