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Dieser Virus ist auch ein Energieräuber

Die Gastlichkeit ist seit Monaten eingefroren, Mannschaften sind zum Stillstand verurteilt. Wie den Neustart schaffen?

Servicekraft
© hedgehog 94, adobestock Ob im Service oder in der Küche: Die Mannschaften brennen darauf, wieder arbeiten zu dürfen.

Die Folgeschäden des monatelangen Lockdowns sind in der Gastronomie und Hotellerie nicht nur wirtschaftlich abzulesen. Der Euphorie über einen Neustart, der laufend verschoben wurde, ist bereits spürbarer Niedergeschlagenheit und Resignation gewichen. Nicht nur bei den Unternehmern, sondern auch bei den hochkarätigen Mannschaften in Küche und Service, die zur Untätigkeit gezwungen sind, sieht man von Lieferdiensten ab. Teams, die in mühevoller Arbeit über lange Zeiträume rekrutiert wurden,  stehen in der Warteschleife, die einige bereits verlassen haben, um sich umschulen zu lassen. 

Eine Entwicklung, die auch Jürgen Pichler bereits festgestellt hat. Der Rolling-Pin-Herausgeber kennt den touristischen Arbeitsmarkt als Nahtstelle von Angebot und Nachfrage wie kein anderer: „20 Prozent der Mitarbeiter denken daran, aus der Gastlichkeit trotz (sicherer) Kurzarbeit auszusteigen. Sie werden fehlen, wenn der Startschuss wieder fällt.“ Pichler spricht durchaus von einem drohenden Fachkräftekollaps, den die Pandemie fördere. Diese Sorge hat auch Christof Widakovich, der rund 500 Mitarbeiter in Kurzarbeit bei Laune zu halten versucht: „Mit der Länge der Pandemie geht natürlich auch viel Energie verloren“, bestätigt der Grossauer-Mastermind. „Unsere Mannschaften wollen kreativ für die Gäste da sein, Applaus hören und die direkte Wertschätzung spüren. Dass das seit Monaten fehlt, tut weh. Weitaus mehr als das fehlende Trinkgeld.“ Auf Abwanderungstendenzen reagiert Widakovich sehr sensibel: „Wir evaluieren wöchentlich die Situation und  haben erst kürzlich 20 neue Mitarbeiter eingestellt, die bei internen Schulungen auf unser Niveau gebracht werden.“ 

Gastronomie: Warten auf den Neustart

Judith Schwarz hält ihre rund 200 Mitarbeiter ebenfalls in Kurzarbeit über Videomeetings bei Laune: „Ich habe noch keine Abwanderungstendenzen festgestellt, alle brennen darauf, wieder arbeiten zu können.“ Die Aiola-Chefin glaubt nicht an einen Katapultstart, sondern an einen Restart in Etappen, „weil wir gar nicht so aufsperren dürfen, wie wir wollen“. Klaus Friedl, Fachgruppenobmann Gastronomie, ist sich sicher, „dass uns die Gäste überrennen, wenn wir wieder aufmachen“. Fluktuation ist für ihn in allen Zeiten normal, er hört vielmehr Klagen, dass Betriebe auf der Suche nach Personal sind und trotz hoher Arbeitslosigkeit nicht fündig werden. So auch Zwei-Hauben-Koch Reinhard Rois in seinem Landhaus in Frohnleiten, der seit Wochen vergeblich einen Koch sucht. Dazu Karl-Heinz Snobe, AMS-Chef:  „Fachpersonal in der gehobenen Gastronomie zu finden war und ist immer schwierig, vor allem auch weil im Fall Rois das Restaurant nur mit dem Privat-Pkw erreichbar ist. Aber, wir bleiben dran, auch wenn jedes Recruiting doppelt so lange dauert, weil alles online passiert.“

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