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Firma und Familie mit einem Management

Was wünschen sich die steirischen Firmenchefinnen und Mamas von der Politik und Gesellschaft zum Muttertag?

Mehr als die Hälfte der 27.191 heimischen Unternehmerinnen sind auch Mütter.
© lev dolgachov - Fotolia Mehr als die Hälfte der 27.191 heimischen Unternehmerinnen sind auch Mütter.

Am Muttertag werden im ganzen Land die Mamas gefeiert – darunter auch jene Frauen, die als Firmenchefinnen die Gratwanderung zwischen Betrieb und Familie schaffen müssen. Und das sind mehr als die Hälfte der 27.191 steirischen Unternehmerinnen. Was sich die Entscheidungsträgerinnen von der Politik und Gesellschaft wünschen und welche Hürden im Alltag lauern. Wir haben nachgefragt.

Manuela Tatschl, Tankstellenpächterin: „Ich betreibe mit meinem Lebenspartner Tankstellen in Rottenmann, Liezen und Trautenfels. Wir haben 50 Mitarbeiter und eine vierjährige Tochter. Die Gratwanderung Job und Familie schaffe ich nur, weil mein Partner ein aktiver Vater ist, und auch die Familie da ist. An den Arbeitsplatz nehme ich Laura grundsätzlich nicht mit.“

Barbara Sieber-Vandall, Polsterei „Ox and Bear“, Graz: „Meine beruflicher Fokus liegt in der Leitung des Unternehmens Ox&Bear, privat widme ich meine Zeit vor allem der Familie, im Speziellen meinen zwei Söhnen Finn (7 Jahre) und Leo (2 Jahre).  Der Rollenwechsel  zwischen Profession und Familie ist jedoch immer noch die größte Herausforderung. In der Realität bewältigt man täglich zwei Vollzeitjobs und das sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über. Möchte man als Frau nicht nur in der Mutterrolle aufgehen, sondern sich auch beruflich mit den eigenen Interessen verwirklichen, so muss man mit Kompromissen leben. Bei Männern werden diese Kompromisse zwischen Beruf und Familie gesellschaftlich anerkannt, bei Frauen noch nicht. Es muss sowohl gesellschaftspolitisch eine Wertschätzung für die Pflegearbeit der Kinder zuhause geben, als auch eine partnerschaftlich faire Aufteilung eben dieser Kinderbetreuungspflichten. Erst bei gleichem Gehalt unter den Partnern wird auch die Kinderbetreuung  zu selben Teilen auf Vater und Mutter aufgeteilt werden können. Zusätzlich werden ausreichende Betreuungseinrichtungen benötigt, um den Wiedereinstieg zu ermöglichen. Es wäre wünschenswert, wenn die Gesellschaft den Wert der Kinder erkennt und begreift, dass die Erziehungsarbeit nicht nur Privatvergnügen, sondern langfristig ein fundamentaler gesellschaftlicher Beitrag ist."

Monika Cisar-Leibetseder, Vorstandsdirektorin Volksbank Steiermark: „Ich war bereits sieben Monate nach der Geburt unserer Tochter, sie ist mittlerweile 21 Jahre alt, wieder Vollzeit in einer Führungsfunktion tätig. Mein Glück damals war ein hinsichtlich Arbeitszeiten flexibler Arbeitgeber, ein sehr verständnisvoller ebenfalls berufstätiger Ehemann und eine zur Verfügung stehende bereits pensionierte Oma. Natürlich ist man als Mutter oft sehr zwischen der Pflichterfüllung im Job und der Lebensqualität für die Familie hin und hergerissen. Es gilt jedenfalls im Sinne der "Ressourcenoptimierung" in beiden Bereichen Qualität vor Quantiät zu stellen. Persönliche Interessen und Hobbys sind zu der Zeit von untergeordneter Bedeutung. Daher ist vor allem Flexibilität gefordert; sowohl im Beruf wie auch in der Kinderbetreuung. Keine Frau sollte sich heute mehr zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen."

Michaela Muster: Wirtin, Ratscher Landhaus: „Unsere Söhne sind sechs und acht Jahre alt und lernen im Unternehmen, dass das Leben nicht nur Spaß ist, sondern auch Arbeit. Ich denke, es schadet nicht, wenn die Mutter nicht pausenlos zur Verfügung steht, aber immer da ist, wenn sie gebraucht wird. Natürlich habe ich ein gutes Netzwerk, und wir Frauen sind ja auch privat gute Managerinnen.“

Sabine Dettenweitz, CFO Heldeco: „Um Unternehmerin und Mutter sein zu können, ist  die Planung des Tages entscheidend: Ein früherer Arbeitsbeginn, am Wochenende ins Büro zu gehen und auch von zu Hause aus zu arbeiten, ist meist unumgänglich, um beides unter einen Hut zu bekommen. Das wichtigste ist allerdings der Rückhalt: Sowohl von Unternehmensseite – das beginnt beim Verständnis in der Chefetage und geht bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter – als auch von den Kindern, denn auch die müssen früher selbstständig werden und manchmal auch nachsichtig sein. Für Mütter in Führungspositionen wäre es daher sehr wichtig, insbesondere auf mehr Angebote für Tagesmütter zugreifen zu können. Vor allem für die ein- bis dreijährigen Kinder herrscht am Land ein großer Mangel."

