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Halbjahresbilanz im steirischen Einzelhandel

3,8 Milliarden Euro wurden im heimischen Handel im ersten Halbjahr lukriert, der große Konjunkturimpuls fehlt aber noch.

Mehr als 20.000 Unternehmen zählt der steirische Handel insgesamt, davon 5.700 im Einzelhandel. Ein wichtiger und stabiler Arbeitgeber, der in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen steht. Das zeigt die aktuelle Halbjahresbilanz. In dieser weist die KMU Forschung Austria dem steirischen Einzelhandel (inkl. Tankstellen) ein nominelles Umsatzplus von 0,8 Prozent aus. Damit konnte der stationäre Einzelhandel in der grünen Mark auch real – also unter Berücksichtigung der Preissteigerung – leicht zulegen, und zwar um 0,3 Prozent. Spartenobmann Gerhard Wohlmuth: „In absoluten Zahlen sind es 3,8 Milliarden Euro, die der steirische Einzelhandel zur Jahreshälfte 2016 umsetzen konnte.“ Mit dieser Entwicklung liege man in etwa im Österreich-Schnitt, denn die Umsatzentwicklung ist sowohl im ersten als auch zweiten Quartal 2016 besser verlaufen als in den letzten drei Quartalen 2015. Trotzdem: Der erhoffte Konjunkturaufschwung durch die Steuerreform sei damit bis dato kaum zu verspüren, so Wohlmuth: „Es ist leichtes Lüfterl, aber kein starker Aufwind, den unsere Betriebe verzeichnen.“ Den erwarten sich die steirischen Handelsbetriebe auch in den kommenden Monaten nicht, wie Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria berichtet: „Unseren Daten zufolge ist mit einem stabilen Geschäftsverlauf zu rechnen. 91 Prozent der steirischen Einzelhändler gehen mittelfristig von einem gleich bleibenden Umsatz aus, 4 Prozent rechnen mit Wachstum, 5 Prozent glauben an Umsatzrückgänge.“

 

Leichtes Minus in der Beschäftigtenzahl

Eine Entwicklung, die sich auch in der Beschäftigungsentwicklung widerspiegelt. Die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten im gesamten steirischen Einzelhandel liegt – nach einem Rückgang im Gesamtjahr 2015 (-0,8 %) – auch im ersten Halbjahr 2016 leicht unter dem Vorjahresniveau. Konkret verzeichnet man hierzulande ein Minus von 0,4 Prozent bzw. von 200 Mitarbeitern. Damit sind im ersten Halbjahr 2016 im Schnitt rund 44.400 unselbstständig Beschäftigte im steirischen Einzelhandel tätig gewesen.

 

510.000 Steirer haben im Vorjahr online eingekauft

Ein rasantes Wachstum legt nach wie vor der gesamte Bereich des Onlinehandels hin. Die Zahl der Internet-Nutzer ist in der Steiermark in der letzten Dekade von 460.000 auf knapp 760.000 gestiegen. Damit nutzen bereits 81 Prozent der Steirerinnen und Steirer (16-74 Jahre) das World Wide Web, 57 Prozent auch via Smartphone. Die mobile Internet-Nutzung spielt dabei auch für den Handel zunehmend eine größere Rolle, speziell was Smartphone-optimierten Websites und Online-Shops betrifft. Insgesamt kaufen schon 55 Prozent bzw. 510.000 Steirer (16-74 Jahre) Dienstleistungen und Waren via Internet ein. Damit ist die Zahl der Online-Shopper in unserem Bundesland gegenüber dem Vorjahr (500.000) erneut gestiegen. Betrachtet man die gesamte letzte Dekade, ist der Anteil der Internet-Käufer (an der Gesamtbevölkerung 16-74 Jahre) von 20 auf 55 Prozent angestiegen. Dies zeigt deutlich die dynamische Entwicklung von 180.000 (2005) auf aktuell 510.000 Internet-Käufer (2015). Besonders häufig kaufen die Steirer Bekleidung und Sportartikel via Internet (34 Prozent). Auch Reisen werden gerne übers Internet gebucht (30 Prozent). An dritter Stelle folgen Bücher, Zeitschriften und E-Books, die gegenüber dem Vorjahr etwas weniger Internet-Käufer verzeichnen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Internet-Einkauf von Elektrogeräten, Haushaltsgütern (Spielwaren, Möbel, etc.) und Filme/Musik. Dies trifft auch auf Computer-Software und -Hardware zu. Tickets für Veranstaltungen buchen 18 Prozent der Steirerinnen und Steirer übers Internet.

 

Für Wohlmuth braucht es aufgrund des zunehmenden Onlinehandels auch mehr politisches Augenmerk auf die Durchsetzung von fairen Spielregeln. Waren Mitbewerber früher vielleicht nur ein paar Straßen weiter beheimatet, so findet man diese heute quer über den Globus. „Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Um diese nutzen zu können müssen wir den Rahmen für einen fairen Wettbewerb garantieren“, betont Wohlmuth. Allerdings zeige die Realität heutzutage vielfach ein anderes Bild: Heimische Handelsbetriebe sehen sich da im Internet oft mit Billigkonkurrenz aus dem Ausland konfrontiert, die weder im Lohn- und Abgabenbereich noch bei den Sozialstandards vergleichbares leisten. Wohlmuth: „Hier müssen wir verstärkt die Einhaltung bestehender Gesetze im Auge halten, aber auch die Bemühungen auf europäischer Ebene verstärken. Natürlich stehen wir zum Wettbewerb, dieser muss aber nach fairen Spielregeln ablaufen.“

 

Servicecenter für leichteren Einstieg ins E-Business

Aus diesem Grund hat die Sparte Handel auch ein Servicecenter namens „go online“ ins Leben gerufen (www.wko.at/stmk/go-online). Im Rahmen dessen steht allen Mitgliedern ein umfangreiches Rechtshilfe- und AGB-Paket für einen leichteren Einstieg ins E-Business zur Verfügung. Darüber hinaus bietet man gemeinsam mit einer Anwaltskanzlei kostenlose Sprechtage an. Weiters bietet man im Rahmen des Servicecenters zahlreiche Informationsveranstaltungen wie auch Messebesuche an. Auch ein neuer Leitfaden bezüglich E-Commerce und Smartphonetauglichkeit, Barrierefreiheit und Online-Kundenaquise in Kooperation mit der Fachhochschule Campus 02 wurde umgesetzt.


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652

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