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Erfolgreiche Kooperationen im Fokus der Hirnforschung

Autor und Neurowissenschaftler Joachim Bauer über die Wichtigkeit von persönlichem Kontakt im digitalen Zeitalter.

Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Facharzt, Psychotherapeut und Autor in Berlin.
© 2018 Fotostudio Charlottenburg Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Facharzt, Psychotherapeut und Autor in Berlin.

Herr Bauer, was sind die wichtigsten Eigenschaften für eine funktionierende Kooperation mit Kunden oder Business-Partnern?

Joachim Bauer: Für eine funktionierende Kooperation bedarf es – auch und gerade in Zeiten der Digitalisierung – an erster Stelle persönlicher Ansprechpartner. Solange maßgebliche unternehmerische Entscheidungen noch von Menschen getroffen werden, braucht es auf beiden Seiten einen ausreichenden persönlichen Kontakt zwischen den Entscheidungsträgern. Dazu sollte man sich, zumindest am Beginn einer Zusammenarbeit, einmal gesehen haben, danach reichen Telefon und E-Mail. Gute Geschäfte laufen nur über Vertrauen, und Vertrauen bildet sich nur, wenn man sich kennt.

Wie funktioniert Kooperation aus neurowissenschaftlicher Sicht?

Bauer: Konflikte und die durch sie aktivierten Emotionen – Frust, Ärger, manchmal auch Aggression – gehören zum Leben. Sie sind jedoch kein Selbstzweck, sondern sind als eine Aufgabe zu sehen, die gelöst werden muss. Aggression oder Krieg als durchgehende Haltung kosten enorm viel Kraft und verbrauchen wertvolle Ressourcen. Aus neurowissenschaftlicher Sicht kommt hinzu: Andauerende, nicht gelöste Konflikte machen krank.

Verlernen wir unsere Kooperationsfähigkeit aufgrund der Digitalisierung? Wie wichtig ist Empathie für eine Zusammenarbeit?

Bauer: Respekt und Freundlichkeit sind überaus wichtig, die Abwicklung der täglichen Arbeit darf nicht mit Emotionen überladen werden, das wäre „too much“. Für das normale Alltagsgeschäft empfiehlt sich eine durch freundliche Sachlichkeit geprägte Tonalität. Höflichkeit und Respekt sollten auch beim E-Mail-Verkehr bestimmend sein. Andeutungen, Anspielungen und Ironie sollte man vermeiden. Das kann vor allem dann, wenn eine Nachricht über den Bildschirm kommt, sehr schnell im falschen Hals landen. Alles, was heikel oder schwierig ist, sollte persönlich – also im zweiseitigen Gespräch oder in einer Besprechung – kommuniziert werden.

Führungsebene anno 1970 und heute – was hat sich am meisten verändert?

Bauer: Technischer Fortschritt, Globalisierung, verschärfter Wettbewerb, Beschleunigung, Verdichtung, Flexibilisierung und ständige Erreichbarkeit – das alles hat die Arbeitswelt verändert. Vieles ist – gerade im Bereich der Kommunikation und der Verfügbarkeit von Informationen – aber auch leichter geworden. Die Grundregeln für gute Führung und kollegiale Zusammenarbeit sind aber die gleichen geblieben: klare Ansagen, Transparenz, Fairness und Wertschätzung.

Welche Vorgehensweisen müssen auf Führungsebene beachtet werden? Wo passieren die meisten Fehler?

Bauer: Wenn es gut läuft, kann man elektronisch kommunizieren. Sobald Differenzen oder Konflikte absehbar sind, sollte unbedingt miteinander gesprochen werden. Bei Konflikten sollte die andere Seite erfahren, welche Gesichtspunkte das eigene Handeln bestimmen. Wichtig ist, die Affekte unter Kontrolle zu halten, nicht zu drohen und die andere Seite nicht zu demütigen.

In seinem neuesten Buch „Wie wir werden, wer wir sind“ beschäftigt sich Bauer mit der Förderung und Bildung im Kindes- und Jugendalter sowie deren (digitalen) Einflüssen. Am 15. Jänner ist er als Keynote-Speaker im Rahmen eines Netzwerktreffens von ,Kooperation und Netzwerke‘ im Novapark Graz zu Gast.


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