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Chefinnen auf dem Vormarsch

Am Weltfrauentag rücken auch die 24.300 steirischen Unternehmerinnen in den Fokus - was sie leisten und wo sie tätig sind.

Wenn der Weltfrauentag am 8. März naht, rücken auch sie wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein: Jene Frauen, die sich unternehmerisch engagieren und damit zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beitragen. Wie ein Blick auf die Statistik zeigt, sind allein in der Steiermark 24.300 Frauen unternehmerisch tätig - und der Frauenanteil in der Unternehmerschaft steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für immer mehr Frauen wird die Selbstständigkeit damit eine echte Option, wie die Gründungszahlen beweisen: Lag der weibliche Anteil bei den Gründungen vor zehn Jahren noch bei 34,6 Prozent, sind es heute stolze 44,1 Prozent. Damit ist der Anteil der Unternehmerinnen auf 35,7 Prozent geklettert, exakt sind 24.335 steirische Betriebe in weiblicher Hand. Nach Branchen sind die meisten Unternehmerinnen als Persönliche Dienstleister tätig, gefolgt von der Gastronomie, dem Bereich Fußpflege/Kosmetik, Direktvertrieb und Friseure. Bemerkenswert ist, dass Frauen auch in Sachen Bildung in den letzten Jahren massiv aufgeholt haben: Hatten 1980 nur jeder fünfte Mann und jede fünfte Frau die Matura in der Tasche, ist es heute bereits mehr als jede zweite Frau und jeder dritte Mann. Auch an den Universitäten verhält es sich ähnlich: Mit 54,5 Prozent ist die Mehrheit der Studierenden weiblich. Und was die Studienabschlüsse anlangt, gehen 57 Prozent der Sponsionsrollen an Frauen, 43 Prozent an Männer.

Positive Entwicklung

"Eine tolle Entwicklung, die zeigt, dass Unternehmerinnnen nicht nur in der Wirtschaft auf der Überholspur sind", resümiert WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und setzt nach: "Frauen leisten Tag für Tag Unglaubliches: Sie sind top ausgebildet, stehen fest im Erwerbsleben und meistern den oft schwierigen Spagat zwischen Job und Familie." Letzteres kann auch Lisbeth Wilding, die seit 2013 im Vorstand des steirischen Textilriesen Sattler AG tätig ist, aus eigener Erfahrung bestätigen. Im Gespräch mit der "Steirischen Wirtschaft" erklärt sie auch, welchen Reformbedarf sie bei der Anhebung des Pensionsantrittsalters sieht. Beim Pensionsgipfel wurden zwar Verbesserungen für Frauen ausverhandelt, u. a. wird künftig die Anrechnung von Kindererziehungszeiten erleichtert, das "Pensionssplitting" wird erweitert, an der schrittweisen Anhebung des Pensionsantrittsalters von Frauen bis 2033 wurde aber nicht gerüttelt.

Schnellere Umsetzung gefordert

Für Adelheid Moretti, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft, geht das zu langsam. Sie fordert mehr Tempo bei der Reform ein, "sonst sind niedrige Pensionsansprüche für Frauen die unausweichliche Folge. Das können und wollen wir nicht hinnehmen." Rückendeckung bekommt sie dabei von Herk, der mehr "Ehrlichkeit in der Pensionsdebatte" einfordert, "damit das Sozialsystem auch für die nächsten Generationen gesichert ist". Um die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen zu verbessern, hat "Frau in der Wirtschaft" ein Forderungspaket geschnürt. Dieses reicht von der erweiterten Absetzbarkeit von Betreuungskosten (auch für Kinder über elf Jahre) und Arbeitsräumen über eine EPU-Förderungsschiene für die Weiterbildung von Unternehmerinnen bis zu Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachung. Darüber hinaus plädiert Moretti für mehr Funktionärinnen in den Sparten, Fachgruppen, Innungen und Gremien der WKO sowie für mehr Frauen in Aufsichtsräten. Derzeit liegt die Frauenquote in Aufsichtsräten in der Steiermark bei 16,4 Prozent.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
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