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Know-how als steirische Goldmine

Die heimische Wirtschaft investiert europaweit am meisten Geld in Forschung und Entwicklung. Wie daraus neue Wertschöpfung entsteht – und warum man auch ohne eigenes Labor hochinnovativ sein kann.

Nirgends in Europa wird so viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt wie in der Steiermark.
© Matej Kastelic Nirgends in Europa wird so viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt wie in der Steiermark.

Exakt 5,16 Prozent des BIP wurden in der Steiermark zuletzt in Forschung und Entwicklung investiert: Mit diesem Wert liegt unser Heimatland mittlerweile europaweit an der Spitze (siehe auch unten) und Firmenchefs von Schladming bis Bad Radkersburg schwören: Eine hohe F&E-Quote ist der Garant für Wohlstand und Wachstum. Aber wo wird eigentlich überall geforscht und entwickelt? Die „Steirische Wirtschaft“ hat sich auf die Suche gemacht.
Der Löwenanteil kommt natürlich aus der Industrie. „Vielfach sind unsere Forschungsprojekte im Hightech-Bereich angesiedelt. Das ergibt sich allein aus   der starken Industrielastigkeit der Steiermark“, erklärt etwa Christoph Adametz, der im „Forschungshaus“ der TU Graz die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bildet. Mit AVL, Andritz, Siemens, Magna, Infineon, NXP oder der ams-AG – um nur einige zu nennen – hat das Steirerland hier internationale Kapazunder zu bieten.

Aber auch im KMU-Bereich wird sehr erfolgreich geforscht. Bekannte Namen sind dabei neben der Anton-Paar-GmbH (Graz) etwa Hage Sondermaschinenbau (Obdach), XAL (Graz) oder die Josef-Eberhard-GmbH (Fisch-Tools/St. Josef). „Ein gutes Beispiel ist auch die MSG Mechatronik aus Wies“, sagt Adametz. Hier dreht sich alles um Effizienzsteigerungen bei den mittlerweile alltäglichen elektronischen Helferleins, etwa Sitzmotoren oder Lüftern im Auto. „Die MSG forscht in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit dem TU-Insitut für Elektrische Antriebstechnik“, weiß Adametz.

ennoch geht es nicht immer nur um Elektronik und Software: So hat die TU etwa vor einiger Zeit die praktischen Erfahrungen der Grazer Sonnenschutz-Firma TRS im Bereich statischer sowie wind- und zugbedingter Lasten für Sonnenschutzkonstruktionen mit der Theorie zusammengeführt und damit Optimierungspotenzial aufgezeigt. Ebenso mit einem eher „hemdsärmeligen“ Thema haben sich Hans Lercher und seine Experten vom Studiengang „Innovationsmanagement“ zuletzt beschäftigt: In einem Projekt mit „Weitzer Parkett“ ging es darum, die Lärmemissionen der Böden zu senken. Das Projekt steht beispielhaft für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Hochschulen mit KMUs – was auch Daniel Zettl-Gottmann, Produktmanager bei Weitzer Parkett, bestätigt: „Wir haben von der modernen Innovationsmethodik profitiert und über die Kooperation mit der FH Campus02 auch die richtigen Partner gefunden.“ Das Resultat war ein neues Produkt, das um rund 90 Prozent weniger Lärm emittiert und vor kurzem auf den Markt kam – was laut Lercher das Entscheidende sei, denn „Forschung ist lediglich die Umwandlung von Geld in Wissen. Innovation hingegen ist die Umwandlung von Wissen in neues Geld“, erklärt Lercher. Deshalb ermutigt er die steirischen KMU, stärker den Kontakt zu Hochschulen zu suchen. „Wir wissen, dass in unseren Betrieben sehr viel Knowhow und neue Ideen stecken – und der Start zu einer Innovation ist bereits das Nachdenken darüber.“ Lercher betont auch, dass man für eine gute Idee nicht unbedingt ein Labor braucht. Professionelle Innovationsunterstützung sei aber in jedem Fall zu empfehlen.


Spitzenplatz bei Forschungsgeldern muss Qualifizierungsoffensive folgen

Die Steiermark liegt mit ihren Ausgaben für Forschung und Entwicklung, gemessen in Prozent des Bruttoinlandsproduktes, laut neuesten Zahlen auf Platz eins unter den 276 EU-Regionen. Mit einem Zuwachs von 0,3 Prozentpunkten auf mittlerweile 5,16 Prozent ist die Forschungsquote hierzulande so hoch wie noch nie.
Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl freuten sich über das „Erreichen eines jahre und jahrzehntelang verfolgten Zieles.“ Aus Sicht der Industrie könnte die Quote bei einer Verbesserung der Rahmenbedingungen sogar noch besser sein, betonte Angelika Kresch, Obmann der Sparte Industrie. WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk forderte zudem eine Qualifizierungsoffensive: „Wir müssen schauen, dass wir unsere Fachkräfte nicht verlieren und in Zukunft auch genug Fachkräfte haben. Deshalb sind weitere Investitionen in die Qualifizierung unerlässlich.“


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