th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Der Bildungsweg darf in keine Sackgasse führen

In vier Jahren wird in Graz die Berufs-EM „EuroSkills 2020“ ausgetragen. Jahre, die WKO Steiermark Präsident Josef Herk „für eine intensive Auseinandersetzung und Weiterentwicklung unserer hervorragenden dualen Ausbildung nutzen will“. Basis dafür bildet eine brandaktuelle Studie des Instituts für Strategieanalysen unter der Leitung von Professor Peter Filzmaier. Im Rahmen dieser wurden 1.000 Österreicher – mit Schwerpunkt Steiermark (300 Befragte) – zur Berufs- und Bildungswahl sowie den aus ihrer Sicht entscheidenden Kriterien dafür befragte.

Ein Blick auf die demografischen Fakten zeigt die Notwendigkeit für Reformen deutlich auf: Um fast 25 Prozent ist die Zahl der 15-Jährigen in der Steiermark in den vergangenen 20 Jahren gesunken. Obwohl der wichtigste „Rohstoff“ unseres Landes – die Jugend – damit massiv verknappt wird, wird er trotzdem noch immer allzu oft vergeudet. Laut dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft bricht mehr als jeder vierte AHS-Schüler (25,5 Prozent) die Oberstufe ab oder wechselt zumindest den Schultyp. Bei den BMS sind es 47,4 Prozent (viele Jugendliche absolvieren das 9. Schuljahr nicht im Polytechnikum, sondern in einer Fachschule) und bei den BHS 33,9 Prozent – bei der Lehre dagegen „nur“ 16,3 Prozent. Im Zuge der Vorbereitung auf die Berufs-EM 2020 in Graz startet die WKO Steiermark nun eine intensive Auseinandersetzung mit der Berufsausbildung im weitesten Sinn. „Die EuroSkills sind nämlich weit mehr als nur ein Wettkampf um Medaillen. Sie sind eine Chance unser hervorragendes duales Ausbildungsmodell, aber auch unser Bildungssystem generell weiterzuentwickeln“, betont WKO Steiermark Präsident Josef Herk, Initiator der erfolgreichen EM-Bewerbung. Auftakt und Basis dieser Auseinandersetzung bildet eine Umfrage des Instituts für Strategieanalysen unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern mit Schwerpunkt Steiermark (300 Teilnehmer). Diese wurden zur Wertigkeit einzelner Bildungsabschlüsse, der Qualität der Berufsorientierung an Schulen und schlussendlich auch zu den entscheidenden Kriterien für die eigentliche Bildungswahl befragt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

So werden die Karrierechancen nach Ausbildungswegen beurteilt

In Sachen Berufsausbildung stehen die Befragten dem österreichischen Bildungssystem gespalten gegenüber: 45 Prozent meinen, es bereite junge Menschen sehr oder eher gut vor – 51 Prozent meinen, die Vorbereitung sei eher schlecht oder sehr schlecht. Nur 4 Prozent bewerten das Bildungssystem in diesem Aspekt mit sehr gut. Wobei die einzelnen Bildungsabschlüsse von den Befragten höchst unterschiedlich bewertet werden: 85 Prozent geben etwa an, dass ein Lehrabschluss sehr gut oder zumindest gut auf das Berufsleben vorbereitet, bei den AHS-Abschlüssen sagen das dagegen nur 25 Prozent, bei den BMS sind es 54 Prozent und bei den BHS 65 Prozent. Uni-Abschlüsse werden von 57 Prozent als gute bzw. sehr gute Vorbereitung auf das Berufsleben eingestuft, FH-Studien kommen hier auf einen Wert von 78 Prozent – das ist unterm Strich Platz zwei hinter der Lehre. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach den Jobchancen. An der Spitze der sehr guten bzw. eher guten Arbeitsmarktaussichten rangieren hier der FH-Abschluss (86 Prozent), gefolgt vom Uni-Abschluss (82 Prozent), dem BHS-Abschluss (79 Prozent) und dem Lehrabschluss (75 Prozent). Vergleichsweise abgeschlagen landen hier der BMS-Abschluss (56 Prozent) und einmal mehr der AHS-Abschluss (39 Prozent).

 

Demgegenüber steht das gesellschaftliche Ansehen. Hier zweifeln die Befragten daran, dass Lehrabschlüsse gesellschaftlich ähnlich angesehen werden bzw. ähnlich gute Verdienstmöglichkeiten eröffnen, wie andere Ausbildungen. Im Detail: 93 Prozent der Befragten stufen Uni-Abschlüsse in der Gesellschaft als sehr angesehen oder zumindest eher angesehen ein, Lehrabschlüsse schneiden hier mit 45 Prozent vergleichsweise bescheiden ab. Denn auch die sonst in vielen anderen Bereichen der Umfrage eher abgeschlagen rangierenden AHS-Abschlüsse kommen bei der Frage nach dem gesellschaftlichen Ansehen auf einen Wert 79 Prozent. 

