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Ein Kraftwerk für Balkonien

Von der Photovoltaik-Matte über eine kleine „Kiste“ direkt in die Steckdose: Grazer entwickeln Mini-Kraftwerk für den Balkon.

E2T-Gründer: Christoph Grimmer, Stephan Weinberger, Florian Gebetsroither
© Foto: TU Graz "E2T"-Gründer: Christoph Grimmer, Stephan Weinberger, Florian Gebetsroither

Geht es nach dem Grazer Techniker Christoph Grimmer, so gesellt sich schon bald zu Pelargonie und Rosenstöckerl am Balkon auch eine innovative bierkistengroße Photovoltaikanlage, die Strom für den Hausgebrauch erzeugt. Und das alles ohne technischen Aufwand, mobil im Einsatz und unkompliziert in der Handhabung. Wie das geht? „Man muss eigentlich nur Photovoltaik-Panel auf das Balkongeländer hängen“, erklärt Grimmer. Wenn nötig, kann man das wenige Millimeter dicke und sehr flexible Panel sogar „um die Ecke“ biegen. Und ähnlich simpel funktioniert auch die Einspeisung des damit erzeugten Stroms ins eigene Hausnetz - dazu steckt man den kistenförmigen Speicher einfach an die nächste Steckdose im Haus an.


Gemeinsam mit den Techniker-Kollegen Florian Gebetsroither und Stephan Weinberger hat Grimmer dieses clevere Plug&Play-Stromsystem entwickelt, das den Trend zum Urban Gardening schon bald um den Punkt „Strom-Anbau auf Balkonien“ erweitern wird. Denn dieses „Sonnenstrom-Garteln“ zahlt sich aus: „Mit den hier erreichten zwei Kilowattstunden kann man ein Viertel des Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushaltes decken.“ Oder anders ausgedrückt reicht die auf Balkonien selbst „geerntete“ Stromladung für 20 Stunden Fernsehen oder 100 Stunden Licht.


Was die Erfindung aber wirklich besonders macht, ist die in Kooperation mit der TU Graz entwickelte neue Messtechnologie, die bereits zum EU-Patent angemeldet ist: „Im Gegensatz zu bisherigen Systemen wird hier nur exakt jene Strommenge vom Zwischenspeicher über die Steckdose in Echtzeit direkt zurück in den Haushaltskreislauf gespeist, die auch tatsächlich verbraucht wird“, erzählt Grimmer. Doch das ist nicht alles, mit dem sich das Balkon-Kraftwerk von anderen Anbietern unterscheidet. „Zum einen ist unser Produkt europaweit standardisiert. Zum anderen gibt es am Markt keine Anlage in unserer Haushaltsgröße. Es gibt deutlich kleinere, die man eher nur fürs Aufladen von Technik verwendet, oder die wirklich großen Anlagen fürs freistehende Haus“, betont Grimmer. Dass sich aber auch Mieter bzw. Besitzer von Eigentumswohnungen ihren Strom am Balkon oder der Terrasse selbst „anpflanzen“ und dieses Tool, etwa bei einem Umzug, wieder mitnehmen können, sei einzigartig.


Aber nicht nur auf Balkonien soll „Sun2Plug“ zum Einsatz kommen, auch beim Camping oder dem Gartenhäuschen kann die mobile Photovoltaik-Matte gute Dienste leisten. Es steckt also viel Potenzial in der innovativen „Strom-Kiste“ - das haben auch die kommerziellen Stromanbieter schnell erkannt. So sind bereits Energie Graz und  Energie Steiermark beim Techniker-Trio vorstellig geworden: „Gemeinsam werden wir in den kommenden Monaten erste Feldversuche starten.“

Infos: christoph.grimmer@tugraz.at

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