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Corona treibt Trend zu Kartenzahlung voran

Womit bezahlen Österreicher am liebsten? Und wie hat Corona unser Zahlungsverhalten verändert? Eine Expertin klärt auf. 

Wie zahlen Österreicher am liebsten? Mit Bargeld, Apple Pay, PayPal oder doch lieber Kreditkarte?
© Adobe Stock/nadia_buravleva Wie zahlen Österreicher am liebsten? Mit Bargeld, Apple Pay, PayPal oder doch lieber Kreditkarte?

Eines lässt sich nach zwei Jahren Pandemie auf jeden Fall sagen: Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es so nicht mehr. Durch die Corona-Maßnahmen wurden nicht nur neue gesellschaftliche Gepflogenheiten eingeführt, sondern auch die Digitalisierung massiv vorangetrieben. Neben Home-Schooling, Remote-Working und Online-Shopping wurde auch unser Zahlungsverhalten immer digitaler. „Die Pandemie hat den Trend zu Kartenzahlungen definitiv massiv beschleunigt“, bestätigt auch Petia Niederländer, Direktorin der Hauptabteilung Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung in der Österreichischen Nationalbank. Obwohl Bargeld mit 66 Prozent aller Transaktionen am Point of Sale noch immer als beliebtestes Zahlungsmittel gilt, ist die Bargeldnutzung innerhalb der vergangenen zwei Jahre um 13 Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. Parallel dazu stieg die Zahl der Transaktionen mit Debitkarten am Verkaufsort von zehn auf 27 Prozent massiv an. Vor allem der Anteil kontaktloser Debitkartenzahlungen ohne PIN-Eingabe stieg dabei um 16 Prozent, was unter anderem auf die verstärkten Hygienevorschriften in Supermärkten und Geschäften zurückzuführen ist.

Mobile Payment erst im Kommen

Weniger häufig hingegen scheinen Österreicherinnen und Österreicher am Verkaufsort auf ihre Kreditkarte zurückzugreifen: Lediglich zwei Prozent der Zahlungen wurden via Mastercard, Visa und Co. abgewickelt. Auch die Transaktionen über mobile Bezahlmöglichkeiten fallen mit 0,7 Prozent derzeit noch wenig ins Gewicht. Und das, obwohl es mittlerweile weltweit mehr als 300 verschiedene Anbieter für Mobile Payments gibt. „In Österreich sind allerdings nur Apple Pay, Fitbit Pay, Garmin Pay, SwatchPay, Bluecode und Bitpanda Payments zugelassen“, weiß die Expertin. Durch ihre bequeme und schnelle Handhabung überzeugt das Mobile-Payment-System immer mehr Menschen, allerdings „sollten sich Nutzer genauestens über die Datensicherheit der jeweiligen Anbieter informieren“, empfiehlt Niederländer.   

Österreich bevorzugt PayPal und Klarna 

Dass der Onlinehandel und damit auch die Onlinezahlungen seit 2019 durch die Decke gegangen sind, lässt erahnen, wo die Reise auch in den nächsten Jahren hingehen wird. Als anteilsmäßig häufigstes Zahlungsmittel kamen bei Online-Transaktionen im Jahr 2020 Überweisungen mit 31 Prozent bzw. Internetbezahlverfahren mit 25 Prozent zum Einsatz. Rund ein Fünftel (15 Prozent) der Online-Transaktionen wurde mit Kreditkarten abgewickelt, gefolgt von Lastschriftverfahren (elf Prozent). Besonders hoch im Kurs sind in Österreich dabei die Zahlungsanbieter Pay-Pal und Klarna. „Wir gehen davon aus, dass in der Zukunft Onlineprozesse und stationäre Prozesse miteinander verschmelzen werden. Der World Payments Report 2021 zeigt auf, dass Händler immer öfter die Erfahrungen im Online-Kauf mit den Erfahrungen im stationären Handel verbinden. Somit steigt auch die Nachfrage nach ,Payments Apps‘ und digitalen Geldbörsen (digitale Wallets), die diese Prozesse unterstützen“, so die Finanzexpertin.

Eventuelle Mehrkosten

Trotzdem beschäftigen sich Unternehmen immer noch zu selten mit der Optimierung ihrer aktuellen Zahlungspalette. „Für Händler ist dabei die Frage ausschlaggebend, wie viele Konsumenten das angebotene Zahlungsmittel tatsächlich nutzen. Hier ist allerdings zu beachten, dass Zahlungsverfahren oft zu Lock-in-Effekten für den Händler führen können und dies langfristig Mehrkosten verursacht“, warnt die Expertin. Neben Netzwerkeffekten und Kosten sind auch Datenschutz und Sicherheit bzw. Resilienz weitere Eigenschaften, die bei der Wahl des Zahlungsmittels beachtet werden sollten. Laut der Österreichischen Nationalbank gelten dabei Instant Payments (Echtzeitzahlungen) als sicheres, nachhaltiges und kosteneffizientes digitales Zahlungsmittel. Es wird erwartet, dass bis 2025 rund 25 Prozent aller Zahlungen mit Instant Payments erfolgen.

Bargeld wird uns weiterhin begleiten

Eine weitere Möglichkeit der Bezahlung sind Kryptowährungen. Ob Bitcoin, Ethereum oder Dogecoin – Kryptogeld wird mittlerweile von immer mehr Unternehmen  angenommen und gilt in El Salvador beispielsweise sogar schon als offizielles Zahlungsmittel. Hierzulande sind Bitcoins und Co. aber noch nicht im Alltag angekommen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fokus auf digitale Zahlungen auch nach der Pandemie bestehen bleiben wird. Allerdings wird Bargeld der Big Player im Alltag bleiben: „Mehr als zwei Drittel können sich eine Welt ohne Bargeld nicht vorstellen“, so Niederländer.

Petia Niederländer, Direktorin der Hauptabteilung Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung in der Österreichischen Nationalbank
© OeNB Petia Niederländer, Direktorin der Hauptabteilung Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung in der Österreichischen Nationalbank

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