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Deutsche Richtungswahl für die Wirtschaft

Am 26. September finden in Deutschland Bundestagswahlen statt. Deren Ausgang wird auch Einfluss auf die heimische Wirtschaft haben.

Deutschland: Reichstag
© Adobestock, mojolo Noch ist offen, wer am 26. September in Deutschland das Rennen bei der Bundestagswahl machen wird.

Seit Wochen liefern sich Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) in Umfragen ein durchaus überraschendes Rennen um die deutsche Kanzlerschaft. Noch ist offen, wer schlussendlich die Gunst der Wähler für sich gewinnen und das Erbe Angela Merkels nach 16 Jahren an der Spitze des Landes antreten wird. Wir haben beim Wirtschaftsdelegierten in Berlin, Michael Scherz, nachgefragt, was der Wahlausgang für die Wirtschaft im Land bedeuten könnte: „Die Unionsparteien CDU/CSU und die FDP verfolgen eine liberale Wirtschaftspolitik, die den Unternehmen Freiräume einräumt und Steuersenkungen in Aussicht stellt. Im Gegensatz dazu stehen die SPD, die Grünen und die Linkspartei für staatliche Interventionen, Umverteilung und Steuererhöhungen“, so Scherz. 

Aufschwung nach der Krise

Nichtsdestotrotz läuft der deutsche Wirtschaftsmotor nach einem coronabedingten Einbruch im Jahr 2020 und Hilfsprogrammen in Billionenhöhe wieder auf Hochtouren, mit Wachstumsraten von 3,7 Prozent für 2021 und Prognosen von 5,2 Prozent für 2022.

Deutschlands wichtigster Industriezweig, gemessen am Umsatz, ist die Automobilindustrie, die aktuell etwa 800.000 Menschen beschäftigt (siehe unten). Sie hatte zunächst, so wie auch die eng damit verbundene Maschinenbaubranche, besonders unter der Krise zu leiden. Trotz beachtlichen Wachstums in den letzten Monaten wird das Vorkrisenniveau in beiden Bereichen aber noch nicht allzu rasch erreicht sein. 

„Alles in allem boomt die Exportnachfrage nach deutschen Gütern und über den Sommer ist auch der Konsum im Land wieder angesprungen“, berichtet Scherz. „Behindert werden die Wachstumsaussichten allerdings von Problemen bei der Rohstoffzulieferung und durch den Fachkräftemangel.“ Außerdem werde man sich noch stärker mit Zukunftsthemen wie dem Klimaschutz, der Digitalisierung und der Lieferkettenproblematik auseinandersetzen müssen.

Enge Beziehungen

Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Wirtschaftspartner Österreichs. So gibt es etwa 3000 Niederlassungen österreichischer Unternehmen in Deutschland und umgekehrt haben etwa 9000 deutsche Unternehmen Niederlassungen in Österreich. 2020 gingen 30,5 Prozent aller heimischen Ausfuhren in unser Nachbarland und wiederum rund 40 Prozent davon nach Bayern. „Im ersten Halbjahr 2020 gab es einen Exportzuwachs von fast 15 Prozent bei den Ausfuhren nach Deutschland“, berichtet Scherz. Besonders gut laufen der Automobil-, Anlagen- und Maschinenbereich sowie Automatisierung und Digitalisierung. Positiv sei auch die Entwicklung bei Lebensmitteln und Getränken sowie generell im Bereich der Konsumgüter. 

Autobranche im Total-Umbruch

Audi, BMW, Mercedes, Volkswagen, Opel oder Porsche – Deutschlands Autoindustrie befindet sich in einer noch nie dagewesenen Transformation – das bringt auch Chancen.

 Vor dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch betrug der Umsatz der deutschen Automobilindustrie gewaltige 436 Milliarden Euro. Mit dem deutschen Automobilmarkt eng verbunden ist auch eine Vielzahl an heimischen Unternehmen – von AVL über Boxmark, Magna bis Ventrex. 2019 gingen 75 Prozent des Exports der österreichischen Fahrzeugindustrie ins europäische Ausland, 43 Prozent davon nach Deutschland. Eine Partnerschaft in einer starken Branche, die sich aber angesichts der Klimakrise in den kommenden Jahren neu aufstellen muss. Das bietet Risiken, aber auch Chancen. Im Fokus stehen etwa die Reduzierung von CO2-Emissionen, Hybridisierung, Elektromobilität und alternative Antriebe, Leichtbau, neue Werkstoffe, Konnektivität, Sicherheit und  autonomes Fahren. 

Aktuelle Zahlen

  • 6,01 Milliarden Euro ist der Wert der 2020 aus der Steiermark nach Deutschland exportierten Waren. 
  • 6,26 Milliarden Euro an Waren wurden 2020 aus Deutschland in die Steiermark importiert. 
  • 30,5 Prozent aller österreichischen Exporte gingen im Jahr 2020 nach Deutschland. 

Von Petra Mravlak

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