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Gezielter Geschenkekauf statt Weihnachtsbummel

Die Besucherzahlen in den Geschäften bleiben heuer weit unter den Erwartungen, allerdings werden hohe Durchschnittseinkäufe verzeichnet. 

Die meisten Käufer kommen gezielt in ein Geschäft und kaufen das Produkt ihrer Wahl, ohne lang zu bleiben. Die allgemeine Verunsicherung aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen ist nach wie vor groß.
© Murpark Die meisten Käufer kommen gezielt in ein Geschäft und kaufen das Produkt ihrer Wahl, ohne lang zu bleiben. Die allgemeine Verunsicherung aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen ist nach wie vor groß.

Nur noch wenige Tage bis zur großen Bescherung: Der Countdown läuft nicht nur beim Öffnen des Adventkalenders, sondern auch für die steirischen Händler sind die wichtigen Tage des Weihnachtshandels gezählt. Auch wenn sich das Gros der Händler angesichts der schwierigen Umstände relativ zufrieden zeigt, kann der durch den Lockdown und die Corona-Maßnahmen verursachte Verlust nicht mehr aufgeholt werden. Der Start in die zweite Adventwoche blieb unter allen Erwartungen. „Umso größer ist nun die Hoffnung auf den dritten Adventsamstag“, so der Grundtenor bei den steirischen Shoppingcentern.

Gezielter Einkauf

Auch wenn laut einer Studie des Linzer market-Instituts für 75 Prozent der Österreicher Weihnachtsdekoration einen bedeutsamen Einfluss auf die persönliche Adventstimmung hat, fiel der besinnliche Weihnachtsbummel bis dato eher kurz aus. „Die meisten Käufer kommen gezielt in ein Geschäft und kaufen das Produkt ihrer Wahl, ohne lang zu bleiben. Die allgemeine Verunsicherung aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen ist nach wie vor groß“, bestätigt Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel. Trotzdem sei es wichtig, gerade jetzt vor Ort einzukaufen. „Nur so können wir die heimische Wirtschaft unterstützen“, betont Wohlmuth. 

Zulieferbetriebe brauchen Unterstützung

Unterstützt gehören laut Wohlmuth auch die direkten und indirekten Zulieferbetriebe, die bis dato fördertechnisch komplett durch den Rost gefallen sind – angefangen bei Lebensmittelgroßhändlern über Weinhändler bis hin zu Obst- und Gemüsehändlern, aber auch Veranstaltungstechniker, Security, Musik- und Filmproduzenten sowie Textilreiniger: „Das ist eine wirtschaftliche Katastrophe, die wir so nicht länger hinnehmen können. Wir fordern von der Bundesregierung dringend ein Modell des Umsatzersatzes, das für alle anwendbar ist.“ Die Forderung liegt dem Finanzministerium bereits vor, eine Einigung scheint derweil aber noch nicht in Sicht.   

3 Fragen an: Gerhard Wohlmuth ist Obmann der Sparte Handel

Der heurige Weihnachtshandel wird von strengen Corona-Maßnahmen überschattet. Kann man bereits sagen, wie die Bilanz ausfallen wird? 

Wohlmuth: Fest steht mittlerweile, dass wir den Verlust, der durch den Lockdown entstanden ist, nicht mehr aufholen können. Aufgrund der Corona-Maßnahmen herrscht eine große Unsicherheit – es wird eher gezielt eingekauft und weniger flaniert, was sich natürlich auch in den Zahlen widerspiegeln wird.

Für direkte und indirekte Zulieferbetriebe gibt es noch immer keine adäquate Unterstützung?

Wohlmuth: Nein. Das ist natürlich eine absolute Katastrophe, da Zulieferbetriebe vom Umsatzersatz nicht erfasst werden und durch den Wegfall des Weihnachtsgeschäfts aber massive Einbußen verzeichnen. Wir befinden uns schon seit einiger Zeit in Verhandlungen und fordern Rechtssicherheit und eine wirtschaftliche Überlebenschance für die betroffenen Betriebe.

Halten Sie einen weiteren Lockdown nach den Feiertagen für wahrscheinlich?

Wohlmuth: Möglich ist alles, allerdings wäre dies nicht mehr verantwortbar. Die Leute müssen jetzt einfach noch besser aufpassen und sich testen lassen.


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