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Flüchtlinge mit Wissen im Gepäck

Viele Flüchtlinge bringen berufliche Qualitäten mit: Auf einer eigenen Plattform werden sie jetzt mit Firmen vernetzt.

Im November wurde die Idee geboren, seit kurzem ist die Plattform bereits online. "Refugeeswork" ist eine Initiative des jungen Wiener Unternehmers Dominik Beron, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Firmenchefs und Flüchtlinge beruflich zu vernetzen: "Es gibt unglaublich viel Potenzial, das brach liegt und von heimischen Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeitern genutzt werden könnte." Die Idee ist auch in der WKO auf viel Zustimmung gestoßen, die das Projekt unterstützt.

Großes Interesse an fremden Mitarbeitern

Der Erfolg gibt dem Juristen zusätzlich recht. Schon nach wenigen Wochen sind 190 Firmen vermerkt, die Interesse an Mitarbeitern haben, die auf der Flucht in Österreich gelandet sind. Auf der anderen Seite stehen bereits rund 1.600 Arbeitssuchende im Netz, die alle Voraussetzungen erfüllt haben, um in Österreich legal arbeiten zu dürfen. Ein Bonus, den sich Beron auf seine Fahnen heftet: "Interessierte Unternehmer brauchen sich weder um Arbeitsbewilligungen noch um andere bürokratische Hürden kümmern. Jeder Arbeitssuchende, der bei 'Refugeeswork' auf Jobsuche ist, hat ein Leistungsprofil, das dem zukünftigen Arbeitgeber als Orientierungshilfe dient." Als Bindeglied fungiert die Mannschaft von Beron, die eine große Bandbreite von Berufen anbieten kann: "Wir haben von ganz einfachen Handwerkern bis zu Managern mit Uniabschluss alle gewünschten Zielgruppen an Bord. Und darunter sind viele exzellente Fachkräfte." Beran möchte heimischen Chefs vor allem die Scheu nehmen, auf Mitarbeiter aus fremden Ländern und Kulturen zuzugehen. "Wer bei uns im Netz gelistet ist, ist kein Bittsteller, sondern ein Mensch mit einer - mehr oder weniger fachlich hochwertigen - fundierten Ausbildung."

Keine Sprachbarrieren in den Betrieben

Natürlich können von interessierten Arbeitgebern auch Wünsche, zum Beispiel nach Muttersprachen, geäußert werden. Verständigungsprobleme ortet Beron generell nicht, weil viele Flüchtlinge sehr gut Englisch sprechen und vor allem große Unternehmen damit als Geschäftssprache gut klar kommen und nicht selten Mitarbeiter suchen, die sehr exotische Sprachen sprechen. "Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass unsere Jobsuchenden auch gut Deutsch sprechen." Registrierte Unternehmen können aber nicht nur Stellen inserieren oder mit Hilfe einer Suchmaske direkt nach neuen Mitarbeiter suchen, sondern werden auch nach dem erfolgreichen Bewerbungsgespräch unterstützt: durch Downloads aller bürokratischen Formulare inkl. Hilfstexte, Informationen zu staatlichen Förderungen, Konzepte für die betriebliche Integration, wie etwa Kommunikation, Kultur, Religion. Bleibt noch die Frage nach den Kosten. Kleine Unternehmen bis 15 Mitarbeiter bezahlen einen Betrag, den sie frei wählen können, für Firmen bis 500 Mitarbeiter (zum Beispiel) kostet die Dienstleistung jährlich 1.550 Euro.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
redaktion.stwi@wkstmk.at

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