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Diese Wintersaison hat noch Potential

2.000 Beherbergungsbetriebe mit rund 14.000 Mitarbeitern stemmen sich gegen die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19. Wie geht es den Hoteliers? Das haben wir Fachgruppenobmann Alfred Grabner gefragt.

Schifahrerin
© StockAdobe_VIAR PRO studio Fachgruppenobmann Alfred Grabner zur Wintersaison: "Die Buchungen haben zwar noch kein Vor-Covid-Niveau erreicht, sind aber sehr positiv zu bewerten."

Zwei Jahre Pandemie liegen hinter uns. Wie geht es den Hotelliers?

Grabner: Da muss man ganz klar zwischen Ferien- und Stadthotels unterscheiden. In den Tourismusgebieten konnten sich die Betriebe dank guter Nachfrage über den Sommer und teilweise über den Winter retten, während die Städte leer geblieben sind.  Nicht nur Touristen sind ausgeblieben, auch Seminarteilnehmer und – das wird gerne übersehen – die vielen Gäste bei Firmen- oder Familienfeiern. Man muss die Folgen also sehr differenziert sehen.

Ab 19. Februar dürfen Ungeimpfte wieder Gastro und Hotellerie frequentieren. Warum verzichten viele auf die 3G-Regel?

Grabner: Das ist nur allzu verständlich. Die Gäste, die gebucht haben, vertrauen auf die 2G-Regelung und hätten keine Verständnis dafür, plötzlich mit Ungeimpften beim Essen zu sitzen. Auch wir halten bis Ende Februar im Hotel an der 2G-Regelung fest.

Fehlende Mitarbeiter sind das größte Problem in der Gastlichkeit. Sind wirklich schlechte  Bezahlung, wenig Freizeit und mangelnde Wertschätzung die Gründe?

Grabner: Das Virus hat vielleicht einige Schwachstellen transparent gemacht, aber keine Gräben aufgerissen. Betriebe, die auf Qualität im Angebot setzen, honorieren auch die hohe Qualität ihrer Mitarbeiter. Mit guter Bezahlung, vielen Sonderleistungen wie Gratis Essen, Getränken sowie kostenlosen Unterkünften. Größere Betriebe bieten auch Kinderbetreuung an. Dass die Arbeitszeit so massiv als Grund für die Abwanderung gesehen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Dann gäbe es auch keine Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte etc. 

Weil Personal fehlt, arbeiten einige Betriebe mit gastlichem „Notstrom“. Nur Frühstück, kein Abendessen, mehr Ruhetage etc. 

Grabner: Kein gutes Rezept, um aus der Krise zu kommen. Die Gäste werden ausbleiben, wenn das Angebot nicht stimmt. Da darf man sich kein Verständnis erwarten. Wenn Gäste allerdings das Gefühl haben, dass sich der Betrieb bemüht, dann halten sie ihm auch in schwierigen Zeiten die Treue.

Was ist von dieser Wintersaison noch zu erwarten?

Grabner: Viel, sage ich. Die Buchungen haben zwar noch kein Vor-Covid-Niveau erreicht, sind aber sehr positiv zu bewerten. Wichtig ist jetzt, die Zeit zwischen den Energieferien und Ostern mit attraktiven Angeboten zu füllen, um Urlauber, aber vor allem auch Mitarbeiter bei Laune zu halten. Ich denke da zum Beispiel an attraktive Kurzurlaube, mit denen man Zielgruppen anspricht, die zeitlich ungebunden sind. Also 60+ oder Eltern mit Kindern, die noch nicht schulpflichtig sind.

Wie kann die Gastlichkeit aus  der Krise erfolgreich in die Zukunft wachsen?

Grabner: Die Zauberworte heißen Regionalität und beste Qualität, für die Gäste auch faire Preise zu zahlen bereit sind. Es kann nicht sein, dass ein Schnitzel weniger kostet als ein Energiedrink. Wenn Gäste gut essen, trinken und  schlafen, dann können gute Mitarbeiter auch gut bezahlt und Gewinne erwirtschaftet werden. 

Alfred Grabner
© Foto Fischer Alfred Grabner ist Fachgruppenobmann der steirischen Beherbergungsbetriebe.

Zur Person: Alfred Grabner, Jahrgang 1968, ist zweifacher Vater und Eigentümer des Sporthotels Grabner in Kapfenberg, das er seit 1995 mit seiner Frau führt.


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