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Indonesien: Urlaubsparadies und Umweltsünder

Indonesien ist der größte Inselstaat der Welt und ein Land der Superlative und Vielfalt. Ein Blick auf den Wirtschaftsstandort.

Jakarta
© Adobestock, Leo Lintang Jakarta: Indonesien hat viele Facetten.

Ausgedehnte Sandstrände, Urwald, unberührte Naturlandschaften und Meereswelten – Inseln wie Bali oder Lombok sind für viele der Inbegriff eines Urlaubsparadieses. Indonesien ist aber auch eine der 20 größten Volkswirtschaften der Welt mit einem (prognostizierten) Handelsvolumen von rund 408 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021. Grund genug für uns, das Land genauer unter die Lupe zu nehmen. 

„Die Corona-Pandemie ließ die Wirtschaftsleistung von plus fünf Prozent im Jahr 2019 auf minus zwei Prozent 2020 schrumpfen“, berichtet Sigmund Nemeti, Wirtschaftsdelegierter in Jakarta. Man erwartet aber, dass sie nach Bewältigung der Pandemie wieder bei plus fünf Prozent liegen wird. „Noch ist das internationale Geschäftsleben stark beeinträchtigt. Anfang Juli wurde ein harter Lockdown verhängt, der nun allmählich gelockert wird. Von den 270 Millionen Einwohnern wurden bisher etwa 68 Millionen vollständig geimpft“, fasst der Wirtschaftsdelegierte zusammen. Das Land ist durch Handelsabkommen wirtschaftlich stark vernetzt. Wichtigste Partner sind China und Japan, aber auch die USA. „Derzeit profitiert Indonesien als Exporteur von Rohstoffen von der starken Nachfrage und den angezogenen Rohstoffpreisen“, weiß Nemeti. Als weltweit größter Palmölproduzent gerät es aber auch immer wieder in die Negativschlagzeilen, denn Indonesien umfasst auch eines der größten Regenwaldgebiete der Welt, dessen Fortbestand wesentliche Auswirkungen auf das Weltklima hat und das massiv durch illegale Schlägerungen gefährdet ist. Wurden vor zehn Jahren noch 26,2 Millionen Tonnen Palmöl hergestellt, geht man für 2021/22 von 44,5 Millionen Tonnen aus. Tendenz weiter steigend. Über 20 Millionen Menschen sind in dieser Branche beschäftigt.

Umstrittenes Palmöl

Palmöl ist auch der Stoff, der für Unstimmigkeiten zwischen der EU und Indonesien sorgt, da diese Palmöl als Bestandteil von Biokraftstoff künftig nicht mehr als nachhaltiges Produkt anerkennen wird. „Doch auch in Indonesien steigt das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen“, sagt Nemeti. Und hier liegen Möglichkeiten für österreichische Unternehmen. „Das Außenwirtschafts-Center Jakarta hat für die nächsten Jahre einen Schwerpunkt auf Umwelttechnik gesetzt, um Green Technology aus Österreich in Indonesien bekannt zu machen.“ Die größten Chancen bestünden beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, im Energie-, Umwelt- und Gesundheitssektor, aber auch im Maschinenexport und bei Konsumgütern. Schon bisher gibt es zahlreiche heimische – und auch steirische – Firmen, die vor Ort aktiv sind. Dabei nimmt das Projektgeschäft traditionell eine wichtige Stellung ein. Von AVL List über Andritz, Christof Industries, Voestalpine Welding bis hin zur IBS Austria GmbH reicht die Bandbreite. Auch die Grazer Bit Media E-Solutions GmbH ist an einem Berufsbildungsprojekt in Jakarta beteiligt. Im Jahr 2020 wurden Waren im Wert von 28,8 Millionen Euro aus der Steiermark nach Indonesien exportiert. Umgekehrt lagen die Importe in die Steiermark bei 23,9 Millionen Euro.


Indonesien in Zahlen

  • 270 Millionen Einwohner zählt Indonesien. Es ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit, Staatsreligion ist der Islam nicht.
  • 17.508 Inseln machen Indonesien zum größten Inselstaat der Welt, 6.000 sind bewohnt. Borneo, Sumatra und Westneuguinea sind die größten.
  • 360 Volksgruppen leben in Indonesien. Den größten Anteil haben Javaner, gefolgt von Sundanesen, Malaien, Maduresen, Batak und vielen mehr.
Von Petra Mravlak

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