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Erfolgsbilanz für "Mentoring für MigrantInnen"

Neun von zehn Teilnehmern halten das Programm für wichtig. Im Herbst startet deshalb der bereits achte Durchgang.

1,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben aktuell in Österreich – das sind 21,4 Prozent der Bevölkerung. In den letzten Jahren machte die Zuwanderung aus dem Ausland bereits 95 Prozent des Bevölkerungswachstums in Österreich aus. Ohne Zuwanderung würde jedoch laut OECD alleine bis zum Jahr 2025 die Zahl der 20 bis 24 Jährigen hierzulande um ein Viertel zurückgehen.

 

Nicht zuletzt deshalb und auch mit Blick auf die Flüchtlingsströme der letzten Monate sind die Themen Migration und Integration von immenser Bedeutung. Wesentlich dabei ist eine Teilhabe am Arbeitsmarkt, sind sich alle Experten einig. Edwin Schäffer vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF): „Deutschkenntnisse und der Eintritt in den Arbeitsmarkt zählen zu den wichtigsten Faktoren für eine gelungene Integration.“ Doch gerade der Zugang zu Beschäftigung ist für Menschen mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft mit Problemen verbunden, erklärt Karl Heinz Snobe, Leiter des Arbeitsmarktservice Steiermark (AMS): „Die Arbeitslosenquote unter Inländern beträgt aktuell in der Steiermark 6,8 Prozent, unter Ausländern 12,1 Prozent. Damit wird sehr deutlich, dass es für Migranten wesentlich schwieriger ist, die Integration in den Arbeitsmarkt zu schaffen.“ Und deshalb setzt genau hier das Programm „Mentoring für MigrantInnen“ an, das die Wirtschaftskammern Österreichs gemeinsam mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice 2008 gestartet haben.


Ziel dabei ist es, Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Ihnen werden Mentoren – Mitarbeiter aus den verschiedensten Unternehmen oder auch namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft – zur Seite gestellt, die sie ein halbes Jahr lang begleiten. Sie unterstützen dabei ihre Mentees mit Rat und Tat, etwa durch den Zugang zu den notwendigen Netzwerken, durch Tipps für den Bewerbungsprozess oder durch Hilfestellung beim Überwinden bürokratischer Hindernisse. „Insgesamt haben bereits 1.521 Migranten österreichweit an diesem Erfolgsprojekt teilgenommen, in der Steiermark waren es bislang 138 Personen aus rund 20 verschiedenen Nationen“, weiß WKO Steiermark Direktor Dernoscheg zu berichten. „Alleine im letzten Durchgang 2015/16 reichte die globale Bandbreite an Herkunftsländern von Brasilien über Mexiko und natürlich die europäischen (Nachbar-)Staaten bis hin zu Syrien, Russland, Ägypten oder auch die Ukraine.“ Und auch die Qualifikationen der teilnehmenden Migranten waren breit gefächert. Hier reihten sich IT-Experten und Dolmetscher an Business- und PR-Manager, da wurden Luftfahrtingenieure, Wirtschaftswissenschafter oder Logistikfachkräfte ebenso mit engagierten weiß-grünen Mentoren zusammengebracht, wie Bauingenieure, Sprachwissenschaftler, Betriebswirte oder auch Marketingprofis. Dernoscheg: „Qualifizierte Migranten sind ein wichtiges Arbeitskräftepotenzial für unsere heimische Wirtschaft. Sie sind oft nicht nur bestens ausgebildet, sondern bringen auch wichtige  Softskills, wie Sprach- und Kulturkenntnisse mit und fördern so die Internationalisierung unserer Wirtschaft.“

 

Die nun erfolgten Evaluierungen der Mentoring-Durchgänge zeigt deutlich, dass hier die Richtung für beide Seiten stimmt, so Dernoscheg: „Neun von zehn Teilnehmern – Mentoren und Mentees – halten das Programm für wichtig. Und acht von zehn Mentoren sehen darin einen Vorteil für die Auslandsaktivitäten ihrer Unternehmen.“ Weitere Ergebnisse im Detail:

  
  • Als größte Herausforderungen werden aus Sicht der Mentoren vor allem fehlende Netzwerke (65 Prozent), fehlende Berufserfahrung (41 Prozent) und fehlende Zusatzqualifikationen (30 Prozent) genannt.
  • Das deckt sich größtenteils auch mit der Eigensicht der Mentees: Sie sehen fehlende Netzwerke (30 Prozent), fehlende Berufserfahrung (22 Prozent) und die Überwindung einer langen Phase der Arbeitslosigkeit (19 Prozent) als größte Herausforderungen beim Jobeinstieg.
  • Beide Seiten sind von den Vorteilen des Programms überzeugt. Bei den Mentoren überwiegen der aktive Beitrag zu gelebter Corporate Social Responsibility (65 Prozent) sowie die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Coachingfähigkeiten (59 Prozent) aber auch der Erwerb zusätzliche interkultureller Kompetenzen (35 Prozent). 
  • Bei den Mentees ist es vor allem das Vertrautmachen mit der österreichischen Arbeitskultur, die Unterstützung im Bewerbungsprozess und das Herstellen von Kontakten (jeweils 17 Prozent).
  • Konkret konnten bei den letzten drei Durchgängen des Programms in der Steiermark  26 Prozent der Teilnehmer ein Dienstverhältnis beginnen, 7 Prozent sogar ein Unternehmen gründen. 21 Prozent starteten ein Praktikum in einem Unternehmen, für 47 Prozent gab es eine weiterführende Qualifizierung, um noch besser auf den Berufseinstieg vorbereitet zu sein. 23,3 Prozent sind dabei ihre im Ausland erworbene Qualifikation in Österreich anerkennen zu lassen bzw. streben ein zusätzliches Masterstudium an (pro Teilnehmer mehrere Ergebnisse möglich).
  

„Mentoring für MigrantInnen“ geht ab Herbst in die achte Runde

 

Aus diesem Grund startet die WKO Steiermark im Herbst die mittlerweile achte Auflage des „Mentoring-für-MigrantInnen“-Projekts, interessierte Betriebe können sich bereits melden (wko.at/stmk/migration). AMS-Geschäftsführer Karl Heinz Snobe dazu: „Das Programm setzt für eine kleine Gruppe von Betroffenen – High Potentials und besonders gut ausgebildete Migranten – an dem Punkt an, an dem diese es besonders schwer haben, und helfen beim Aufbau eines Netzwerks. Damit wird die Arbeitsuche zwar nicht ersetzt aber entscheidend unterstützt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Potentiale, die diese Menschen mitbringen, damit besser eingesetzt werden können.“ Doch die Unterstützung der engagierten Mentoren, der WKO und des AMS alleine reicht nicht immer aus, um Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Flüchtlinge erfolgreich in das Arbeits- und damit auch in das Sozialleben zu integrieren. Edwin Schäffer vom ÖIF: „Neben Deutschkenntnissen und entsprechenden Qualifikationen braucht es den Willen sich zu engagieren, genauso wie unbürokratische Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Qualifikationen.“ Das neue Anerkennungs- und Bewertungsgesetz sei ein zentraler Schritt und ermögliche eine schnellere Anerkennung und spezielle Verfahren für Flüchtlinge, so Schäffer. 


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652

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