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Indiens Kampf mit der Mutation

Die „zweite Welle“ hat Indien stark getroffen und eine Coronavirus-Mutation hervorgebracht – mit massiven Folgen für Menschen und Wirtschaft.

Indische Flagge, Coronavirus
© Adobestock, Darryl Die in Indien entdeckte Delta-Variante ist weltweit auf dem Vormarsch.

Es waren Bilder, die schockierten, von völlig überfüllten Krankenhäusern und von Toten, die auf offener Straße verbrannt wurden. Mehr als 400.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnete man am Höhepunkt der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Indien Anfang Mai dieses Jahres. Geschuldet ist der massive Anstieg der neuen, ansteckenderen Delta-Variante des Virus. 

„Derzeit liegt die tägliche offizielle Infektionsrate wieder unter 100.000, auch die dramatische Situation in den Spitälern hat sich entspannt und es gibt wieder genügend Sauerstoff“, berichtet Robert Luck, Wirtschaftsdelegierter in Neu Delhi. Auch in Indien versucht man des Virus mittels Impfung Herr zu werden. Doch der kürzlich erzielte Rekord von 7,8 Millionen Impfungen an einem Tag kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Impfkampagne bisher vergleichsweise schleppend vorangegangen ist. Denn es sind noch weniger als fünf Prozent der Inder, die bereits vollständig geimpft sind. „Es ist also noch ein weiter Weg“, so Luck.

Die zweite Welle und die Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Welle dürften allerdings nicht so schwerwiegend sein wie die der ersten – so jedenfalls die Einschätzung der indischen Regierung. „Diesmal hat es keine so rigorosen Sperren und Eindämmungsmaßnahmen gegeben wie im Vorjahr“, führt Luck aus. 

Große internationale Unternehmen sind jedenfalls mittlerweile auf unterschiedliche Eventualitäten vorbereitet: „Wir haben für alle Standorte weltweit ein sogenanntes Playbook für die Pandemie erstellt, so können wir immer entsprechend der Lage in den jeweiligen Regionen agieren“, berichtet etwa Rej Husetovic, Kommunikationschef von Magna International. „In Indien sind die meisten unserer Mitarbeiter, wo es möglich ist, derzeit im Homeoffice.“ Magna beschäftigt dort mehr als 4.100 Mitarbeiter an 13 Produktions- und drei Entwicklungsstandorten. Und auch die Voestalpine, die in Indien mit 785 Mitarbeitern sowie mit fünf Produktionsstandorten und Vertriebsgesellschaften vertreten ist, hat sofort nach Aufkommen des Coronavirus Maßnahmen gesetzt und Handlungsempfehlungen für Mitarbeiter, Lieferanten und Partner ausgearbeitet, die laufend überprüft und angepasst werden. 

Im ersten Quartal dieses Jahres hat sich die indische Wirtschaft nach dem coronabedingten Einbruch im Vorjahr zwar weiter erholt, aufgrund der zweiten Welle wurde die Prognose für das Wirtschaftsjahr (bis Ende März 2022) aber bereits von 10,4 auf 9,8 Prozent gesenkt. „Weitere Wachstumsaussichten hängen nun sehr stark davon ab, ob es im Herbst zu einer dritten Welle kommen wird“, so Luck. 

Das Land der Gegensätze hat auch ohne Corona jede Menge Aufgaben zu lösen – insbesondere in Bezug auf den Umweltschutz und die Erreichung der Klimaziele. So zählen Indiens Großstädte nach wie vor zu den höchstverschmutzten der Welt. Große Herausforderungen gibt es etwa beim Abfallmanagement, der Abwasserentsorgung, der Energieversorgung und der Stadtentwicklung. Außerdem gilt es, Industrie und Infrastruktur zu modernisieren und auszubauen. All das bietet wiederum Chancen für Know-how aus Österreich.

Viele heimische Player vor Ort

Etwa 150 österreichische Firmen sind in Indien aktiv. Mit Exporten in der Höhe von rund 74,76 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 steht Indien zwar nur an 24. Stelle im Exportranking der Steiermark, zahlreiche namhafte Firmen produzieren aber auch direkt vor Ort – so etwa AT&S, Magna International (siehe oben) oder die AVL. „Der indische Markt und AVL Indien bilden ein wesentliches Standbein für die AVL List GmbH“, berichtet Unternehmenssprecher Markus Tomaschitz. Das 1.000 Mitarbeiter zählende Tochterunternehmen gibt es seit 40 Jahren und man konzentriere sich, so wie im Headquarter in Graz, auf die Entwicklung neuer Technologien, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. „Hybridisierung, Elektrifizierung und die Brennstoffzelle sind überall gefragt.“ Dabei suche man speziell nach kostengünstigen, einfachen Lösungen, die sich für den Alltag auf Indiens Straßen eignen. 

Auch Efkon ist seit 2001 in Indien aktiv und beschäftigt dort derzeit 105 Mitarbeiter. „Die Efkon India ist verantwortlich für Projekte wie den FASTag, die Automatisierung der meisten indischen Autobahnen, und die Implementierung von zahlreichen Smart-City-Projekten“, berichtet der CEO der Gruppe, Norbert Hofmann. „Ein neues Geschäftsfeld umfasst die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von elektromechanischen Systemen für Bahntunnel.“

Indien in Zahlen

  • 1,38 Milliarden Menschen leben in Indien auf einer Landfläche von 3,29 Millionen Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Neu Delhi. 
  • -7 Prozent – so stark ist das BIP im Geschäftsjahr 2020/21 eingebrochen. Das ist der massivste Konjunktureinbruch seit 1947.
  • 29,97 Millionen Infektionen und 389.000 coronabedingte Todesfälle wurden in Indien bis zum 22. Juni 2021 insgesamt gezählt. 

Von Petra Mravlak

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