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Corona sorgt auch für steigende Gründerzahlen

Jeden Tag entstehen in der Steiermark zwölf neue Firmen: 4.487 waren es 2020. Die Selbständigkeit wird immer öfter zur Alternative in der Lebensplanung.

Martina Grötschnig
© Kanizaj Der Pandemie zum Trotz: Martina Grötschnig hat ihre unternehmerischen Pläne realisiert.

Es ist ein bemerkenswerter Rekord, der im Krisenjahr 2020 aufgestellt wurde: 4.487 Betriebe wurden in der grünen Mark gegründet, so viele wie noch nie zuvor. Unterm Strich wurden um 2,4 Prozent mehr Gründungen verzeichnet als im bisherigen Rekordjahr 2019. Rechnet man die Personenbetreuer dazu, waren es sogar 5.918 Betriebe. Für WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl der Beweis dafür, dass „immer mehr Menschen in der Selbständigkeit eine Alternative in ihrer Lebensplanung sehen. Trotz erschwerter Planbarkeit haben diese Menschen Eigenverantwortung und Eigeninitiative bewiesen.“

Die Gründe für den Wechsel in die Selbständigkeit sind vielschichtig, weiß Michaela Steinwidder, Leiterin des Gründerservice in der WKO Steiermark:  „Viele haben die Krise als Chance genutzt, um lang gehegte Ideen in die Tat umzusetzen.“ Auch der Trend zur nebenberuflichen Tätigkeit setze sich fort, „sei es, um ein Hobby zu legalisieren oder aus einer gesicherten Position heraus zu gründen“. Das spiegelt sich auch in der Motivumfrage der WKO wider.

Trotz Pandemie unternehmerisch durchgestartet

Eine von denjenigen, die im Vorjahr hauptberuflich den Schritt in die Selbständigkeit wagten, ist Martina Grötschnig. Die Grazerin mit Kärntner Wurzeln hat wenige Tage vor dem ersten Lockdown im März 2020 ihre Gewerbeberechtigung als Unternehmensberaterin „reaktiviert“, um nach Jahren als angestellte Führungskraft und Beraterin beim Land Steiermark unternehmerisch  durchzustarten. Mit 15 Jahren Erfahrung in der Begleitung von Prozessen  und Organisationen ist ihr die Materie alles andere als fremd: Und so ist sie als Coach gerade in dieser herausfordernden Zeit mehr als gefragt. „Der Veränderungsbedarf ist enorm. Denn Corona hat wie ein Brennglas so viele Themen noch einmal verstärkt.“ 

Neuland hat sie indes als Unternehmerin betreten. „Natürlich fragt man sich: Ist das der richtige Zeitpunkt?  Aber ich habe diesen Schritt aus tiefster Überzeugung gesetzt, weil ich so mit vielfältigsten Unternehmen arbeiten kann – vom Autohaus über öffentliche Verwaltungen bis hin zu NGOs und Krankenanstalten.“ Ein weiterer Treiber, so die studierte Erziehungswissenschafterin, sei die unternehmerische Flexibilität gewesen: „Mit der Selbständigkeit hab ich mir einen echten Herzenswunsch erfüllt.“

Spannende Details fördert auch die Statistik aus der steirischen Gründerlandschaft zutage: So liegt das Durchschnittsalter bei der Gründung bei 35,3 Jahren. Bei den Einzelunternehmen (ohne persönliche Dienstleister) liegt der Frauenanteil aktuell bei 46,2 Prozent. Die meisten Gründungen entfallen auf das Gewerbe und Handwerk (53 Prozent), gefolgt vom Handel (23,1 Prozent) und der Sparte Information und Consulting (12,7 Prozent). 

Um Gründern unter die Arme zu greifen, bietet das Gründerservice ein großes Beratungs- und Serviceangebot. „Ob Workshops, Trainings oder Sprechtage: Wir decken sämtliche gründungsrelevante Themen ab – vom Businessplan bis zur Buchhaltung“, so Steinwidder. 


Diese Gründe haben Gründer

Laut Umfrage steht bei 70 Prozent der Gründer die Idee im Vordergrund, der eigene Chef zu sein.

Aus welchen Gründen entscheiden sich immer mehr Menschen für den Schritt in die Selbständigkeit? Dieser Frage ist das Gründerservice der WKÖ im Zuge einer Motivumfrage auf den Grund gegangen, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Das Ergebnis: Für das Gros der Gründer – nämlich für 70 Prozent – steht der Wunsch im Vordergrund, der eigene Chef zu sein. Eine ähnlich hohe Zustimmung (69,2 Prozent) findet auch das Motiv, in der Zeit- und Lebensgestaltung flexibler zu werden. Auf Platz drei der häufigsten Motive steht mit 63,8 Prozent der Wunsch, das Ausmaß der bisher als Angestellter getragenen Verantwortung auch im eigenen Unternehmen einbringen zu können. 

Freilich spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle: So geben 61,1 Prozent der Befragten das Einkommen an. Weiters eröffnet die Selbständigkeit für 60,6 Prozent eine neue Berufsperspektive. Ähnlich viele (60,2 Prozent) gaben an, schon immer Pläne für die Selbständigkeit gehegt zu haben. 

Neben der schlichten Notwendigkeit, einen Gewerbeschein für die Berufsausübung zu brauchen (47,8 Prozent), wollen 44,2 Prozent mit der Selbständigkeit ein zweites Standbein schaffen. Und für 43,2 Prozent ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Unternehmer leichter umsetzbar. 


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