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Ethikunterricht für Künstliche Intelligenz

Wenn Science-Fiction-Szenarien zur Realität werden: Ein Streifzug durch Risiken und Chancen der Künstlichen Intelligenz. 

Symbolbild KI
© ipopba Artificial Intelligence: Symbiose aus Mensch und Maschine

Es ist das klassische Beispiel, das uns das ethische Dilemma der künstlichen Intelligenz vor Augen führt: Ein nicht zu verhindernder Autounfall, bei dem das autonom agierende Fahrzeug eine Entscheidung über Leben und Tod trifft. Weicht es einem alten Mann aus oder einer jungen Frau mit Kind? Die freie Entscheidung des einzelnen Menschen wird einem Algorithmus übertragen. Doch wer trägt letztendlich die Verantwortung? „Das Terminator-Szenario ist bereits möglich“, warnt Dominic Neumann, Obmann der Fachgruppe UBIT. „Auch wenn den Maschinen das menschliche Aussehen fehlt, mit der Vernetzung und Rechnerleistung, die Maschinen lernen lassen, sind wir schon dort angekommen.“ Einheitliche, globale Regeln für ethisches Verhalten der KI und Übereinkommen, wohin und wie weit die Reise gehen darf, würden weitgehend fehlen, was sehr gefährlich sei. 

KI ist im Alltag angekommen

„So werden etwa an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze Menschen mit Drohnen aufgespürt und in Kriegen kämpfen bewaffnete Drohnen“, so Neumann. Auch wenn es beim Einsatz von KI normalerweise nicht um Leben und Tod geht, KI ist längst in unserem Alltag angekommen: Auf Smartphone oder TV, die Unterhaltungen „mithören“ und dann die passende Werbung einspielen. Wenn das Reiseportal abhängig vom verwendeten Gerät unterschiedliche Preise ausspuckt. Wenn der Onlineshop nur ausgewählten Personen Bezahlen per Nachnahme erlaubt. Oder wenn das Schreibprogramm neue Wörter lernt. 

Problematisch wird es, wenn KI vorhandene Diskriminierungstendenzen übernimmt, fortschreibt und vertieft. So würde etwa der Google-Algorithmus dunkelhäutige Menschen bei diversen Beurteilungen benachteiligen und auch bei Banken könne es durch KI zu einer deutlich schlechteren Beurteilung der Kreditwürdigkeit kommen, berichtet Neumann. 

KI aus der Steiermark

Beim steirischen KI-Pionier Leftshift One hingegen wird Ethik großgeschrieben. Die 40-köpfige Grazer Firma hat ein Betriebssys-tem für künstliche Intelligenz entwickelt, das sowohl Datenschutz als auch Ethik miteinbezieht. „Vertrauenswürdigkeit und Erklärbarkeit sind die Grundvoraussetzung für die Anwendung von künstlicher Intelligenz“, ist CEO Patrick Ratheiser überzeugt. „Das gelingt nur, wenn wir die Entscheidungsprozesse der künstlichen Intelligenz so transparent wie möglich gestalten.“ Wichtig sei eine Symbiose aus Mensch und Maschine, was nicht nur maßgeblich zu einer ethischen KI beitrage, sondern das implizite Wissen des Mitarbeiters in den digitalen KI-Prozess miteinbringe. Ratheiser sieht in dieser Verbindung von Mensch und Maschine den eigentlichen Schatz. „Während man in den USA und in Asien bei KI hauptsächlich auf Schnelligkeit der Entwicklung setzt, soll in Europa eine verantwortungsvolle KI gewährleistet werden“, so Christian Weber, CTO bei Leftshift One. Ein wichtiger Schritt dahin sind die von der Europäischen Kommission 2019 veröffentlichten Ethik-Richtlinien für KI. Diese würden, so Weber, zwar auf den ersten Blick eher strikt wirken, er sieht aber darin eine Chance. „Vor allem, wenn sichergestellt wird, dass der Mensch bei Entwurf und Einsatz stets im Mittelpunkt steht.“

Von Petra Mravlak

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