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Wie Preissprünge Einkommen und Kapital verheizen

Mit 6,8 Prozent ist die Inflationsrate so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Preistreiber sind einmal mehr die hohen Energiekosten. Experten fordern jetzt rasche Maßnahmen, um die Dynamik einzubremsen.

Brennende Euroscheine
© Adobe Stock/photoschmidt „Die Energie-Preistreiber sind auch hausgemacht. Das Steuersystem befeuert diese Entwicklung, es braucht jetzt Maßnahmen" – Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) in der WKO Steiermark

Die Teuerung greift um sich, und zwar in einer Dimension wie seit Jahrzehnten nicht: Auf 6,8 Prozent ist die Inflation im März im Jahresvergleich geklettert, damit war die Teuerungsrate so hoch wie zuletzt im Jahr 1981 – zu einer Zeit, als das Zinsniveau mit rund vier Prozent große Teile der Inflation abfederte. Heute – nach jahrelanger Nullzinspolitik – stellt sich die Lage weitaus dramatischer dar. „Die realen Verluste, die wir jetzt erleben, sind so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Es gibt keine positiven Realzinsen, stattdessen findet eine kalte Enteignung statt“, sagt Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) in der WKO Steiermark.

Die hohen Inflationsraten werden, glaubt Verhounig, keine kurzfristige Erscheinung sein, sondern uns mittelfristig begleiten. Mit Sorge beobachtet er die Entwicklung der Teuerungsraten in den letzten Monaten: „Die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine heizen diese Dynamik immer weiter an.“ Insbesondere die hohen Energiepreise haben die Inflation nach oben getrieben: So haben sich etwa die Heizölpreise seit dem März des Vorjahres mit einem Plus von 118 Prozent mehr als verdoppelt, Gas ist um 79 Prozent teurer geworden, Treibstoffe um 50 Prozent. 

Wobei: Die Preistreiber bei der Energie seien auch hausgemacht, kritisiert Verhounig. Denn „unser Steuersystem befeuert diese Entwicklung“. Über die (prozentuelle) Mehrwert- und Mineralölsteuer lukriert der Staat laut jüngsten Berechnungen der Agenda Austria Mehreinnahmen von bis zu elf Milliarden Euro – Geld, das in den Börseln der Konsumenten und den Kassen der Unternehmen fehlt. Umso wichtiger sei es, jetzt die Energiesteuern zu senken, so Verhounig. Genau das fordert auch  eine aktuelle Initiative der WKO Steiermark.

Wichtig sei, dass es jetzt zu keinem weiteren Energie-Engpass komme, damit sich die Preisdynamik nicht weiter verschärft, betont der Volkswirt – Stichwort Gas-Embargo. Denn „insbesondere beim Gas gibt es kurzfristig keine Alternative“, unterstreicht er.

Preisdynamik möglichst rasch entschärfen

Von staatlicher Seite brauche es jetzt dringend Maßnahmen, um die Teuerung einzubremsen, mahnt er. „Sonst laufen wir Gefahr, in eine galoppierende Inflation zu kippen.“ Eindämmen könne man die Teuerung etwa – wie seit Jahren gefordert – mit der Abschaffung der kalten Progression, die als schleichende Steuererhöhung mehr als ein Körberlgeld für den Staat ist. 

Was die bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen betrifft, rät er zu „Zurückhaltung“: Ansonsten drohe eine Lohn-Preis-Spirale, die sich immer schneller drehe und sich hochschaukle. „Statt einer vollen Inflationsabgeltung plädieren wir für einen Produktivitätsausgleich. Würde der Staat – wie zuletzt von der Sparte Gewerbe und Handwerk vorgeschlagen – zumindest temporär auf Teile der Lohnnebenkosten beim 13. und 14. Gehalt verzichten, würde den Beschäftigten netto mehr Geld bleiben.“ 

Auch eine Stagflation – also eine Kombination aus niedrigem Wachstum und hoher Inflation – kann Verhounig nicht mehr ausschließen. Wirtschaftsforscher hatten zuletzt ihre Erwartungen nach unten revidiert. „Diese Entwicklung muss man im Auge behalten.“ Ob eine Zinserhöhung, die im Sommer erwartet wird, positiv wirkt, bleibt angesichts der fragilen konjunkturellen Lage abzuwarten.

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