Angelika Macher, Büroservice und „Storchennest“-Hebammen- und Familienzentrum: „Für mich ist die Selbständigkeit wegen der zeitlichen und örtlichen Flexibilität optimal. Vor allem in den ersten Lebensjahren wechseln die Bedürfnisse von Kindern und fixe Planungen werden regelmäßig vom Leben durcheinander gewürfelt. Da hilft ein gutes Netzwerk, das einem unter die Arme greift und man sich mal bekochen lässt oder die Kinder bei der Nachbarin im Garten spielen dürfen. Um selbst ruhig und gelassen zu bleiben, sind eigene Auszeiten unerlässlich. Zusätzlich hilft die Einstellung, nicht alles alleine schaffen zu müssen. An erster Stelle sind für mich momentan die Kinder. Darum gibt es Tage, an denen die Arbeit einfach liegen bleibt und stattdessen die Bedürfnisse der Kinder vorgehen. Für alle Mütter würde mir flexiblere Kinderbetreuungsmodelle wünschen und eine höhere monetäre Anerkennung von Erziehungsleistungen. Nicht arbeiten zu gehen bzw. Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu betreuen, können sich viele Frauen/Familien heutzutage leider gar nicht leisten. Meinen UnternehmerkollegInnen möchte ich ans Herz legen, verantwortungsvolle Posten für Frauen in Teilzeitstellen zu ermöglichen und Mütter als Bereicherung und Organisationstalente im Betrieb zu schätzen.“

Michaela Krenn, Direktorin Privatklinik St. Radegund und GF Privatklinik Hollenburg/Krems: „In der Sanlas-Holding bin ich als Direktorin der Privatklinik St. Radegund und als Geschäftsführerin der Privatklinik Hollenburg bei Krems beschäftigt. Vier Monate nach der Geburt meines Sohnes bin ich wieder Vollzeit in meinen Beruf zurückgekehrt. Dies war nur durch ein unterstützendes, gut organisiertes familiäres Umfeld und das entsprechende Entgegenkommen des Firmeneigentümers mit einem flexibleren Arbeitsmodell möglich. Was ich mir für alle berufstätigen Mütter und Väter wünschen würde, sind flexiblere Modelle, die eine Kinderbetreuung individueller gestalten lässt. Denn jetzt werden Zwischenmodelle vom Staat zu wenig unterstützt. Vollzeitmutter oder Kinderkrippe, schwarz oder weiß -  es gibt nach wie vor zu wenig Wahlmöglichkeiten…  Wichtig ist ein kontinuierliches Betreuungsmodell für Eltern und Kind. Denn Kinder und Arbeit/Karriere dürfen einander nicht ausschließen - skandinavische Länder zeigen uns seit Jahren, dass dies möglich ist.“

Barbara Pirker, OnTop Bildungsinstitut und Künstleragentur: „Ich habe mich mit 23 Jahren, direkt nach der Uni, selbständig gemacht und kann mir nichts Besseres vorstellen – auch jetzt als Mutter nicht. Was allerdings unabdingbar ist, ist eine Familie, die hinter einem steht und den Weg der Selbständigkeit mit einem geht – denn nur durch die Unterstützung vom sozialen Umfeld ist es möglich, als Mutter selbständig zu sein. Bei mir funktioniert das wunderbar und ich bin überaus dankbar dafür. Meine kleine Tochter hilft mit ihren fünf Jahren schon mit kleinen Aufgaben im Betrieb mit, mein Mann unterstützt mich als Trainer und meine Eltern übernehmen unzählige anfallende Aufgaben in der Firma.“

Der Muttertag lässt Kassen klingeln

Mit Blumen, Süßem und anderen Geschenken wird am 13. Mai Danke gesagt. Der Handel rechnet mit 20 Millionen Euro Umsatz.

In wenigen Tagen ist es so weit: Wenn am 13. Mai die Mütter zelebriert werden, darf auch der Handel mitfeiern: Denn der Muttertag hat sich zu einem verlässlichen Umsatzbringer gemausert. „Der weiß-grüne Handel rechnet mit einem Umsatz von 20 Millionen Euro“, sagt Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel in der WKO Steiermark. Bundesweit geht man von 186 Millionen Euro aus. Damit stellt der Muttertag nach Weihnachten und Ostern den Umsatzbringer Nummer drei dar.

Etwa zwei Drittel der Österreicher ab 15 Jahren wollen der Mama ein Geschenk machen – und greifen dafür mitunter tief in die Tasche. Nach Schätzungen der Bundessparte Handel werden pro Person 40 bis 45 Euro investiert, Tendenz leicht steigend.

Hoch im Kurs stehen insbesondere Blumen sowie Süßes und Gutscheine. Ein Trend geht auch in Richtung selbst zubereiteter, exquisiter kulinarischer Köstlichkeiten. Davon profitieren insbesondere der Lebensmittel- und der Blumenfachhandel. Bundesweit gehen 20 Millionen Blumen rund um den Muttertag über die Ladentische, 60 Prozent davon stammen aus heimischer Produktion. „Die Beliebtheitsskala führt unangefochten die Rose an“, sagt Bundesinnungsmeister Rudolf Hajek.

Von Karin Sattler.

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