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"Die Fachkräfte sind unser Flaschenhals"

Zum ersten Mal seit Ausbruch von Corona tagte das vollständige steirische Wirtschaftsparlament. Zentrale Themen waren das wirtschaftliche Comeback und der Fachkräftemangel.

Abstimmung im Europasaal der WKO beim Wirtschaftsparlament
© Foto Fischer Starke Stimme der steirischen Unternehmerinnen und Unternehmer: das Wirtschaftsparlament.

Volles Haus in der Wirtschaftskammer Steiermark: In normalen Zeiten wäre das ja nicht unbedingt hervorzuheben, doch in Zeiten von Corona ist der Anblick eines gefüllten  Wirtschaftsparlaments doch etwas Besonderes. Schließlich war es – pandemiebedingt – die erste vollbesetzte Sitzung dieses obersten WKO-Gremiums seit der Wahl im Jahr 2020.

Entsprechend groß waren die Freude und auch die Aufbruchstimmung unter den Delgierten die WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk bei seiner Rede auf den Punkt brachte: „Die Zeichen stehen wieder auf Erholung und Wachstum, das ist mehr als erfreulich. Das Comeback der Wirtschaft steht unmittelbar bevor“, so Herk, der in diesem Zusammenhang  auch die Leistungen des Hauses Wirtschaftskammer hervorhob: „Als WKO haben wir selbstverständlich alles in unserer Macht stehende dazu beigetragen, diese schwierige Situation so gut es geht abzufedern. Allein in der Phase zwei des Härtefallfonds haben wir bis jetzt rund 196.000 Anträge in der Steiermark für die Bundesregierung bearbeitet und mehr als 206 Millionen Euro ausbezahlt. Geld, das vor allem viele Selbständige und EPUs dringend benötigt haben, um während der Lockdowns zumindest Miete, Strom und Lebenserhaltungskosten bedienen zu können.“

"Wir brauchen einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung"

Dazu seien im Coronajahr um 60 Prozent mehr Serviceanfragen beantwortet und im Zuge des sicheren Öffnens seit 19. Mai über eine Million Antigen-Selbsttests ausgegeben worden. Eine Leistungsbilanz, die sich mehr als sehen lassen könne, betonten sowohl Herk als auch Direktor Karl-Heinz Dernoscheg vor dem Parlament. Umso mehr stoßen so manche parteipolitisch motivierten Anschüttungen gegen die WKO sauer auf: „Es gibt eine Verrohung der Diskussionskultur, die mehr als bedenklich ist. Und wenn dann auch noch zu einem Boykott der Kammerumlagen aufgerufen wird, halte ich das ehrlich gesagt für nicht besonders klug. Es ist eigentlich fahrlässig“, so Herk. 

Denn gerade jetzt sei eine starke Vertretung der Wirtschaft wichtig. „Wir brauchen einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung, der die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen vereint. Am Schutz der Umwelt und des Klimas führt kein Weg vorbei“, gab Herk ein Bekenntnis ab. Worten, denen im Wirtschaftsparlament auch ein entsprechender Beschluss folgte (siehe unten).

Wobei der Präsident auch Zeit einforderte, „um die Dekarbonisierung sinnvoll zu gestalten“. Etwa durch neue Technologien, auch im Bereich klassischer Verbrennungsmotoren. Damit könne man Umwelt und Klima schonen, ohne dabei die Betriebe und ihre Beschäftigten zu gefährden. Herk plädierte im Wirtschaftsparlament für einen „technologieneutralen Wettbewerb“. Schließlich würden 180.000 Jobs und 16 Milliarden Euro an Wertschöpfung im Land an und von der Automobilbranche abhängen.

Offene Stellen besetzen: "Mit wem und woher?"

Die mit Abstand dringendsten Herausforderungen ortete Herk  allerdings im Bereich der Fachkräfte. Deren Mangel drohe für den bevorstehenden Aufschwung nämlich zum Flaschenhals zu werden. „Das zeigen die Zahlen aus unserem Fachkräfteradar. Selbst im Coronajahr hat der Druck nicht nachgelassen.“ Und das werde er auch nicht angesichts der demographischen Entwicklung. Vielmehr werde man hier in den kommenden Jahren vor der großen Herausforderung stehen, Stellen im großen Stil nachzubesetzen. „Die Frage ist, mit wem und woher?“ Nicht zuletzt deshalb setzte man auch im Wirtschaftsparlament Akzente für eine Bildungsoffensive, die mit den EuroSkills auch einen stärkeren Fokus auf den hohen Wert der Lehre bekommen soll. 


Diese Anträge wurden beschlossen:

  • Weitere Forcierung einer nachhaltigen Wirtschafts- und Umweltpolitik durch die WKO Steiermark. Eingebracht wurde der Dringlichkeitsantrag von Wirtschaftsbund, Sozialdemokratischem Wirtschaftsverband, Freiheitlicher Wirtschaft, Grüner Wirtschaft und Industriellenvereinigung.

  • Ebenfalls von allen Wählergruppen beantragt und damit einstimmig beschlossen wurden Maßnahmen gegen die Bodenversiegelung, Entgeltfortzahlungen bei Covid-Quarantäne auch für Pendler aus Nachbarstaaten, die Nutzung des Just Transition Fonds der EU für die Umsetzung des Sachprogramms Erneuerbare Energien in der Steiermark, eine rasche Abwicklung gemäß den Bestimmungen des §32 Epidemiegesetz für gewerbliche Unternehmen, Bonitäts- und Finanzierungsberatung für insolvenzgefährdete Betriebe aufgrund der Covid-Krise sowie ein Breitbandturbo.

  • Mehrstimmig beschlossen wurden Anträge zur Rücknahme der NoVA-Einführung für gewerblich genutzte Nutzfahrzeuge sowie zur Dergulierung und Verfahrensbeschleunigung im Bereich der UVP anhand des Beispiels B70 (Packer Straße). Weiters eingefordert wurde ein Öffnungszeitengesetz für Land- und Forstwirte, ein Alkoholabgabeverbot mittels Automaten für den Bereich der Land- und Forstwirtschaft und eine Reform des Arbeitslosengeldes sowie der Zuverdienstgrenzen und der Zumutbarkeitsbestimmungen, dazu Investitionen in die Bildung.


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