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Geld im Netz verdienen auf jeden "Klick"

Neue Berufe werfen viele Fragen auf. So sind sich Blogger, Influencer und Co. unsicher, wann sie ein Gewerbe anmelden müssen. Alle Infos dazu.

Videobloggerin
© Adobestock, ronstik Bei vielen neuen Erwerbsarten stellt sich die Frage, ob ein Gewerbe angemeldet werden muss.

Instagrammer, Youtuber, TikToker, Blogger und Co. – sie bekommen Werbegeschenke, verdienen  Geld durch Werbung oder Produktpräsentationen. Bei diesen neuen Erwerbsarten stellt sich die Frage, ob und wenn ja, welches Gewerbe anzumelden ist. 

Grundsätzlich müssen sich Betroffene die Frage stellen, ob es sich um eine regelmäßige selbständige Tätigkeit handelt, bei der es eine Gewinn- oder Ertragsabsicht gibt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Werbegeschenke nicht dazu zählen. Nachdem sich Blogger und Co. diese erste Frage selbst beantwortet haben, ist zu klären, ob es sich um einen Tätigkeitbereich handelt, der unter „Neue Selbständigkeit“ fällt. 

Bares für jeden Klick

Beispiele dafür sind Onlinekurse, Trainings, Vorträge etc., wenn die Blogger für Klicks oder Views Geld bekommen oder Abo-Zahlungen für den Zugang zu einem Blog einfordern. In allen diesen Fällen fallen die Tätigkeiten nicht unter die Gewerbeordnung. Sie gehören zu den „Neuen Selbständigen“ und müssen nur bei der Sozialversicherung für Selbständige (SVS) sowie beim Finanzamt angemeldet werden. Fallen Tätigkeiten nicht unter die „Neuen Selbständigen“, dann muss ein Gewerbe angemeldet werden. Zum Beispiel dann, wenn Blogger Aufträge zur Veröffentlichung von Werbebotschaften für andere Unternehmen im Internet  übernehmen und dafür ein Entgelt erhalten. Diese Tätigkeit fällt unter den Bereich der Werbung und Marktkommunikation und muss bei der Gewerbebehörde als freies Gewerbe angemeldet werden. Bevor man einen Gewerbeschein beantragt, sollte man auf alle Fälle prüfen, ob die ausgeübte Tätigkeit tatsächlich eine gewerbliche Tätigkeit ist oder unter eine selbständige Tätigkeit fällt. Dabei helfen die Experten in der WKO. Bei den Gewerben unterscheidet man  zwischen den „Freien Gewerben“ ohne Befähigungsnachweis und den „Reglementierten Gewerben“ mit Befähigungsnachweis.

Die relevanten Gewerbearten: 

  • Werbeagentur: freies Gewerbe
  • Ankündigungsunternehmen: freies Gewerbe
  • Handelsgewerbe: freies Gewerbe
  • Unternehmensberatung: reglementiertes Gewerbe
  • Neue Selbständige: kein Gewerbe. 

Fallbeispiele: Bloggen als Beruf oder als Hobby 

Die Hobbybloggerin: Eine Angestellte stellt auf ihrem Blog Bücher vor und verdient Geld, indem sie Bücher verlinkt und im Falle eines Verkaufs Provision vom Onlinehändler bekommt und auch Rezensionsexemplare erhält. Sie muss ein Gewerbe anmelden.  Welches, hängt davon ab, womit mehr Einnahmen erzielt werden. Achtung: Sach- und Dienstleistungen sind Einnahmen und zu versteuern.

Der Anonymblogger: Ein  Angestellter schreibt auf seinem Blog unter einem Pseudonym über Politisches und hat auch im Impressum weder Name noch Adresse angegeben. Ist das erlaubt, solange er mit seinem Blog kein Geld verdient? Liegen weder Einnahmen noch Gewinnabsichten vor, ist kein Gewerbe anzumelden. Er firmiert als Journalist und fällt damit unter „Neue Selbständige“.

Bezahlen mit Produkten: Ein Kochblogger – bis dato keine Einnahmen –  bekommt von einem Hersteller einen Mixer im Wert von 1.200 Euro geschenkt. Er darf das Gerät behalten, wenn er einen Blogartikel darüber schreibt. Muss er dafür ein Gewerbe anmelden? Nein, wenn es sich um eine einmalige Einnahme handelt. Die Küchenmaschine gilt allerdings als steuerpflichtige Sachleistung.  

Geschenke für Blogger: Eine Bloggerin mit großer Reichweite bekommt ungefragt Produkte zum Testen zugeschickt. Darf sie diese behalten? Muss sie darüber berichten? Sind die Geschenke zu versteuern bzw. ist ein Gewerbe anzumelden? Die Produkte müssen nicht zurückgeschickt werden, es muss auch nicht berichtet werden. Ohne Gegenleistung ist auch keine Gewerbe anzumelden.


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