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Carnets gehen bald digital auf Reise

Zolldokumente auf Papier haben schon bald ausgedient, die Ausstellung wird langfristig zur Gänze digitalisiert. Ab August gelten neue Gebühren.

Zoll
© pakorn - stock.adobe.com Zollpapiere auf Papier gehören der Vergangenheit an. Das Carnet ATA wird digitalisiert, der Zugang damit deutlich erleichtert.

Das Carnet ATA ist ein internationales Zolldokument für die vereinfachte vorübergehende Einfuhr von Waren ins Drittland, zum Beispiel für Messegüter, Berufsausrüstungsgegenstände, Warenmuster oder Tiere (für Pferde, die ein Reitturnier bestreiten). Dagmar Mirsch-Soko, Expertin im WKO-Rechtsservice, über die Vorteile: „In allen Ländern, die dem Carnet-ATA-Abkommen beigetreten sind, gilt es als durchgängiges Zolldokument. Neben den nationalen Zollanmeldungen ersetzt es direkt an den Grenzen alle zu leistende Sicherheiten wie Barerläge, Bankgarantien oder Bürgschaftserklärungen für Zölle und Steuern, die auf den Waren lasten.“

Das ist nur deshalb möglich, weil die Wirtschaftskammern (also die ausgebenden Verbände) für die Carnet-ATA-Länder gegenüber den nationalen Zollbehörden die Bürgschaft für eventuell anfallende Einfuhrabgaben übernehmen. Diese Verbände sind untereinander zu einer Haftungskette zusammengeschlossen. Mirsch-Soko: „Wenn einer dieser Verbände zur Zahlung von Einfuhrabgaben, z. B. wegen Ablaufs der Rückbringungsfrist, herangezogen wird, kann er über die Haftungskette beim Carnetinhaber Regress üben.“ 

Wofür darf das Carnet ATA verwendet werden?

Nur Gebrauchsgüter, aber keine Verbrauchsgüter, wie z. B. Lebensmittel, können erfasst werden. Das Carnet ATA darf auch nicht für Waren verwendet werden, die zur Veredelung oder Reparatur bestimmt sind, Carnetwaren dürfen zudem nicht zu gewerblichen Zwecken vermietet werden.

Die Expertin über wichtige Neuerungen: „Demnächst wird die Ausstellung des Zolldokuments vollkommen modernisiert und auf eine digitale Basis gestellt. Der Zugang erfolgt über ein Portal, über das die Antragstellung nach erfolgter Registrierung erleichtert wird.“ Langfristig soll es vollkommen von der Papierform gelöst und gänzlich digitalisiert werden. Mirsch-Soko: „Die Wirtschaftskammern Österreichs setzen mit der Umstellung bereits auf die neue, zukünftige Technologie, da die Carnetdaten (inkl. der Warenliste) in eine zentrale Datenbank eingespielt werden müssen.“ Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Sonderleistung, weshalb die Gebühren der geänderten Kostenstruktur angepasst werden: Für Mitgliedsfirmen beträgt die Formulargebühr ab 1. August 70 Euro und für Nichtmitglieder 100 Euro  zuzüglich der Gebühr für die Versicherung des Haftungsrisikos der Wirtschaftskammer in Höhe von 0,3 Prozent für Mitgliedsfirmen bzw. 0,8 Prozent des Warenwertes für andere Antragsteller.

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