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Die Gastlichkeit steht nicht auf der Bremse

Auch im Lockdown herrscht in der Gastronomie teilweise reger Betrieb. „Food to go“ soll trotz Stillstand für Kulinarik sorgen.

Lieferdienst vor Haustür mit FFP2-Maske
© AdobeStock_Andrey Popov Die steirischen Gastronomen kochen weiter auf – Take Away und Lieferdienste sorgen auch im Lockdown für Kulinarik daheim.

Eines kann gleich vorweg gesagt werden: Kalt bleiben die Öfen  nur in wenigen Restaurants und Cafés. „Es muss sich trotzdem rechnen“, so Klaus Friedl,  Fachgruppenobmann Gastronomie: „Der Umsatzentgang in der wichtigsten Zeit des Jahres ist mit Abholservice und Lieferdiensten keinesfalls wettzumachen.“ Das weiß auch Chris-tof Widakovich, der die Gourmetküche für seine sieben Grazer  Betriebe in der Zentrale in der Grazer Kalvarienbergstraße „gebündelt“ hat, wo sich Feinspitze Freitag und Samstag Menüs in drei (Geschmacks-)Paketen um je 99 Euro gegen Vorbestellung abholen können. Annemarie und Michael Gauster sind in ihrem Lokal „dreizehn“ in der Grazer Innenstadt so lange mit einem Abholservice zu Diensten, bis die Vorräte aufgebraucht sind. Dann werden die kulinarischen Aktivitäten in den Kreuzwirt auf dem Rosenberg verlegt, wo von Freitag bis Sonntag Speisen gegen Vorbestellung abgeholt werden können. In ganz großem Stil bedient Thomas Pail im Café-Restaurant Leo in Kalsdorf seine hungrigen (Stamm-)Gäste: „Wir haben  – ähnlich wie in der Systemgastronomie – einen Gourmet-Drive-in, in dem sich bis zu 400 Hungrige täglich von 11.30 bis 19.30 Uhr kontaktlos Menüs und Speisen abholen.“ Auch beim Urlwirt in Unterpremstätten bleibt die Küche  keinesfalls kalt. Georg Reif: „Ich fühle mich vor allem meinen vielen Stammgästen verpflichtet, die wir auch im Lockdown erstklassig bedienen möchten.“ Von 11.30 bis 14.00 Uhr und von 17.00 bis 20.00 Uhr stehen die Tore offen. Reif: „Das Verpacken von Speisen ist sehr aufwendig und kostenintensiv, wir investieren jährlich einige Tausend Euro in umweltfreundliche  Boxen und Co.“

Zustellservice und Abholung

Im Gasthof Thomahan in Friesach ticken die gastlichen Uhren auch im Lockdown ganz anders. 2019 hat Elisabeth Leben das Hoferbe im Familienbetrieb angetreten: „Unser Gasthof liegt mitten in einem Industriegebiet, also habe ich mich von Anfang an auf die Betriebe im Umfeld konzentriert, deren Mitarbeiter überwiegend Gaststuben und Zimmer füllen. Auch im Lockdown sind wir quasi ausgebucht, weil wir Geschäftsreisende ja unterbringen und auch verköstigen dürfen.  Die Mitarbeiter in den Betrieben beliefern wir Montag bis Freitag mit Menüs.“ Die sogenannte Laufkundschaft kann sich ebenfalls Speisen beim Thomahan abholen und sich zusätzlich 24 Stunden aus einem Automaten mit rund 35 Produkten  – von der Hauptspeise über Getränke bis zum Dessert im Glas – bedienen. Hans Peter Fink und seine 18 Mitarbeiter im Gasthaus Haberl & Fink‘s Delikatessen in Walkersdorf können über einen Stillstand ebenfalls nicht klagen: „Wir bieten Samstag und auch Sonntag, der sonst geschlossen ist, Speisen zum Abholen an, was ganz super angenommen wird. Unser perfektes Zeitmanagement garantiert, dass die Speisen zum vereinbarten Zeitpunkt auch fertig sind. Ab einer Bestellung von  100 Euro liefert mein Schwiegervater Köstlichkeiten an Stammkunden auch aus.“ Das Zustellservice in Graz übernimmt neben anderen das steirische Unternehmen Velofood. Jungunternehmer Jonathan Stallegger: „200 selbständige Fahrradboten liefern Bestellungen von 100 ausgewählten Gastrobetrieben an die hungrige Kundschaft aus. Diese Marke hätten wir uns niemals erträumen lassen. Tendenz stark steigend.“ Johann Spreitzhofer, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, fürchtet trotzdem existenzbedrohende Umsatzeinbußen in der Branche: „Wir brauchen dringend neue Berechnungsgrundlagen für staatliche Hilfen.“

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