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Das Spielberg-Imperium

Der Red-Bull-Ring feiert dieser Tage seinen siebenten Geburtstag, den fünften davon mit Formel 1 an Bord. Wir blicken zurück und ziehen Bilanz über ein Erfolgsprojekt, das weit mehr als „nur“ eine Rennstrecke in die Region gebracht hat.

Sieben Jahre Red-Bull-Ring: Das Projekt hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region Murtal entwickelt.
© GEPA pictures - Red Bull Content Pool Sieben Jahre Red-Bull-Ring: Das Projekt hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region Murtal entwickelt.

Als am 15. Mai 2011 – fast auf den Tag genau vor sieben Jahren – der Red-Bull-Ring in Spielberg neu eröffnet wurde, war die Euphorie groß. Dabei wusste damals wohl nur Investor Dietrich Mateschitz, was da noch folgen sollte. Denn in nur sieben Jahren ist sein „Projekt Spielberg“ zu einem Imperium geworden, das mittlerweile mehrere Hotellerie- und Gastronomiebetriebe sowie eine eigene Brauerei umfasst. Das schlägt sich auch in wirtschaftlichen Kennzahlen nieder: So lagen etwa die Ankünfte im Murtal 2010 – also im letzten Jahr „ohne Red Bull“ – bei 75.408. 2017 zählte man mit 149.695 fast genau doppelt so viele. Das gleiche Bild bei den Nächtigungen: Den 232.626 Nächtigungen aus 2010 standen 2017 schon 460.392 gegenüber. „Allein diese Zahlen machen deutlich, welchen Stellenwert das Projekt Spielberg für die Region hat“, freut sich der Obmann der Urlaubsregion Murtal, Karl Schmidhofer, der jedoch betont, dass nicht nur die Tourismusbetriebe, sondern verschiedenste Branchen von den Gästen profitieren. „Die Besucher kaufen ein, sie tanken, sie zahlen Steuern – kurz: Sie bringen Wertschöpfung, mit der wiederum investiert werden kann.“

Das haben viele Murtaler Betriebe auch getan – und natürlich auch Mateschitz selbst. Mittlerweile hat der oberste Bullendompteur unter anderem sieben Hotels in seinen „Stall“ geholt. Die teils aufwendigen und kostspieligen Baumaßnahmen wurden dabei fast ausschließlich von regionalen Unternehmen durchgeführt. Im Vorfeld des großen Formel-1-Comebacks im Jahr 2014 förderte Mateschitz sogar Renovierungsarbeiten von Privathäusern. Insgesamt lotste Red Bull allein mit der Formel 1 bislang 555.000 Fans nach Spielberg – da ist die Vorfreude auf den heurigen fünften Grand Prix, der in 44 Tagen über die Bühne geht, groß.

„Ein Lotto-Sechser für die steirische Wirtschaft“

Zahlreiche weitere Events wie die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, das Red Bull Air Race, die Truck Race Trophy und nicht zuletzt die Musikfestivals ließen ebenfalls die Massen in die Region strömen. Den Zuschauerrekord hält dabei das Comeback-Rennen der MotoGP im Jahr 2016 mit 215.850 Fans. „Angesichts dieser Zahlen kann man das Projekt Spielberg nur als Lotto-Sechser für die gesamte Steiermark bezeichnen“, freut sich WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, der selbst in Knittelfeld einen Karrosseriemeisterbetrieb führt. „Die Investitionen der letzten Jahre zeigen, dass ein lebendiger Ring auch ein PS-starker Innovationsmotor für das Murtal ist“, sagt Herk.

Und diesen braucht die Region auch, wie Robert Steinegger vom Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung erklärt: „Red Bull ist enorm wichtig für die Wertschöpfungssteigerung, vor allem im Tourismussektor. Diesen Elan müssen wir auch für andere Bereiche nutzen – etwa die Belebung der Innenstädte und die Schaffung neuer Industriearbeitsplätze“, so der Experte. Er drängt auch darauf, den Bildungsstandort Murtal zu stärken: „Eine Fachhochschule, die sich thematisch mit Mobilität befasst, würde einerseits zu Red Bull und andererseits auch zum Fliegerhorst Zeltweg gut passen.“ Wer weiß: Vielleicht findet sich ja auch hier ein Investor…

Geschichte des Rings

  • 26. 7. 1969: Auf dem Gelände des heutigen Red-Bull-Rings wird der „Österreichring“ feierlich eröffnet. Der erste WM-Lauf folgt 1970. Letzter Sieger am alten Ring ist Nigel Mansell (1987), ehe die Strecke als „A1-Ring“ von 1997 bis 2003 ein Comeback feiert.

  • 15. 5. 2011: Nach dem Abbruch der Rennstrecke und jahrelangen politischen Querelen wird der „Red Bull Ring“ feierlich wiedereröffnet. Highlight des ersten Jahres ist die DTM, die seither jährlich im Murtal gastiert. 

  • 2012–2013: Dietrich Mateschitz setzt schrittweise die Pläne seines „Projekts Spielberg“ um und erweitert sein Imperium etwa um das „Murtal G’Schlössl“ und den Hofwirt in Seckau.

  • 22. 6. 2014: Elf Jahre nach dem letzten Sieger am A1-Ring – Michael Schumacher – streckt Nico Rosberg die Siegertrophäe in den Murtaler Himmel: Die Formel 1 ist zurück.

  • 2014-2016: Das Schloss Gabelhofen, das Welcome-Center und der Voest­alpine-Wing eröffnen. Bei der Air-Race-Premiere jubeln 50.000 dem steirischen Lokalmatador Hannes Arch, der im September 2016 bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückt, zu.

  • 18. 8. 2016: Vor 215.850 begeisterten Fans feiert die MotoGP – die Königsklasse im Motorradsport – ein fulminantes Comeback in Österreich. Es ist die bis heute am besten besuchte Einzelveranstaltung seit der Neueröffnung.

  • 2017: Der Ring entwickelt sich zum Innovationszentrum: So besuchen etwa mehr als 30.000 Gäste die „E-Mobility-Playdays“, die sich Mobilitätsthemen der Zukunft widmen.

Von Klaus Krainer.

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