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Die Schweiz: Wachstumskaiser mit Sport-Bonus

Die Turbulenzen rund um die Credit Suisse haben die Schweiz in den Fokus gerückt. Sie überrascht aber auch mit Rekorden.

Blick auf das Matterhorn mit einer Schweizer Flagge im Vordergrund.
© Adobe Stock Matterhorn: Ikonenhafter Gipfel als Symbol für die Spitzenposition der Schweizer Wirtschaft im europäischen Standortwettbewerb.

Jahre mit Olympischen Spielen oder Fußballwelt- oder -europameisterschaften sind gute Jahre für die Schweizer Wirtschaft. Nicht, dass automatisch Siege zu verbuchen wären, aber das Bruttoinlandsprodukt wird zum sicheren Sieger: Es wächst in solchen Jahren nämlich überproportional. 


Schuld daran ist der Umstand, dass große internationale Sportverbände wie FIFA, UEFA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) in der Schweiz ihren Hauptsitz haben. Deren  gesamte Wertschöpfung wird nach internationalen Standards ins BIP einberechnet. Das sorgt im Fall der Schweiz für periodische Schwankungen. So betrug das durchschnittliche Wachstum der eidgenössischen Wirtschaft 2021 inklusive der Olympischen Spiele in Tokio 4,2 Prozent, bereinigt „nur“ 3,9 Prozent. Und für 2024 (Olympische Spiele in Paris, Fußball-EM in Deutschland) wird ein Plus von 2,0 und bereinigt von 1,7 Prozent prognostiziert. Damit liegt man zwar deutlich über den Vorhersagen für die Euro-Zone (1,2 Prozent), das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der Schweizer Konjunktur ist aber ihre niedrige Inflation.

So lag die durchschnittliche Teuerungsrate im vergangenen Jahr im EU-Raum bei 9,2, in der Schweiz dagegen bei nur 2,8 Prozent. Für 2023 geht das Staatssekretariat für Wirtschaft in Bern von 2,3 Prozent aus. Es ist das Ergebnis einer protektionistischen Wirtschaftspolitik. 

So wurde der Inflationsdruck aus dem Ausland durch eine Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro abgefangen.  Als Folge wurden Importe für Verbraucher billiger und es entstand ein Teuerungsschutzwall nach außen. Dadurch hat die Schweizer Nationalbank allein 2022 einen Verlust von 132,5 Milliarden Euro verbuchen müssen, rechnet Österreichs Wirtschaftsdelegierter Manfred Schmid vor. 

Anderer Warenkorb

Dazu kommt, dass der Fall der Credit Suisse für Verunsicherung sorgt, sollten weitere Rettungsmaßnahmen notwendig sein. Schließlich beläuft sich die Bilanzsumme der fusionierten Bank UBS-Credit Suisse auf das Doppelte des Schweizer Bruttoinlandsprodukts. In den nationalen Wirtschaftsdaten spiegelt sich das nicht wider. Auch, weil der Warenkorb zur Inflationsberechnung anders zusammengesetzt ist: Energie- und Lebensmittelpreise haben einen geringeren Anteil als in Rest-Europa, die (zuletzt massiv verteuerte) Krankenversicherung ist gar nicht vertreten. Außerdem gibt es ein vergleichsweise rigideres Modell von staatlich kontrollierten Preisen beispielsweise für Arzneien, eine Abnahmeverpflichtung bei lokalen Energieanbietern und ausländische Lebensmittel, die mit hohen Zöllen belastet werden. Dennoch hat es die Schweiz geschafft, durch bilaterale Verträge einen praktisch ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten. Für  Österreich bleibt die Schweiz jedenfalls wichtiger Exportmarkt. Über eintausend österreichische Firmen sind mit Niederlassungen vertreten.   


  • 2.000 Unternehmen, die einen
    Jahresumsatz von über 750 Millionen Dollar haben, haben in der Schweiz ihren Hauptsitz.
  • 23,1 Prozent betrug im ersten Halbjahr 2022 das Plus bei österreichischen Exporten in die Schweiz.
  • 14,3 Milliarden Euro investierten Schweizer Unternehmen 2021 in Österreich.



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