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Der Fiskus greift sich auch Gründer

Viele Gründer wissen nicht, ob und wann sie eine Einkommensteuerklärung abgeben müssen. Was junge Chefs beachten müssen.

Beträgt das gesamte Jahreseinkommen, in dem auch lohnsteuerpflichtige Einkünfte (das sind Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit) enthalten sind, mehr als 12.000 Euro und übersteigen die nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünfte den Betrag von 730 Euro (Veranlagungsfreibetrag), so besteht Erklärungspflicht. In Bezug auf Kapitaleinkünfte sowie Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen bestehen hinsichtlich des Veranlagungsfreibetrags Sonderregelungen. Dazu Petra Kühberger, Expertin im WKO-Rechtsservice: "Werden lediglich Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, so besteht bei einem Einnahmen-Ausgaben-Rechner die Verpflichtung, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn das Einkommen 11.000 Euro überschreitet. Bei Ermittlung des Gewinns aufgrund eines Betriebsvermögensvergleichs (Bilanzierung) besteht unabhängig von der Höhe des Einkommens eine Steuererklärungspflicht."

Freiwillige Erklärung

Kühberger verweist darauf, dass natürlich darüber hinaus freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden kann: "Das wird dann sinnvoll sein, wenn insbesondere neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften bei der gewerblichen Tätigkeit Verluste entstanden sind. Diese können entweder primär mit positiven Einkünften aus lohnsteuerpflichtigen Tätigkeiten ausgeglichen oder als Verlustvorträge in die Folgejahre vorgetragen werden." Eine Verlustverwertung ist allerdings nur möglich, wenn eine Einkommensteuererklärung abgegeben wird.

Aufgepasst!

Auch das Finanzamt hat jederzeit die Möglichkeit, die Abgabe einer Steuererklärung zu verlangen. Nicht nur bei der Erklärungspflicht, sondern vor allem bei der Ermittlung des Einkommensteuertarifs werden alle Einkunftsarten, sowohl aus unselbstständigen als auch gewerblichen Tätigkeiten, zusammengerechnet. Der Grenzbetrag für die Einkommensteuerfreiheit von 11.000 Euro kommt nur einmal für das Gesamteinkommen zur Anwendung. Kühberger: "Steuerpflicht tritt dann ein, wenn neben den lohnsteuerpflichtigen Einkünften andere Einkünfte in Höhe von mehr als 730 Euro erzielt werden."

Abgabefrist beachten

Kühberger macht auf einen wichtigen Termin aufmerksam, der gerade in der Startphase immer wieder verunsichert. Anders als bei der Arbeitnehmerveranlagung, für die man fünf Jahre Zeit hat, muss nämlich die Einkommensteuererklärung in elektronischer Form bis zum 30. Juni - und nur in Ausnahmefällen in Papierform bis zum 30. April - des Folgejahres beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
redaktion.stwi@wkstmk.at

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