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Der Klang des heißen Eisens

Johann Schweiger ist einer der letzten Klöppelschmiede Europas und lässt Glocken erklingen.

Schmied Johann Schweiger und Regionalstellenobmann ­Harald Haidler.
© kk Schmied Johann Schweiger und Regionalstellenobmann ­Harald Haidler.

Liezen. Haben Sie heute schon Kirchenglockengeläut gehört? Wenn ja, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Klöppel aus der Kunstschmiede von Johann Schweiger aus Donnersbach die Glocke zum Klingen gebracht hat, groß – denn der Obersteirer ist einer der letzten Klöppelschmiede in Österreich, ja ganz Europa. Kirchenklöppel – das sind die Klangstäbe, die innerhalb einer Glocke montiert sind und beim Schwingen den Klang des Geläuts erzeugen – sind enormen Belastungen ausgesetzt und müssen in höchster Qualität gefertigt werden. Das macht der fast zwei Meter große Schmied in seiner Werkstatt. „Auch heute noch zählen dabei Hammer, Amboss und eine Esse zu den unentbehrlichen Werkzeugen“, erklärt der Handwerksmeister, der in seinem Betrieb Klöppel mit weit über 100 Kilogramm Gewicht schmieden kann. Das nötige Know-how dafür hat sich Schweiger in fast 40 Jahren, die er als Schmied tätig ist, angeeignet.

Seit 25 Jahren führt er seinen eigenen Betrieb am Ortsrand von Donnersbach und exportiert seine Erzeugnisse zum Teil nach ganz Europa: Neben Klöppeln sind das auch alle anderen Produkte einer Schmiede – vom Stiegengeländer bis zum Zaun, vom Einfahrtstor bis zu individuellen Stahlkonstruktionen. Auf Preiskämpfe lässt er sich dabei nicht ein. „Wir wissen, was wir können, und wer nicht bereit ist, zu zahlen, was unsere Arbeit wert ist, der ist nicht unser Kunde“, sagt Schweiger bei einem gemeinsamen Besuch der „Steirischen Wirtschaft“ mit dem Obmann der WKO-Regionalstelle Liezen, Harald Haidler. Dieses Selbstbewusstsein ist dem großen Erfahrungsschatz und der hervorragenden Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter geschuldet: 2017 hat der Lehrling des Betriebes, Florian Graf, den steirischen Lehrlingswettbewerb Schmiedetechnik gewonnen und auf Bundesebene Platz 2 geholt und damit das handwerkliche Know-how des Betriebes unter Beweis
gestellt.

Von Klaus Krainer.

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