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Energieversorgung als Damoklesschwert

Die aktuellen Preissteigerungen führen zu existenzbedrohenden Situationen in der Industrie. Zusätzlich bereitet die mögliche Energielenkung große Sorgen. 

Strommast
© AdobeStock_blackday Die Energiepreise führen bei einigen Betrieben bereits zu bis zu 50 Prozent höheren Gesamtkosten.

Quer durch alle Wirtschaftsbereiche sorgen die gestiegenen Energiepreise für enorme, mitunter bereits existenzbedrohende Herausforderungen. Besonders betroffen sind energieintensive Unternehmen, die insbesondere in der Industrie beheimatet sind. „Der Krieg in der Ukraine verschärft die Problematik von rasanten Energiepreissteigerungen, fehlenden Rohstoffen und unterbrochenen Lieferketten zusätzlich“, erklärt Industrieobmann Max Oberhumer. 

"Betriebe sind mittlerweile gezwungen, Produktionen zu drosseln oder stehen vor hohen Pönalzahlungen, weil es unmöglich ist, Lieferverträge einzuhalten."
Max Oberhumer, Spartenobmann Industrie


Wie stark die Betriebe bereits unter Druck stehen, macht Oberhumer auch deutlich: „Nicht wenige sind gezwungen, Produktionen zu drosseln, weil die zusätzlichen Kosten nicht mehr weitergegeben werden können. Hinzu kommt das Problem bestehender Lieferverpflichtungen. Man steht vor der Wahl des geringeren Schadens für das Unternehmen: Die Mehrkosten selbst noch versuchen zu schlucken oder die Pönale bezahlen“. Getrieben durch die Energiepreise, hätten sich die Gesamtkosten bei einigen Unternehmen bereits um bis zu 50 Prozent erhöht, erzählt  Oberhumer. „Und keiner weiß, wie es weitergeht. Angesichts der immer fragileren Lage können wir alle nur mehr ,auf Sicht fahren‘“, so Oberhumer – der als erste, rasche Maßnahme gemeinsam mit Bundesobmann Sigi Menz die Strompreiskompensation gemäß dem europäischen Emissionshandelssystem fordert. 

Größte Sorge: Gasversorgung & mögliche Energielenkung


Die größte Sorge in den Betrieben sei aber die Versorgungssicherheit mit Gas: „Sie schwebt wie ein Damoklesschwert über allem.“  Würde Russland den „Gashahn zudrehen“, wäre das ein absolutes Worst-Case-Szenario, das mit den aktuell vorhandenen Mitteln nicht einmal ansatzweise zu kompensieren sei – denn 80 Prozent des Gases in Österreich kommen aus Russland. Umso dringlicher ist Oberhumers Appell an die Politik: „In einem solchen Ausnahmefall muss die staatliche Energielenkung auf jene Betriebe Bedacht nehmen, die entweder selbst Strom erzeugen bzw. auf jene, die in die lokale Fernwärme einspeisen. Werden diese Ressourcen gekappt, verschärft sich die Problematik für alle gesamt um ein Vielfaches.“


Statements:

  • Herbert Decker, Maschinenfabrik Liezen: „Die aktuellen Energiepreise haben massives Bedrohungspotenzial. Aus unternehmerischer Perspektive gibt es derzeit keine Möglichkeit, diese galoppierenden Preissteigerungen zu kompensieren, sondern nur die Chance, sie an die Märkte weiterzugeben. Besonders komplex macht die Situation, dass es derzeit keine nachvollziehbaren und prognostizierbaren Marktreaktionen zu geben scheint. Das macht auch die Abschätzung der weiteren Entwicklung praktisch unmöglich.“

  • Andreas Bock, Wolfram Bergbau und Hütten AG: „Erdgas ist für das Unternehmen WOLFRAM essentieller Energieträger für Direktfeuerungen, Dampferzeugung und die Herstellung von Wasserstoff für die Wolframmetallgewinnung.“ 

  • Andreas Werner, Brau Union: „„10% der Erzeugungskosten sind Energiekosten. Bei einer Energiepreissteigerung im jetzigen Ausmaß können die Mehrkosten nicht mehr absorbiert werden und müssen daher anteilig an den Kunden weitergegeben werden.“ 

  • Georg Feith, Stoelzle Glass Group: “Die Glasproduktion ist ein energieintensiver Betrieb. Wir werden durch den explodierenden Gas- und Strompreis besonders hart getroffen. Auf europäischer Ebene besteht durch die Strompreiskompensation für CO2 in Deutschland und Italien schon jetzt für uns ein Wettbewerbsnachteil. Auch die Gebotszonentrennung, die 2018 zwischen Deutschland und Österreich eingeführt wurde, vergrößert den Preisunterschied um derzeit 50€/MWh – das sind 25 Prozent vom Strompreis. D.h. zu den hohen Preisen kommen noch spezielle signifikante Nachteile in Österreich.“ 

  • Heinz Schabreiter, C&D Foods Austria: "Mehr als 80 Prozent unserer Premium- und Bio-Tiernahrung für Hunde- und Katzen verkaufen wir außerhalb von Österreich (Europa & Asien), dabei treffen uns neben den stark gestiegenen Energiekosten in der Produktion vor allem auch die hohen Transportkosten. Derzeit beträgt der jährliche Mehraufwand ca. eine Million Euro." 

  • Christian Heigl, HPDC Europe: „Als Zulieferbetrieb für die Automobilbranche sind wir, zusätzlich zum vorherrschenden Chipmangel und den zum Teil kritischen Wirkungen der Pandemie, jetzt aufgrund der Ukraine-Situation mit enorm volatilen Energiepreisen und mit einer potentiellen Versorgungsunsicherheit konfrontiert. Wir sind gefordert die massiven Preissteigerungen an unsere Kunden weiterzugeben. Somit wird es immer schwieriger als österreichischer Standort konkurrenzfähig zu bleiben. Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte weiterhin aufrecht zu erhalten, wird es aus meiner Sicht immer wichtiger, dass wir uns noch intensiver mit Energieeffizienz und Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen. Zusätzlich sind wir gefordert die massiven Preissteigerungen an unsere Kunden weiterzugeben. Somit wird es immer schwieriger als österreichischer Standort konkurrenzfähig zu bleiben.“




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