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Flüchtlingswelle: Wirtschaft schnürt Maßnahmenpaket

Von Eignungstests bis zu Mentoren-Hilfe: Die WKO Steiermark übernimmt in der Flüchtlingsfrage Verantwortung.

Österreich und Europa stehen angesichts der Flüchtlingswelle vor enormen Herausforderungen. „Diese werden nur gemeinsam auf europäischer Ebene lösbar sein. Als Teil dieses Europas müssen wir aber auch selbst unseren Beitrag leisten und die Chancen darin erkennen“, so WKO Steiermark Präsident Josef Herk. Viele Flüchtlinge aus den aktuellen Krisenregionen bringen Fähigkeiten und Kenntnisse mit, die in unserem Land gut eingesetzt werden können. „Als steirische Wirtschaft wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten diese Menschen unterstützen und ihnen eine Perspektive geben“, erklärt Herk. Drei konkrete Pilotprojekte werden jetzt gestartet:

Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen in Lehrlingshäusern

Jugendliche Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die bereits einen Asylantrag gestellt haben, sollen vorübergehend in Lehrlingshäusern untergebracht werden. 5 bis 10 Personen sollen an ausgewählten Standorten Platz finden, in Summe rund 50 bis 60 Personen. „Voraussetzung dafür ist natürlich das Interesse an einer Lehrausbildung. Unser Ziel ist es, die jugendlichen Flüchtlinge mit Deutschkursen und fachlichen Schulungen für einen Lehrplatz vorzubereitet“, betont Franz Kremser, Leiter der Lehrlingshäuser Betriebsgesellschaft und Initiator des Projekts. Die jugendlichen Flüchtlinge werden darum für dieses Projekt – in enger Abstimmung mit dem steirischen Flüchtlingskoordinator – auch ganz bestimmten Auswahlkriterien unterzogen:

  • Abgeschlossene Grundausbildung
  • Keine Analphabeten
  • Vorzugsweise Interessenten für Mangelberufe
  • Bereitschaft in periphere Räume in der Steiermark zu ziehen

Besonders bevorzugt sollen Jugendliche aus den derzeitigen Krisenregionen werden, speziell aus Syrien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Asylstatus bekommen. Kremser verfolgt damit aber auch noch ein weiteres Ziel: „Die Unterbringung ist nicht zuletzt eine Maßnahme für eine vorurteilsfreie und menschenbejahende Meinungsbildung bei Lehrlingen gegenüber Flüchtlingen.“ Höchste Qualität der Integration durch sinnvolle Beschäftigung und professioneller Begleitung stehen dabei im Vordergrund.

Eignungstest über das WIFI Steiermark

Nach Erlangen ausreichender Deutschkenntnisse wird eine Potentialanalyse seitens der WKO Steiermark durchgeführt. Ein entsprechender Testbereich befindet sich bereits in Vorbereitung und soll am WIFI Steiermark noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Hier sollen die Talente und Qualifikationen der Flüchtlinge besser erfasst werden können, und zwar über den Kreis der in den Lehrlingshäusern untergebrachten Jugendlichen hinaus. Der Test wird in mehreren Sprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, später auch Farsi) zur Verfügung stehen, entscheidend dafür ist – als Minimumanforderung – eine abgeschlossene Grundschulausbildung im Herkunftsland. „Wir wollen die jungen Menschen über berufliche Perspektiven informieren, speziell was Möglichkeiten in Mangelberufen betrifft“, so Herk.

Mentoren sollen bei Lehrplatzsuche unterstützen

Drittes Projekt ist ein Mentorenprogramm. Die jungen Flüchtlinge in den Lehrlingshäusern bekommen – nach einem Intensivdeutschkurs – Informationen zum österreichischen Arbeitsmarkt sowie zum Aufbau des dualen Ausbildungssystems. Dazu wird Ihnen ein Mentor aus der Wirtschaft zur Seite gestellt. Diese haben in der Regel: 

  • eine Führungsposition oder eine angesehene Funktion inne
  • Erfahrung im Prozess der Arbeitsuche
  • ein berufliches Kontaktnetz
  • Erfolg im Beruf
  • Bereitschaft, Wissen zu vermitteln
  • Freude, Lernprozesse zu begleiten