Kernaussage: Die beste Vorbereitung aufs Berufsleben bietet die Lehre, das Umfrage-Schlusslicht bildet in dieser Frage die AHS. Beim gesellschaftlichen Ansehen dreht sich allerdings das Bild.

So gut fühlen sich die Österreicher aufs Berufsleben vorbereitet 

Interessante Einblicke gibt die Umfrage auch in die persönliche Wahrnehmung des eigenen Bildungsweges. Danach gefragt meinen rund 18 Prozent, von ihrer Ausbildung sehr gut auf die Berufstätigkeit vorbereitet worden zu sein, 49 Prozent fühlen sich eher gut vorbereitet – eher schlecht bzw. sehr schlecht vorbereitet kommen hier auf Werte von 23 Prozent bzw. 4 Prozent. Diese Werte sind in allen Gruppen recht konstant, relativ am schlechtesten vorbereitet fühlen sich AHS-Absolventen, hier fühlen sich nur 11 Prozent sehr gut vorbereitet. Das mit Abstand größte Defizit in der Vorbereitung war und ist der fehlende Praxisbezug, den 43 Prozent spontan nennen. Weitere Probleme sind eine mangelnde Vorbereitung auf das konkrete Berufsleben (14 Prozent), Lehrstoff, der keine oder nur wenig Relevanz hat (10 Prozent) und eine fehlende Vorbereitung auf das Alltagsleben (8 Prozent). Der fehlende Praxisbezug wird vor allem von Personen genannt, die bereits Berufserfahrung haben. Befragte, die noch nicht berufstätig sind, nennen ihn seltener, dafür etwas häufiger eine nicht ausreichende Vorbereitung auf das Alltagsleben.

Kernaussage: Mehr als jeder vierte Österreicher gibt an, dass seine Ausbildung ihn/sie schlecht auf die jeweilige Berufstätigkeit vorbereitet hat. Mängel werden hier vor allem beim Praxisbezug attestiert. 

So informiert man sich vor der Berufs- und Ausbildungswahl

60 Prozent der Befragten geben an, die Ausbildungsentscheidung alleine zu treffen bzw. getroffen zu haben. Ratschläge kommen vor allem von Eltern und Großeltern (27 Prozent; Mehrfachnennungen) oder von Freunden (19 Prozent), Lehrern (17 Prozent) und anderen Personen im Bekannten- bzw. Familienkreis (14 Prozent). Vor allem bei den 16-24-jährigen spielen Freunde eine etwas größere Rolle. Eine Berufsberatung oder ähnliches scheint den Betroffenen weniger wichtig zu sein. Interessant sind hier auch die Motive bei der Ausbildungswahl: Nur 39 Prozent geben den späteren Beruf als hauptauschlaggebendes Kriterium an. Für 41 standen bzw. stehen hier „andere Gründe“ im Vordergrund. In dieser Frage gibt es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen, nach dem Alter schwanken die Angaben etwas. Vor allem für FH-Absolventen standen berufliche Überlegungen deutlich im Vordergrund. Die dominierenden berufsbezogenen Motive sind eine interessante Tätigkeit (63 Prozent) und gute Jobchancen (42 Prozent). Je rund ein Viertel nennt noch die Gehaltsaussichten (Männer 31 Prozent, 16-19Jährige 46 Prozent). Weitere Gründe sind der Wunsch, möglichst bald in den Beruf einzusteigen (26 Prozent) und auch ein geographisch nahe zum Wohnort gelegener Ausbildungsort (22 Prozent). Jene Befragten, für die nicht berufsbezogene Motive im Vordergrund standen, sagen zu rund 40 Prozent, dass sie bei der Ausbildungswahl noch nicht wussten, was sie machen möchten. Für ein Drittel war der gute Ruf der Ausbildung wichtig, je rund 25 Prozent nennen den Wunsch der Eltern, die Perspektiven, die die Ausbildung bietet, und einen leicht erreichbaren Ort der Ausbildung. Personen mit Lehrabschluss wussten gegenüber praktisch allen anderen Gruppen deutlich klarer, welchen Beruf sie mit dieser Ausbildung anstreben. Von den Informationsquellen spielen neben den persönlichen Kontakten (Familie, Freunde) vor allem das Internet (21 Prozent), Beratungsstellen und Bildungsmessen (17 Prozent) eine Rolle. Spannendes Detail: Eine interessante Tätigkeit ist 70 Prozent wichtiger als ein hohes Einkommen. 32 Prozent geben selbiges für ein hohes gesellschaftliches Ansehen an.  

Kernaussage: Die Bildungswahl wird mehrheitlich allein getroffen, der spätere Beruf ist dabei nur für 39 Prozent hauptausschlaggebend. Ratschläge bei der Berufs- und Ausbildungswahl kommen vor allem aus dem Familien- und Freundeskreis.

