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Krisenstimmung im mittleren Osten

Im nahen und mittleren Osten kriselt es nicht nur in Afghanistan. Ein Blick auf die Wirtschaft der Region und den Iran, der lang als Zukunftsmarkt galt. 

Globus Iran und die umliegenden Länder
© Adobestock, Zerophoto Im einstigen Hoffnungsmarkt Iran ist wieder eine konservative Regierung an der Macht.

Die ganze Welt blickt nach Afghanistan, wo die Taliban wieder die Macht an sich gerissen haben. Zudem sorgt die Zunahme extremer Dürreperioden und von Wassermangel in vielen Gebieten des nahen und mittleren Ostens für Unsicherheit. 

Eine der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Region ist der Iran, auch hier hat es kürzlich einen Regierungswechsel gegeben – mit noch unklaren Auswirkungen. Denn wie es mit dem einstigen Hoffnungsmarkt weitergeht, hängt vom Verhältnis der neuen konservativen Regierung unter Präsident Raisi zum Ausland ab und von den seit 2018 geltenden US-Sanktionen, die die Wirtschaft schwer getroffen haben. „In erster Linie durch den Wegfall von Öl- und Gasexporten und damit verbundene Deviseneinnahmen“, berichtet Christoph Grabmayr, Wirtschaftsdelegierter in Teheran. „Zweites Element, das für den österreichisch-iranischen Handel noch wichtiger ist, ist der Ausfall kostengünstiger, verlässlicher und belastbarer Zahlungskanäle, auch in von Sanktionen ausgenommenen Bereichen, wie pharmazeutische Produkte, Medizintechnik und Lebensmittel.“ Die iranische Wirtschaft hat nach drei Jahren heftiger Rezession, hoher Inflation und starker Geldabwertung aber möglicherweise die Talsohle erreicht, Weltbank und internationaler Währungsfonds gehen für 2021 von einem leichten Wachstum aus. 

Sanktionen führen zu einem Mangel an zahlreichen Gütern

Für iranische Unternehmen ist es schwierig, an Vormaterialien und Ersatzteile zu gelangen. „Allerdings gelingt es ihnen zunehmend, entweder auf neue Lieferländer oder eigene Erzeugnisse auszuweichen“, so Grabmayer. „So werden bisherige – europäische – Handelspartner durch solche aus China, Indien oder Russland ersetzt.“ Es wurden lokale Äquivalente von Amazon, Expedia oder Uber gegründet und auch die Konsumgüterindustrie konzentriert sich auf den lokalen Markt und exportiert in die Nachbarländer. „Der Handel mit Österreich – es geht hier vor allem um Pharmazie und Medizintechnik – hat sich möglicherweise auf niedrigem Niveau stabilisiert“, so Grabmayr. Hier sind noch einige heimische Unternehmen aktiv, Niederlassungen gibt es nicht mehr. 

„Noch hat die neue Regierung keine Schritte gesetzt, die ihre Absichten für die Wirtschaft erkennen lassen“, berichtet Grabmayr. Und auch Außenhandelsobmann Manfred Kainz erwartet zunächst keine Veränderungen. „Die weitere Entwicklung hängt von den Verhandlungen zum Atomabkommen und dem Verhältnis zu den USA ab“, so Kainz. Die Auswirkungen der Entwicklungen in Afghanistan – als direkter Nachbar des Iran ein nicht unbedeutender Handelspartner – sind offen. „Bis zu drei Viertel des afghanischen Außenhandels fanden bisher mit oder über den Iran statt. Hier könnte die Nähe der Taliban zu Pakistan zu einer Verschiebung führen“, so Grabmayr. „Sollte eine massive Fluchtbewegung einsetzen, wäre der Iran eines der am meisten betroffenen Länder, was eine starke politische, wirtschaftliche und soziale Belastung darstellen würde.“

Aktuelle Zahlen

  • 4,47 Millionen Euro ist der Wert der 2020 aus der Steiermark in den Iran exportierten Waren (-55,8 %). 
  • 731 Tausend Euro an Waren wurden aus dem Iran 2020 in die Steiermark importiert (+2,8%). 
  • 206 Tausend Euro an Waren exportierte die Steiermark nach Afghanistan (Importe: 245.000). 


Von Petra Mravlak

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