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Ferialpraktika: Was zu beachten ist

Im Sommer haben Ferialpraktika wieder Hochsaison. Ein Überblick, worauf Chefs bei der Zusage schauen müssen.

Ferienzeit ist traditionell auch Praktikumszeit: Während andere urlauben, nutzen gerade junge Menschen die Gelegenheit, neben der Ausbildung auch erste Schritte in die berufliche Praxis zu setzen. Doch aus arbeitsrechtlicher Sicht ist Praktikum nicht gleich Praktikum, wie die Rechtsexperten der WKO Steiermark warnen. Hier ein Überblick, worauf Firmenchefs achten sollten.

Unterschied zwischen Ferialpraktika und Ferialarbeitsverhältnissen
Schon begrifflich wird zwischen Ferialpraktika und Ferialarbeitsverhältnissen unterschieden. Von einem Ferialpraktikum kann nur gesprochen werden, wenn es sich um ein sogenanntes Pflichtpraktikum handelt, wie WKO-Jurist Mario Herzog erklärt: "Ferialpraktikanten sind Schüler oder Studierende, die im Rahmen des Lehrplanes der Schule bzw. des Studienplanes der Universität oder Fachhochschule eine praktische Ergänzung ihrer theoretischen Ausbildung absolvieren." Dabei stehe der Ausbildungszweck im Vordergrund, wie der Rechtsexperte präzisiert: "Die praktische Tätigkeit im Betrieb muss der in der Schule bzw. im Studium gewählten Fachrichtung entsprechen." Konkret bedeutet das, dass sich die Tätigkeiten nach den Wünschen des Praktikanten und nicht nach den betrieblichen Notwendigkeiten richten. Darüber hinaus besteht auch keine persönliche Arbeitsverpflichtung bei einem Ferialpraktikum. Daher ist auch weder eine Bindung an betriebliche Arbeitszeiten noch eine Weisungsgebundenheit zulässig.

Zur Entlohnung und Versicherungspflicht

Viele Unternehmer, die Praktikanten im Betrieb haben, stehen auch vor der Frage der Entlohnung. Auch hier trennt der Gesetzgeber ganz klar: Ein Praktikum (wie oben beschrieben) kann auch unentgeltlich erfolgen, sofern der Kollektivvertrag nichts Gegenteiliges bestimmt. Bei Unentgeltlichkeit ist auch eine Anmeldung zur Sozialversicherung nicht notwendig, Unfallversicherungsschutz besteht im Rahmen der Schüler- bzw. Studenten-Unfallversicherung aber dennoch. Wird dem Pflichtpraktikanten jedoch auf freiwilliger Basis ein Entgelt gewährt - etwa in der Form eines "Taschengeldes" -, so hat eine Anmeldung zur Sozialversicherung in der Höhe des Entgelts zu erfolgen. Anders gestaltet sich die Lage bei einem sogenannten "Ferialarbeitsverhältnis", dort gilt man im rechtlichen Sinn als "echter" Arbeitnehmer. "Ferialarbeitnehmer haben Anspruch auf kollektivvertragliche Mindestentlohnung und sind zur Sozialversicherung anzumelden. Es gelten alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen in vollem Umfang", so Herzog. Wichtiges Detail am Rande für das Hotel- und Gastgewerbe: Hier sieht der Kollektivvertrag zwingend auch für Pflichtpraktika, die aufgrund schulrechtlicher Vorschriften zu leisten sind, einen Anspruch auf Entgelt vor - "und zwar in der Höhe der Lehrlingsentschädigung für das dem Schuljahr entsprechendem Lehrjahr", schließt der Rechtsexperte.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Rechtsservice 
T 0316/601-601
E rechtsservice@wkstmk.at

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