„Viele steirische Unternehmerinnen und Unternehmer haben bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, an einem solchen Programm teilzunehmen“, berichtet Initiatorin Heike Stark-Sittinger aus der Geschäftsleitung der Lehrlingshäuser Betriebsgesellschaft. So zum Beispiel Spar-Geschäftsführer Christoph Holzer, Industrie-Spartenobmann Angelika Kresch, CEO und Inhaberin von Remus-Sebring, Juniorchefin Sonja Kresch, Knapp-Personalchef Ingo Spörk, Saubermacher-Boss Hans Roth und Gösser-Bräu-Wirt Robert Grossauer. Diese Mentoren sollen den Jugendlichen beim Aufbau eines persönlichen und beruflichen Netzwerkes helfen, darüber hinaus geben sie ihnen die Möglichkeit sich im jeweiligen Betrieb zu „orientieren“ – eine Übernahme durch den Mentor ist dabei aber keinesfalls Bedingung. Stark-Sittinger: „Unter den Flüchtlingen befinden sich auch durchaus ,High Potentials‘. Diese benötigen in erster Linie einen Intensivdeutschkurs um weiter in das duale Ausbildungssystem unterwiesen werden zu können. In dieser Zeit wird der Kontakt mit den Mentoren hergestellt.“  


Zielsetzung aller Projekte sei eine humane Unterbringung junger Flüchtlinge in Kleingruppen mit wirtschaftspolitscher Wertigkeit für die Steiermark, so Herk. „Das sehe ich als humanitäres und wirtschaftliches Gebot der Stunde. Denn das Schlimmste ist, wenn man Menschen zum Nichtstun verdammt. Wir wollen diesen Menschen auf der Flucht eine Perspektive bieten – aber keine Perspektive auf Kosten österreichischer Jugendlicher. Sprich: Wir wollen diese Jugendlichen vor allem für Mangelberufe begeistern.“  

 

STATEMENT INGO SPÖRK: „Die KNAPP AG  bildet seit über 20 Jahren Lehrlinge aus und unterstützt zahlreiche Initiativen zur Berufsorientierung. Laufend befinden sich 50 Lehrlinge bei uns in Ausbildung, darunter auch Jugendliche mit Migrationshintergrund. Wer nicht in Österreich aufgewachsen ist, kennt das österreichische Ausbildungssystem nicht. Daher ist das Mentoringprogramm der WKO ein wichtiger Schritt, um jugendlichen Flüchtlingen Zukunftsperspektiven zu zeigen. Für die KNAPP AG zählt Motivation, Talent und Teamgeist - wer diese Faktoren mitbringt, ist bei uns als Lehrling willkommen, egal woher er oder sie kommt.“

 

STATEMENT SONJA KRESCH: „Wir befinden uns inmitten einer Völkerwanderung, in der Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen. Der Schlüssel zur Bewältigung dieser humanitären Katastrophe ist eine möglichst rasche Integration auf nationaler und europäischer Ebene. Daher ist das Maßnahmenpaket der Wirtschaftskammer Steiermark ein wesentlicher Schritt, um mit Deutschkursen, Beschäftigung und Mentoren jugendlichen Flüchtlingen Zukunftsperspektiven zu geben. Wir unterstützen dies sehr gerne und werden auch versuchen weitere steirische Industriebetriebe zu motivieren.“

 

STATEMENT CHRISTOPH HOLZER: „Die großen Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingsströme können nur gemeinsam gelöst werden. Dazu wollen wir als SPAR auch einen Beitrag leisten.“

 

STATEMENT ROBERT GROSSAUER: „Der Lehrlingsmangel ist in unserer Branche leider ein Faktum, geeignete Bewerber zu finden schwer. Aus diesem Grund müssen wir neue Wege gehen und diese beinhalten auch gleiche Chancen für junge Menschen, die auf der Flucht zu uns ins Land kommen. Wer hier rechtmäßig Asyl bekommt, soll auch arbeiten dürfen – das ist der beste Weg zu mehr Integration. Dafür fordern und verlangen wir dieselbe Leistung wie von jedem anderen Mitarbeiter.“


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at

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