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Jagd nach neuen Bitcoin-Rekorden

Die Mutter aller Kryptowährungen legte in einer unglaublichen Rallye auf 42.000 Dollar zu – und sorgt für Goldgräberstimmung mitten in der Corona-Krise.

Animation Bitcoin
© Adobe Stock_peterschreiber.media In den Tagen kurz nach dem Jahreswechsel kam es zu einem Run auf Bitcoins. 41.940 Dollar bzw. 34.211 Euro am 8. Jänner 2021 markieren den bis dato erreichten Bitcoin-Höchststand.

In den letzten zwei Wochen liefen die Suchmaschinen mit dem Betreff „Bitcoin“ rund um den Globus mit Sicherheit heiß: Denn diese virtuelle Geldeinheit, die über große Rechenfarmen digital „geschürft“ wird,  setzte zu einer  Rallye an, wie man sie wertmäßig so noch nicht gesehen hat: Konnte man nämlich zu Beginn der Corona-Pandemie im letzten Frühjahr für knapp 4.000 Dollar einen Bitcoin kaufen, hätte man für denselben Mitte November bereits knapp 19.000 Dollar hinblättern müssen. „Spätestens da kam noch einmal richtig Bewegung in die Sache“, erzählt Dominic Neumann, Berater und Sachverständiger für Informationstechnologie in der WKO Steiermark. 

Soll heißen, das Rennen nach neuen Rekorden wurde wieder ausgerufen, die bis dahin noch nie erreichte  magische Zahl von 20.000 Dollar sozusagen gleich „im Vorbeigehen“ mitgenommen und der Kurs bis zum 8. Jänner 2021 auf knapp 42.000 Dollar in völlig neue Dimensionen hochgeschraubt. Mission completed: All-time-High erreicht..

„Mittlerweile geht der Kurs wieder runter, doch könnte es auch erneut zu einem weiteren Anstieg kommen“, muss bei der Frage nach den Entwicklungen der nächsten Tage selbst der österreichische Bitcoin-Pionier Max Tertinegg in die berühmte Glaskugel blicken.  Anders geht es aber auch gar nicht, denn Kryptowährungen sind kurzfristig extrem volatil. „Aber betrachtet man Bitcoin im Gesamtverlauf, so gab es seit dem Marktstart vor rund zehn Jahren bis jetzt  keinen Tiefstand nach den Hochs, der einen vorigen unterschritten hätte“, so Tertinegg. Insgesamt geht die Kurve also seit Beginn nach oben. 

„Es gab noch keinen Tiefstand nach Bitcoin-Hochs, der einen vorherigen unterschritten hätte.“
Max Tertinegg, Coinfinity-Geschäftsführer

Bleibt aber die Frage offen, was genau diesen letzten massiven Run auf die digitalen „Münzen“ so befeuert hat?  Einen Grund sieht Tertinegg im letzten Halving im Mai: „Alle paar Jahre wird damit die Bitcoinzahl über Nacht halbiert.“ Und dass künstliche Verknappung in der Regel für Wertsteigerung sorgt, ist bekannt, so kontrolliert auch die OPEC die Ölpreise. Neumann führt auch noch einen weiteren Umstand für die Rekordjagd an: die weltweite Krise. „In unsicheren Zeiten hat man immer in Beständigeres als ,Papiergeld‘ zur Inflationsabsicherung investiert, etwa Gold. Und Bitcoins sind eine Art neues Gold: Die Anzahl ist begrenzt, sie werden rar  und damit begehrter – wie Edelmetall.“ 

"Um die Blockchain zu hacken, reicht die derzeit weltweit mögliche Rechenleistung kaum aus."
Dominic Neumann, Berater für Informationstechnologie

Aber auch das Herz der Kryptowährung, die mit heutigem Stand der Technik nahezu unbezwingbare Blockchain, trage dazu bei, dass Bitcoins längst in der internationalen Finanzwelt angekommen seien, so Neumann: „Große Banken investieren in Bitcoins, selbst Regierungen ergänzen damit ihre Reserven. Denn um die Blockchain zu hacken, reicht die derzeit weltweit mögliche Rechenleistung kaum aus.“


Dominic Neumann
© kk



Dominic Neumann: "Bitcoins sind längst in der internationalen Finanzwelt angekommen."


Facts:

  • 41.94 Dollar bzw. 34.211 Euro am 8. Jänner 2021 ist der bis dato erreichte Bitcoin-Höchststand. 
  • 21.000.000 Bitcoin-Limit: Mehr Bitcoins können nicht geschürft werden, das Netzwerkprotokoll ist auf knapp 21 Millionen Einheiten fix festgelegt.
  • 8.232 Kryptowährungen (unterschiedlichster Art) weist coinmarket.cap aktuell aus.  
  • 911 Milliarden Dollar Kryptowährung-Marktkapitalisierung wurden am 12. Jänner gemessen. Bitcoin hält hier mit knapp 70 Prozent den absoluten Spitzenplatz.


Wussten Sie, dass…

…es bei der ersten Transaktion mit Bitcoins um Pizza ging? Im Austausch für 10.000 Bitcoins (damals noch nicht wirklich etwas "wert") bekam ein IT-Entwickler 2010 zwei Pizzen. Heute wären das 282 (!) Millionen Euro. Der 22. Mai ist seitdem der Bitcoin-Pizza-Tag.

…man als Bitcoin-Schürfer eigentlich für die „Buchhaltung“ des Systems bezahlt wird? Jede einzelne  Transaktion im Netzwerk wird in der Blockchain abgesichert – das macht sie so sicher. Der Miner (besser gesagt die von ihm bereitgestellte Rechenkapazität) bestätigt die tausendfachen Transaktionen und trägt sie ins Kontenbuch ein. Dafür gibts Bitcoins als Lohn.

…man mit Bitcoins nicht nur im Internet, sondern auch bei immer mehr stationären Händlern bezahlen kann?

…offizielle Bitcoin-Händler hierzulande der Finanzmarktaufsicht unterstehen. Bitcoins werden im Internet erworben oder aus dem Automaten (gibts auch in Graz) gegen Geld „gezogen“.

…Bitcoin-Zahlungen in Sekundenschnelle, auch über Kontinente hinweg, erfolgen?  Es braucht nur eine digitale Brieftasche (Wallet – am Smartphone) und Internet.

…man auch ohne Internet, also „Low-Tech“ , digital bezahlen kann? In weiten Teilen Afrikas (wo Geldautomaten bzw. überhaupt eigene Konten oft Mangelware sind) wird längst so gut wie jede Zahlung, jeder Einkauf über SMS geregelt,  sogar Löhne werden  mittels „M-Pesa“ überwiesen.



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