So funktioniert die Berufsorientierung an den Schule 

Rund 15 Prozent aller Befragten sagen, dass ihnen während ihrer Schulzeit eine gute Berufsorientierung geboten wurde, 45 Prozent sagen, dass kaum oder gar nichts in diese Richtung behandelt wurde. Unter den 16-24Jährigen ist rund ein Drittel mit der Berufsorientierung in der Schule zufrieden. Nach der formalen Bildung sind Pflichtschul- und BHS-Absolventen mit dem Angebot etwas zufriedener, Personen mit Lehr- oder BMS-Abschluss hingegen weniger. In allen Gruppen meint aber eine klare Mehrheit, dass das Thema zumindest nicht ausreichend behandelt wurde/wird. Sieben von zehn Befragten würden eine Berufsorientierung in der Schule für sehr wichtig halten, ein weiteres Viertel für eher wichtig. Die abgefragten möglichen Angebote werden alle mehrheitlich für gut befunden, wobei eine Berufsorientierung direkt im Unterricht am häufigsten befürwortet wird. Frauen nennen öfter eine Vermittlung von Praktika und Talent-Checks (71 bzw. 74 Prozent), formal höher Gebildete wünschen sich ebenfalls etwas häufiger professionellen Tests in der Schule. Im Rahmen der Ausbildung sollten aus Sicht der Befragten – neben beruflichen Kompetenzen – vor allem soziale Fähigkeiten vermittelt werden, jede/r Fünfte nennt diesen Bereich spontan. Dahinter folgen spezielle Themen wie Allgemeinwissen, Teamfähigkeit, Kommunikation und gutes Benehmen, Sprachkenntnisse und eine generelle Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen (im Sinne einer Berufsberatung). 

Kernaussage: Nur eine Minderheit ist mit den schulischen Angeboten zur Berufsorientierung zufrieden. 95 Prozent halten diese für sehr wichtig bzw. wichtig.


STATEMENTS

  

Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Wir wollen die Jahre bis zur Berufs-EM 2020, den EuroSkills, in Graz für eine Weiterentwicklung unseres hervorragenden dualen Ausbildungssystems und darüber hinaus eine intensive Auseinandersetzung mit dem gesamten Bildungssystem nutzen. Denn hier warten große Herausforderungen: Nicht nur, dass wir aufgrund des demografischen Wandels zuletzt einen massiven Rückgang bei den jungen Steirerinnen und Steirern erleben mussten, diese treffen auch noch vielfach die falschen Bildungsentscheidungen für sich – das zeigen die hohen Abbrech- und Wechselquoten an den höheren Schulen. Als Wirtschaft wollen wir natürlich niemanden in seiner Ausbildungswahl bevormunden. Aber wir wollen den jungen Menschen die richtige Beratung und einen Einblick in die breite Vielfalt beruflicher Möglichkeiten bieten. Darum haben wir mehr als drei Millionen Euro in ein neues Talentcenter investiert und darum haben wir uns schlussendlich auch erfolgreich für die EuroSkills in Graz beworben. Wir wollen das böse Erwachen in falschen Bildungsbereichen künftig so gut es geht vermeiden. Denn die Schulen bereiten die Jugendlichen nicht ausreichend auf das Berufsleben vor, wie nicht zuletzt die vorliegende Umfrage zeigt: Nur 45 Prozent fühlen sich hier gut auf das Berufsleben vorbereitet. Das muss sich ändern, die Wirtschaft ist hier gerne Partner.“

  

Peter Filzmaier, Institut für Strategieanalyse: „Die Ergebnisse der Studie zeigen einerseits, dass die Befragten zwar insgesamt das (Aus)Bildungssystem kritisch sehen, sich andererseits aber persönlich recht gut auf das Berufsleben vorbereitet fühlen, wenngleich man sich seitens der Schulen hier mehr Angebote wünscht. Defizite sehen sie vor allem in einem fehlenden Praxisbezug. Die Befragten unterscheiden zudem klar zwischen verschiedenen Bildungsabschlüssen, die sehr unterschiedliche Images genießen, was sich letzten Endes wiederum auf die individuelle Wahl eines Ausbildungsweges und damit der Berufsrichtung auswirkt.“


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652

Das könnte Sie auch interessieren

  • Presseaussendungen 2015

"Unternehmerinnen des Jahres" gekürt

Die WKO Steiermark hat in vier Kategorien erstmals die „Unternehmerin des Jahres“ gekürt. mehr

  • Presseaussendungen 2016
'">

'">Zahl der heimischen Transporteure weiter gesunken

Frächterobmann Albert Moder: „Transportpreise wären um 30 Prozent anzuheben!“ '"> mehr

  • Unternehmerinterviews

WINTERFACE - die nachhaltige Botschaft Ihrer Fassade

Wolfgang Winter und Ingo C. Riemenschneider bieten mit ihrer innovativen Technologie kreative Fassadengestaltung mit grenzenlosen Möglichkeiten. mehr