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Italien: Mit Lockerungen in den Sommer

Das beliebteste Urlaubsland der Österreicher rüstet sich als anfangs am schwersten von Corona betroffenes Land für die Tourismusöffnung.

Italienische Stadt
© Adobestock, Luciano Mortula Der Traum vom Italienurlaub könnte heuer wieder Realität werden.

Italien ist offen – so lautete die Botschaft der italienischen Politik an europäische Touristen kurz vor Pfingsten. Das Ende der Quarantänepflicht für Einreisende ist nur der Anfang umfangreicher Lockerungen, die bis zum Sommer vorgesehen sind: Aktuell sind fast alle Regionen Italiens wieder „gelb“, was den Besuch von Museen und Kultureinrichtungen sowie von Restaurants und Gastronomiebetrieben im Außenbereich ermöglicht. Für Mitte Juli ist ein Ende der Maskenpflicht im Freien angedacht und es soll einen grünen Pass geben, der, mit der Erstimpfung ausgestellt, nach 15 Tagen gültig ist. „Das Impfprogramm hat nach einem verhaltenen Start zu Jahresbeginn inzwischen Fahrt aufgenommen und ist ein wesentlicher Schritt für den Restart des Italientourismus und die bevorstehende Sommersaison“, berichtet Gudrun Hager, Wirtschaftsdelegierte in Mailand. Mit 428 Millionen Besuchern, 128,7 Millionen nationalen und internationalen Ankünften sowie 4,2 Millionen (direkt oder indirekt) Beschäftigten hat der Tourismus in Vor-Corona-Zeiten 14,7% des italienischen BIP ausgemacht. 

Angeschlagene Wirtschaft

Insgesamt sei Italiens Wirtschaft bereits geschwächt in das Jahr 2020 gestartet, so Hager. „Besonders massiv wirkte sich die Covid-Krise auf das hochindustrialisierte und international eng verflochtene Norditalien aus.“ Der Wirtschaftseinbruch von minus 8,8 Prozent sei dennoch geringer ausgefallen, als zunächst erwartet. Für das laufende Jahr geht man von einem Plus von 4,3 Prozent aus und 2023 soll das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Die Popularität von Premier Mario Draghi ist mit 75 Prozent Zuspruch so hoch wie nie zuvor. Nun gelte es für die Regierung, die seit Mitte Februar im Amt ist, wichtige Strukturreformen durchzuziehen – bei Bildung, Justiz, Arbeit, Entbürokratisierung und Steuern. „Denn die Pandemie hat grundlegende Probleme des Landes nicht geschaffen, sondern sichtbar gemacht“, führt Hager aus. Italien ist Hauptprofiteur des europäischen Wiederaufbauprojektes und es wurden viele regionale und landesweite Corona-Hilfspakete aus der Taufe gehoben. Der „nationale Plan für Rekonstruktion und Resilienz“ sieht 300 Milliarden Euro vor.

Die Schwerpunkte: Digitalisierung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Grüne Revolution und ökologischer Wandel sowie Infrastruktur für nachhaltige Mobilität. Und hier bieten sich viele Chancen für österreichische Unternehmen, die bereits jetzt in Italien stark vertreten sind. „Letztes Jahr haben wir über 3.000 heimische Unternehmen, davon etwa 300 steirische, beim Markteintritt und -ausbau serviciert“, erzählt Hager. „Exportchancen bieten sich im Bereich bearbeitete Waren, Maschinenbau und Fahrzeuge, chemische Produkte sowie Nahrungsmittel. Italien ist aber auch ein wichtiger Beschaffungsmarkt, hier bieten sich Kooperationen mit italienischen Partnern an.“

Von Petra Mravlak

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